Niederreiter über Josi
«Beim Abschied sind Tränen geflossen»

Sie sind Freunde seit der Jugend, spielen miteinander und gegeneinander und teilen sich in der Nati das Hotelzimmer: Nino Niederreiter und Roman Josi.
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Zwei Freunde fürs Leben: Roman Josi und Nino Niederreiter zusammen bei den Nashville Preds.
Foto: Sven Thomann
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Marcel W. PerrenReporter Sport

Wenn alles planmässig läuft, werden Nino Niederreiter und Roman Josi als erste Schweizer den Sprung in den elitären 1000er-Klub der NHL schaffen. Niederreiter hat bis jetzt 992 Spiele in der besten Eishockey-Liga der Welt bestritten, Josi hat 974 NHL-Partien auf dem Buckel.

Der Flügelstürmer aus dem Bündnerland und der Verteidiger aus dem Bernbiet sind seit ihrer Jugendzeit dicke Freunde. Erstmals begegnet sind sich die beiden bei einem Zusammenzug der Schweizer Junioren-Nati. «Roman ist mir damals sofort ins Auge gestochen, weil er lange, buschige Haare gehabt hat. Und ich habe nach unserer Unterhaltung gemerkt, dass er ein super Typ ist», erinnert sich Niederreiter und hält fest, «dass wir uns seither immer ein Hotelzimmer teilen, wenn wir mit Nati unterwegs sind.

Legendär ist das, was sich im Frühling 2013 anlässlich der WM in Stockholm in der WG Josi/Niederreiter abgespielt hat. «Roman und ich hatten damals das besondere Ritual, in dem wir vor dem Einschlafen immer das kubanische Volkslied «Guantanamera» gesungen haben. Vielleicht haben wir ja auch deshalb WM-Silber gewonnen». Weniger gut war die Stimmung in ihrem Doppelzimmer, als Josi und Niederreiter elf Jahre später bei der WM in Tschechien mit der Nati erneut mit Silber ausgezeichnet wurden. «Nachdem wir den Final gegen Gastgeber Tschechien verloren haben, stellten wir uns gemeinsam vor den Spiegel und sagten: Verdammt, wir sind die ewigen Zweiten!

Teamkollegen für kurze Zeit

Für kurze Zeit haben der ehemalige EHC Chur- und SCB-Junior auch in der NHL beim selben Klub zusammengespielt. Josi war 2022 massgeblich daran beteiligt, dass Niederreiter von Carolina nach Nashville wechselte. Obwohl «El Nino» für die Predators in 56 Spielen 38 Skorerpunkte verbuchte, war seine Zeit in Nashville bereits nach vier Monaten abgelaufen. Niederreiter wurde nach Winnipeg transferiert. «Ich habe jeden Tag genossen, mit dem ich mit Roman in Nashville zusammenspielen konnte. Entsprechend schmerzhaft war es, als ich bei einem Auswärtsspiel in Arizona die Nachricht erhalten habe, dass man mich nach so kurzer Zeit bereits wieder traden würde. Es sind Tränen geflossen, als ich mich von Roman verabschiedet habe».

Am Samstag kam es anlässlich des Gastspiels der Winnipeg Jets in Nashville zum Wiedersehen zwischen Josi und Niederreiter. Niederreiter hat mit zwei Toren und dem 5:2-Sieg das bessere Ende für sich. Er hat schon vor diesem Spiel verraten, dass die Freundschaft in diesen Duellen auf Eis gelegt wird. «Roman hat von mir schon ein paar Cross- oder Ellenbogenchecks kassiert. Deshalb hat er mich nach den Spielen auch schon mit ‹Nino, spinnst du eigentlich?› begrüsst. Aber was soll ich machen? Ein überragender Verteidiger wie er lässt mich ja nicht freiwillig vor sein Tor.»

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