Das meint BLICK
Raffainer muss kreativ werden

Der SC Bern ist im Elend. Der Letzte stolpert von Pleite zu Pleite. Viel Handlungsspielraum hat man wegen der Corona-Krise aber nicht. Weil das Geld fehlt, sind Ideen gefragt, findet BLICK-Eishockey-Chef Stephan Roth.
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BLICK-Eishockey-Chef Stephan Roth.
Stephan Roth

Seit Dienstag ist Raeto Raffainer Sportdirektor beim SCB. Oder Chief Sport Officer, wie das heutzutage heissen muss. Und was bekommt er von seinem neuen Klub als Erstes zu sehen? Ein Pleite. Gegen Rapperswil-Jona! Bonjour!

Es wäre auch zu schön gewesen, hätte allein sein Jobantritt die sportliche Realität auf den Kopf gestellt. Und die sieht düster aus. Die Tabelle lügt nicht. Jene vier Teams, die letzte Saison die Playoffs verpassten, belegen ­erneut die hintersten Plätze. Mit Abstand. Der SCB ist Letzter und wird nicht plötzlich Sieg an Sieg reihen, weil er vor bald zwei Jahren noch Meister war.

Wo kann Raffainer den Hebel ansetzen? Die gängigen Massnahmen wurden schon ergriffen. Trainer-Fehlgriff Don Nachbaur ist längst weg, und mit ­Jesper Olofsson wurde ein vierter Ausländer (als Haas-Ersatz) engagiert. Und den im Schweizer Eishockey verbreiteten ­Ansatz, Probleme mit Geld zu lösen, kann der Klub, dessen Haupteinnahmequelle – die zahlenden, essenden und trinkenden Kunden – wegen Corona derzeit versiegt ist, im Moment auch vergessen. Schon die Kosten der Verpflichtung Raffainers sorgten für Diskus­sionen bei jenen, die auf Rückforderungen für ihre Saisonabos verzichteten.

Raffainer muss also kreativ werden. Dass er dazu in der Lage ist, hat er davor als Sportchef in ­Davos gezeigt. Der Spielertausch, bei dem er Luca Hischier und Lindgren für Nussbaumer und Ullström nach Biel schickte, hat dem HCD (und auch den Seeländern) gut getan.

Weil nahezu alle Spieler hinter den Ansprüchen herhinken, wird es für den SCB nicht einfach werden, Abnehmer zu ­finden. Aber auch bei der Konkurrenz hat es Sorgenkinder, bei denen ein Tapetenwechsel Wunder wirken könnte. Raffainer kennt sie bestimmt und könnte seiner Sportchefin Florence Schelling unter die Arme greifen.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
52
-75
42
Playoffs
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