Darum gehts
- Tiktok-Trend «Scientology-Run» erreicht Zürich, Jugendliche rennen durch Kirchengebäude
- Scientology-Kirche kritisiert Aktionen als illegal und fordert Polizeieinsatz
- Teilnehmende riskieren Hausfriedensbruch-Anklagen, trotz hoher Klickzahlen
Sie laufen, kichern und filmen: Auf Tiktok sorgt ein neuer Trend bei Scientology für rote Köpfe. Konkret geht es um den sogenannten «Scientology Run».
Das Ziel: Rein ins Gebäude und so weit vordringen wie möglich. Auf der Videoplattform finden sich aktuell zahlreiche Videos. Dabei ist zu sehen, wie die Jugendlichen in die Räumlichkeiten laufen, während Angehörige von Scientology versuchen, sie zu stoppen. In einer Aufnahme ist zu hören, wie ein junger Mann überrascht sagt «Oh, es ist echt schön hier.»
«Scientology-Run» in Zürich geplant
Scientology bezeichnet die Vorfälle gegenüber der «Los Angeles Times» als «Hassverbrechen» und hat die Polizei von Los Angeles aufgefordert, Verhaftungen vorzunehmen.
Nicht nur in den USA gibt es den Tiktok-Trend, sondern auch in der Schweiz. In Zürich ist bald ein «Scientology Run» geplant, wie auf Social-Media-Kanälen verkündet wurde.
Jürg Stettler, Präsident der Scientology-Kirche Zürich sagt im Gespräch mit Blick, dass auch er von dem Trend gehört hat. «So etwas ist absolut unverständlich und illegal», so Stettler. Und weiter: «Sogar Scientology-Kritiker raten von solchen Taten ab.»
«Das ist Hausfriedensbruch und strafbar»
Dass auch in Zürich eine solche Aktion geplant sei, habe er nicht gewusst. Man werde in diesem Fall aber entsprechend reagieren. Stettler zu Blick: «Wir werden auch die Polizei bitten, vor Ort zu sein, sollte hier wirklich so etwas passieren.» Hierbei handle es sich nicht einfach um einen harmlosen Streich. «Das ist Hausfriedensbruch und strafbar.»
Man könne Scientology gut oder schlecht finden. Das aber entbehre jegliche Diskussionsgrundlage und sei einfach nur «jenseits», sagt er.