Darum gehts
- Nathan P. wegen Auftragsmord angeklagt, Urteil wird heute verkündet
- Verteidigung plädiert auf Freispruch trotz belastender digitaler Spuren
- Staatsanwältin fordert 15 Jahre Haft für den Angeklagten
Die Beweise gegen Nathan P.* sind erdrückend: Die Zürcher Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen vor, einen Auftragsmörder engagiert zu haben, um Valerie M.*, seine Ex-Partnerin und Mutter seiner Kinder, zu töten. Digitale Spuren auf seinem Laptop belegen gemäss Anklage die intensive Recherche nach einem Killer, die Kontaktaufnahme und mehrere Bitcoin-Zahlungen. Doch trotz der scheinbar wasserdichten Indizien plädiert die Verteidigung auf Freispruch. Am Dienstag um 16 Uhr wird das Urteil vom Bezirksgericht Affoltern verkündet.
Nathan P.s Anwalt Markus Oertle, ein ehemaliger Staatsanwalt, verfolgte dabei eine aggressive Strategie, stellte die Beweislage infrage – und der Angeklagte selbst lenkte die Aufmerksamkeit auf einen anderen Verdächtigen.
Staatsanwältin fordert 15 Jahre Haft
Er behauptete vor Gericht, dass ein gewisser Adam, ein flüchtiger Bekannter aus einer Bar, seinen Laptop manipuliert haben könnte. «Er ist die einzige Person, die mir einfällt, die diese Delikte verübt haben könnte», sagte er.
Schliesslich attackierte die Verteidigung auch die gesamte Ermittlungsarbeit. Die Staatsanwältin widersprach dem vehement. Sie fordert 15 Jahre Haft für Nathan P. Mehr als zehn Stunden dauerte die Verhandlung am 16. Januar. Für Nathan P. gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.
* Namen geändert