Foto: Manuel Geisser

Dinos Check
Nach Kantersieg für Spieler – Klubs bezahlen Zeche

Die Lohnspirale im Schweizer Eishockey dreht sich weiter. Schuld daran sind ausnahmslos die Klubs: Sie halten sich an eine Absprache, die nur den Spielern dient.
Kommentieren
1/4
Berns Nr.-1-Verteidiger Ramon Untersander. Um ihn gehts hier aber gar nicht.
Foto: keystone-sda.ch
Dino Kessler

Vor Jahresfrist verwirft die Ligaversammlung mit dem Ergebnis von 9:3 eine Erhöhung des Ausländerkontingents in der National League. Es bleibt bei vier ausländischen Fachkräften pro Spiel und Mannschaft. Der Antrag mit dem Ziel, die exorbitanten Löhne der Schweizer Spieler zu torpedieren, wird nur von Bern, Davos und Lausanne unterstützt (die Sportfreunde aus Genf stimmen dagegen, obwohl sie den Antrag mit angestossen hatten).

Ein Jahr später kratzt die Diskussion um die Löhne der Schweizer Spieler an der nächsten Eskalationsstufe: Ein Verteidiger des SCB, der nicht Ramon Untersander heisst, möchte ab nächster Saison ungefähr 800'000 Franken (gerne auch etwas mehr) verdienen, allerdings möchte er das lieber nicht in der NHL (heftiger Konkurrenzkampf, ausserdem schon versucht und gescheitert) oder KHL (Russland) tun, sondern in der geschützten Lohnwerkstatt der Schweizer National League.

800'000 Franken – das ist mehr als der durch einen Tarifvertrag diktierte Mindestlohn in der NHL (700'000 Dollar) und sehr viel mehr, als ein knapp überdurchschnittlicher Verteidiger einen NL-Klub kosten sollte.

Verteidiger dieser Leistungsklasse sind ausserhalb des Schweizer Eishockey-Biotops in Hülle und Fülle vorhanden und würden viel weniger Geld kosten – aber halt eben eine Ausländerlizenz. Die Ausländerbeschränkung beruht übrigens auf einer losen Absprache unter den Klubs, rechtliche Grundlagen hat sie nicht. Das Verrückte? Diese Absprache wird von den Klubs eingehalten, obwohl sie ihnen keinerlei Vorteile bringt. Die liegen nämlich ausschliesslich auf Seiten der Spieler: Der Konkurrenzkampf um die besten Positionen ist für Schweizer Profis in der National League eine konstruierte Sorge, weil es dafür nicht genug gute Spieler gibt. Und in den Lohnverhandlungen haben sie stets das letzte Wort.

Die Klubs haben es im letzten Herbst verpasst, mit einer radikalen Änderung der Regeln die Karten neu zu mischen. Die Spieler haben diese Abstimmung mit 9:3 gewonnen. Ein Kantersieg, für den die Klubs heute noch die Zeche bezahlen. 

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
46
61
102
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
47
42
88
3
HC Lugano
HC Lugano
46
34
81
4
ZSC Lions
ZSC Lions
46
27
80
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
46
3
77
6
Lausanne HC
Lausanne HC
46
21
76
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
46
-14
67
8
EV Zug
EV Zug
46
-16
67
9
SC Bern
SC Bern
46
-4
64
10
SCL Tigers
SCL Tigers
46
4
64
11
EHC Biel
EHC Biel
46
-22
59
12
EHC Kloten
EHC Kloten
46
-23
53
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
46
-44
52
14
HC Ajoie
HC Ajoie
47
-69
39
Playoffs
Qualifikationsspiele
Relegation Play-Offs
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen