Der Grogg-Blog
Meistertrainer verdienen Sicherheit

Der ehemalige Eishockey-Profi Stefan Grogg (48) lebt mit der degenerativen Nervenkrankheit ALS. Er schreibt im Rhythmus von drei Wochen Kolumnen für SonntagsBlick.
Publiziert: 19.02.2023 um 12:37 Uhr
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Sean Simpson: Ein Jahr nach dem Titel mit dem EVZ war Schluss.
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Aufgrund seiner Erkrankung bewegt Stefan Grogg den Cursor auf seinem Bildschirm mit den Augen.
Stefan Grogg

Was haben die Trainer Simpson, Huras, Törmänen und Jalonen gemeinsam? Sie alle brachten es in der Schweiz zu Meisterehren. Allerdings erhielten sie auch allesamt in einem Folgejahr nach ihren Titeln den blauen Brief. Ist zwar nichts Neues, wie jemand im Sportbusiness innerhalb kürzester Zeit vom Messias zum Buhmann mutieren kann. Dennoch ist diese Anhäufung von so rasch in Ungnade gefallenen Erfolgscoaches auffällig. Wie kommt das?

Nach wie vor – oder sogar mehr denn je – hat man als Spieler nach einem Meistercoup beste Vorsätze. Trotzdem wird dem Übungsleiter vielleicht ab und an nicht mehr nur stets mit grösster Aufmerksamkeit zugehört. Dies geschieht fast immer unbewusst und ist mit keinerlei verwerflichen Absichten verbunden. Doch die paar PS, die aufgrund dieser subtilen Genügsamkeit der Leistung abgehen, schlagen sich in den Resultaten nieder. Auch wenn meist nur kurzfristig.

Will man eine langanhaltende Leistungskultur erhalten, so braucht es unumstössliche Richtpfeiler, hinter denen sich kein Teammitglied verstecken kann. Ein Meistertrainer verdient eine aussergewöhnliche Jobsicherheit. Speziell im Fall von EVZ-Coach Dan Tangnes, der als Erster seit Alpo Suhonen 1996 mit Kloten in unserer Liga den Titel verteidigen konnte. Ein sagenhaftes Husarenstück!

Die Innerschweizer haben alles richtiggemacht, indem der Kontrakt mit Tangnes rechtzeitig verlängert wurde. Selbst falls der amtierende Champion in dieser Saison mit seiner Kampagne früh Schiffbruch erleidet: Durch die Strategie der Kontinuität auf dem Cheftrainer-Posten verschafft sich der EVZ die besten Chancen, baldmöglichst erneut nach den Sternen zu greifen.


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