Jetzt reist Navarro aus persönlichen Gründen erstmal aus dem Nati-Camp ab. Er hofft aber für das zweite Testspiel in dieser Nati-Pause wieder zurück zu sein. Das findet am Dienstag um 12:00 Uhr gegen Wales statt. Ich hoffe dich dann wieder hier begrüssen zu dürfen. Bis dahin noch einen schönen Abend und eine gute Nacht.
Die Schweizerinnen gefallen mit schönen Kombinationen im Mittelfeld, doch sobald sich die Spielerinnen in Richtung Tor der Belgierinnen bewegen ist Schluss. Zu wenig gefährlich werden die Nati-Kickerinnen, um heute ein besseres Ergebnis zu erzwingen. Dass Lehmann einen Fehler in der belgischen Defensive zum Ausgleich nutzen kann, wird nur wenige Minuten später mit einem Konter wieder zunichtegemacht. De Caigny köpft Belgien erneut zur Führung und damit auch zum Sieg. Trotzdem kann man die Handschrift von Navarro erkennen – jetzt geht es darum, aus dem Ballbesitz sich auch effektive Möglichkeiten zu erspielen.
Navarro ist der erste Trainer seit Nils Nielsen, der seine Auftaktpartie mit der Schweizer Nati nicht gewinnen kann. Die Schiedsrichterin aus Uruguay pfeift nämlich in diesem Moment ab. Die Schweiz verliert gegen Belgien mit 1:2.
Belgien bekommt nochmals einen Eckball und auch Wandeler wird den noch verteidigen! Sie kommt für die letzten Sekunden für Beney auf den Platz.
Ich weiss ja nicht, was ich davon halten soll, dass die belgische Schlussfrau nach einem Schiedsrichter-Ball die Kugel an der Grundlinie hält und Zeitspiel betreibt. Die Nachspielzeit ist auf jeden Fall gleich um.
Die Belgierinnen versuchen den eigenen Strafraum zu betonieren und werfen sich in jeden Schuss. Es gibt vier Minuten Nachspielzeit. Was ist noch möglich?
Nach einem Eckball nimmt Reuteler den geklärten Ball direkt und haut das Leder deutlich über das Tor. Das symbolisiert ungefähr den heutigen Auftritt der Schweizerinnen. Sehr bemüht, aber dabei schaut nicht wirklich viel raus.
Wie schlecht willst du einen Eckball ausführen? Ja! Lehmann und Schertenleib verlieren die Kugel an der Eckfahne mit einem Horror-Pass. Sofort schalten die Belgierinnen wieder auf Konter um. Sow wirft sich am Ende im eigenen Fünfer in einen Schuss und kann die Situation gerade noch entschärfen.
Nächster Wechsel bei der Schweiz. Sow kommt für Xhemaili ins Spiel. Die Kamera nimmt das «guter Job» von Navarro in Richtung Xhemaili auf. Geht noch was bei den Schweizerinnen?
Tor Belgien, De Caigny 2:1!
Das geht viel zu einfach! Belgien startet einen Konter und die Flanke kommt sehr lang an den zweiten Pfosten. Calligaris steht da eigentlich ganz nah an De Caigny. Doch im Stile einer Statue schaut die Verteidigerin zu, wie die Belgierin die Rübe hinhält und Belgien wieder in Führung köpft. Auch Peng wird da aus spitzem Winkel überwunden.
Bitteres Debüt für den neuen Nati-Trainer Rafel Navarro. Sein Team bestimmt das Spiel eigentlich über weite Strecken, doch am Ende jubelt Belgien.
Die Belgierinnen zeigen sich nicht nur enorm effizient, die Schweiz macht es ihnen aber auch leicht. Beim Siegtor in der 72. Minute durch De Caigny verteidigt die Nati enorm schwach. Calligaris schaut ihrer Gegenspielerin nur zu, wie diese per Kopf einnetzt.
Und beim 0:1 in der ersten Halbzeit sieht Livia Peng etwas unglücklich aus. Zwar fälscht Calligaris den Ball noch unglücklich ab, doch die Schweizer Torhüterin ist dran und könnte den Ball auch um den Pfosten lenken.
Das Positive aus Sicht der Schweiz: Man hat deutlich mehr Ballbesitz als die Gegnerinnen. Im letzten Drittel fehlt dann oft die letzte Konsequenz. Nicht so, als ein Joker von Navarro sticht. Vier Minuten nach ihrer Einwechslung nutzt Alisha Lehmann einen Bock in der belgischen Abwehr aus und trifft zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
Länge hält das 1:1 aber nicht. Und auch nach dem 1:2 wird die Nati nicht mehr ganz zwingend vor dem belgischen Tor. So endet das Debüt von Rafel Navarro in einer Niederlage.
36. Minute, Laura Deloose, 0:1. Nach einem langen Ball aus der Abwehr zieht Deloose nach innen und aus gut 16 Metern ab. Calligaris schmeisst sich in den Abschluss und lenkt unglücklich ab. Peng ist noch dran, kann aber nicht mehr entscheidend abwehren.
64. Minute, Alisha Lehmann, 1:1. Slapstick in der belgischen Abwehr! Die Belgierinnen können den Ball im eigenen Strafraum nicht richtig klären und schiessen sich gegenseitig ab. Alisha Lehmann profitiert und trifft von der rechten Seite in die linke untere Ecke zum Ausgleich.
72. Minute, Tine De Caigny, 1:2. Nach einem Konter bringt Dhont eine hohe Flanke in den Strafraum. Peng bleibt im Kasten und Calligaris schaut nur zu. De Caigny profitiert und nickt aus kurzer Distanz ein.
Sydney Schertneleib. Die Barça-Spielerin zieht im Mittelfeld die Fäden und stellt einige Male ihre gute Technik unter Beweis. Sie gibt das Tempo des Schweizer Spiels vor.
Svenja Fölmli. Die Stürmerin kommt überhaupt nicht ins Spiel und wird zur Pause ausgewechselt.
Nach dem Spiel wird der neue Trainer Rafel Navarro das Camp vorübergehend verlassen. Aus traurigem Grund: Der Gesundheitszustand seines Vaters. Athletikcoach Norbert Callau leitet in Navarros Abwesenheit die Trainings, auf das zweite Testspiel am Dienstag soll der Cheftraner dann wieder zurück sein.
Die Nati muss an diesem Freitagabend ohne Captain Lia Wälti auskommen. Die Mittelfeldspielerin von Juventus verpasst die Partie gegen Belgien aufgrund von muskulären Problemen.
Silvia Giselle aus Uruguay leitet die Partie. Sie macht auch ohne VAR und Torlinientechnik einen guten Job und hat das Spiel im Griff.
Es werden Erinnerungen ans Corona-Jahr 2020 wach. Geisterspiel-Stimmung in Jerez. Im weiten Rund des gut 20’000 Fans fassenden Estadio Municipal de Chapín herrscht gähnende Leere. 85 Leute sollen insgesamt im Stadion sein.
Ein Länderspiel steht im Kalenderjahr 2025 noch an. Am Dienstag trifft die Schweiz um 12 Uhr ebenfalls in Jerez auf Wales.