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Der Grogg-Blog
Angriff ist die beste Verteidigung

Der ehemalige Eishockey-Profi Stefan Grogg (48) lebt mit der degenerativen Nervenkrankheit ALS. Er schreibt im Rhythmus von drei Wochen Kolumnen für SonntagsBlick.
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Das Tor, das um die ganze Welt ging: Orr trifft für Boston gegen St. Louis.
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Aufgrund seiner Erkrankung bewegt Stefan Grogg den Cursor auf seinem Bildschirm mit den Augen.
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Stefan Grogg

Die Rolle des Offensiv-Verteidigers wurde erst durch den Superstar der Boston Bruins, den legendären Bobby Orr, so richtig populär. Orrs unwiderstehlichen Sololäufe haben in der Szene Kultstatus. Für ewig in unseren Köpfen: Das Bild seines horizontal durch die Luft fliegenden Torjubels zum Stanley Cup Sieg 1970 gegen die St. Louis Blues. Das wohl bekannteste Eishockey-Foto überhaupt.

Für Abwehrspieler wars bis dahin weitestgehend verpönt, sich aktiv ins Angriffsspiel einzubringen. Genau das ist hingegen heute eine Voraussetzung im Repertoire des modernen Verteidigers. Sogar eine mögliche Verwundbarkeit der Defensive wird dafür in Kauf genommen.

Auch Verteidiger brauchen spielerische Qualität

Dennoch gibt es die Zunft der Primär-Tore-Verhinderer nach wie vor. Im Jargon werden sie neuerdings «Shutdown-Defensemen» genannt. Ungeachtet der strategischen Spielausrichtung einer Hintermannschaft: Die spielerische Qualität darf nichts zu wünschen übriglassen.

Ein negatives Beispiel bot das Team Kanada am Spengler Cup. Die Ahornblätter konnten sich nicht mehr wie üblich aus einem üppigen Reservoir an Importspielern in der Schweiz bedienen. Also meinte man sich zu helfen wissen, indem praktisch die gesamte Verteidigung aus der zweitklassigen AHL rekrutiert wurde. Blöderweise liessen auch die dortigen Klubs nur Spieler der zweiten Garde ziehen.

Das Ergebnis haben wir in der Altjahrswoche zur Kenntnis genommen. An Siegeswillen fehlte es den Kanadiern noch nie. Wird aber ihr Sturm nicht mit ausreichend Pucks versorgt, sind auch sie dauerhaft auf verlorenem Posten. Angriff ist halt nicht nur die beste Verteidigung. Eine souveräne und abgeklärte Verteidigung bringt stets auch den besten Angriff mit sich.

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
42
53
90
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
43
41
81
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
43
10
76
4
HC Lugano
HC Lugano
43
27
75
5
ZSC Lions
ZSC Lions
43
23
74
6
Lausanne HC
Lausanne HC
45
18
73
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
43
-12
64
8
EV Zug
EV Zug
43
-12
64
9
SCL Tigers
SCL Tigers
44
2
60
10
SC Bern
SC Bern
43
-9
59
11
EHC Biel
EHC Biel
43
-20
55
12
EHC Kloten
EHC Kloten
43
-21
50
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
42
-42
46
14
HC Ajoie
HC Ajoie
44
-58
39
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