Dinos Check zu Servette
Die Seele verloren

Am 1. Oktober startet die Eishockey-Saison. Dino Kessler nimmt in seiner Kolumne täglich einen Klub unter die Lupe. Heute: Servette.
Kommentieren
1/7
Nach der schrittweisen Entmachtung nun ganz draussen: Chris McSorley.
Foto: Keystone
Dino Kessler

Vor Jahresfrist hat die strategische Führung des Klubs unter der Fuchtel des Präsidenten Laurent Strawson seinem Sportchef Chris McSorley eine strikte Nachwuchsdiät verschrieben. Ein Jahr später wird McSorley ganz auf Eis gelegt. Der Mann, der den Klub seit 2001 schrittweise konkurrenzfähig und zu einer renommierten Adresse gemacht hat, ist nun definitiv von der Bühne gejagt worden.

Vielleicht war Strawsons Sparkurs vor Jahresfrist auch mit der Hoffnung verbunden, McSorley aufgrund ausbleibender Resultate diskreditieren zu können. Eine Rechnung, die nicht aufging: McSorleys junge Auswahl performte vorzüglich und landete als Überraschungsmannschaft der Saison auf dem 4. Platz.

Mit McSorley hat der Klub irgendwie auch seine Seele verloren. Und Strawson ändert schnurstracks die Marschrichtung. Mit Tyler Moy und Joel Vermin wurden zwei kostspielige Nationalspieler verpflichtet, in einem nordamerikanisch angehauchten Tauschgeschäft schickt Servette im Gegenzug vier leidenschaftliche Arbeiter nach Lausanne. Dieser Strategiewechsel verringert in Genf den Konkurrenzkampf, verleiht der Mannschaft aber an der Spitze etwas mehr Durchschlagskraft. Oder wie der ehemalige Deutsche Bundestrainer Berti Vogts gesagt hätte: Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.

Mit diesem Schachzug steigen allerdings auch der Druck und die Erwartungshaltung. Und damit die Fallhöhe. McSorley hat eine Top-4-Mannschaft hinterlassen, die mindestens in der Offensive strukturell verstärkt wurde. Der für Freund und Feind unberechenbare Linus Omark wird wohl mindestens für ein paar Monate für Unterhaltung sorgen. Spätestens wenn die Teams ihre defensiven Konzepte enger schnüren, dürfte sich der schwedische Dribbelkünstler aber zunehmend in der Peripherie verlieren.

Spektakel-Omark jetzt bei Servette

Trainer – Zweite Runde für Patrick Emond (55). In seiner ersten Saison hatte der Frankokanadier, der davor mit den Genfer Junioren Erfolge gefeiert hatte, keine Mühe mit Erwachsenen bekundet.

SportchefChris McSorley wurde von Präsident Laurent Strawson ganz aufs Abstellgleis geschoben. Sportchef ist nun Ex-Verteidiger Marc Gautschi (37), der gleich zu Beginn zwei Tausch-Geschäfte mit Lausanne machte und so zu den (kostspieligen) Nati-Stürmern Joël Vermin und Tyler Moy kam.

TransfersZuzüge: Daniel Manzato (G, Ambri), Tyler Moy (S), Joël Vermin (S, beide Lausanne), Linus Omark (S, Ufa). Abgänge: Robert Mayer (G, Davos), Eliot Antonietti (V, Ticino Rockets), Tim Bozon (S), Petr Cajka (S), Floran Douay (S), Guillaume Maillard (S, alle Lausanne), Jesse Tanner (S, La Chaux-de-Fonds), Jeremy Wick (S, SCRJ Lakers), Tommy Wingels (S, Rücktritt).

Ausländer – Die ehemaligen NHL-Schlachtrösser Fehr und Winnik sind wieder am Start. Und Verteidiger Tömmernes geht bereits in seine 4. Saison in Genf. Veredelt wird das Quartett durch Spektakelstürmer Linus Omark (33, ex Zug), der zuletzt in 5 Jahren bei Ufa in der KHL in 476 Spielen 429 Punkte skorte.

Linus Omark zeigt seine Kunst wieder in der Schweiz.
PIUS KOLLER

Trainer – Zweite Runde für Patrick Emond (55). In seiner ersten Saison hatte der Frankokanadier, der davor mit den Genfer Junioren Erfolge gefeiert hatte, keine Mühe mit Erwachsenen bekundet.

SportchefChris McSorley wurde von Präsident Laurent Strawson ganz aufs Abstellgleis geschoben. Sportchef ist nun Ex-Verteidiger Marc Gautschi (37), der gleich zu Beginn zwei Tausch-Geschäfte mit Lausanne machte und so zu den (kostspieligen) Nati-Stürmern Joël Vermin und Tyler Moy kam.

TransfersZuzüge: Daniel Manzato (G, Ambri), Tyler Moy (S), Joël Vermin (S, beide Lausanne), Linus Omark (S, Ufa). Abgänge: Robert Mayer (G, Davos), Eliot Antonietti (V, Ticino Rockets), Tim Bozon (S), Petr Cajka (S), Floran Douay (S), Guillaume Maillard (S, alle Lausanne), Jesse Tanner (S, La Chaux-de-Fonds), Jeremy Wick (S, SCRJ Lakers), Tommy Wingels (S, Rücktritt).

Ausländer – Die ehemaligen NHL-Schlachtrösser Fehr und Winnik sind wieder am Start. Und Verteidiger Tömmernes geht bereits in seine 4. Saison in Genf. Veredelt wird das Quartett durch Spektakelstürmer Linus Omark (33, ex Zug), der zuletzt in 5 Jahren bei Ufa in der KHL in 476 Spielen 429 Punkte skorte.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
38
45
81
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
38
29
69
3
Lausanne HC
Lausanne HC
37
33
68
4
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
38
4
65
5
HC Lugano
HC Lugano
36
24
62
6
ZSC Lions
ZSC Lions
37
19
61
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
37
-8
58
8
EV Zug
EV Zug
36
-7
56
9
SCL Tigers
SCL Tigers
37
3
51
10
SC Bern
SC Bern
37
-11
47
11
EHC Biel
EHC Biel
37
-16
46
12
EHC Kloten
EHC Kloten
37
-17
46
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
37
-38
41
14
HC Ajoie
HC Ajoie
38
-60
29
Playoffs
Qualifikationsspiele
Relegation Play-Offs
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen