Neue Unterkünfte in Horgen
Flüchtlinge kommen in Häuser mit Sicht auf Zürichsee

Die Gemeinde Horgen mietet zwei Liegenschaften am idyllischen Seeufer – um darin Asylsuchende unterzubringen. Die Kosten für Umbauarbeiten belaufen sich insgesamt auf rund 230'000 Franken. Weiter sind Holzbauelemente als Unterbringungsmöglichkeit angedacht.
Publiziert: 28.08.2023 um 15:08 Uhr
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Aktualisiert: 16.10.2023 um 16:44 Uhr
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In diesem Haus in Horgen ZH sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

Am beschaulichen Horgener Seeufer herrscht Zeitdruck. Die Zürcher Gemeinde hat zwei Häuser am See gemietet – darin sollen Asylsuchende einquartiert werden, wie die «Zürichsee-Zeitung» berichtet. 

Im Juni hat die Gemeinde bereits ein Haus an der Seestrasse angemietet – dieses soll jetzt zu einer geeigneten Unterkunft für Familien und Einzelpersonen umgebaut werden. In der Liegenschaft hat es auf drei Stockwerken Wohnraum für 1 bis 2 Personen: Neu soll eine Küche wieder funktionstüchtig gemacht und die Badezimmer renoviert werden. Die derzeitigen Lagerräume sollen ebenfalls zu Zimmern umgestaltet werden.

Das Haus bietet so insgesamt Platz für 10-12 Personen. Ziel sei es, zwei vierköpfige Familien unterzubringen, sagt Alex Primoceri, Immobilienverwalter der Gemeinde Horgen, zur Zeitung. Kostenpunkt des Ausbaus und der Einrichtung: 152'000 Franken, die der Gemeinderat als gebundene Ausgabe gesprochen hat. 

Grosse Herausforderung für Gemeinde

Weil die Aufnahmequote im Juni auf 1,3 Prozent angehoben wurde, muss die Gemeinde neuerdings 307 Asylbewerber unterbringen. Derzeit leben 295 Geflüchtete in Horgen. Und dieser Platz muss erst mal geschaffen werden.

Eine zweite Liegenschaft in der Nähe des Zentrums konnte ebenfalls erfolgreich angemietet werden. Dabei handelt es sich um eine Haushälfte, die ebenfalls drei Stockwerke hat. Nach einem entsprechenden Umbau soll sie Platz für insgesamt 19 Asylsuchende bieten. Die Bewohner erwarten eine grosse Gemeinschaftsküche und ein Wohn- und Essbereich. Duschen müssen noch eingebaut werden.

Hinzu kommen damit weitere 79'000 Franken. Sobald eine Bewilligung vorliegt, starten auch diese Umbauarbeiten. Wann das sein wird, kann Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» noch nicht sagen.

Neue Asylstrategie erarbeitet

Die Gemeinde steht ausserdem noch mit zwei weiteren Liegenschaftsbesitzern in Kontakt. Um welche es sich dabei handelt, will Oberhänsli noch nicht verraten. Am besten sei es natürlich schon, wenn keine grossen Umbauten mehr vorgenommen werden müssten.

Im Zuge einer neu erarbeiteten Asylstrategie setzt die Gemeinde zudem auf Holzbauelemente als weitere Unterbringungsmöglichkeit. Für dieses Projekt plant die Gemeinde entsprechende Mittel ein. «Wir haben das Kontingent zwar erreicht», das könne sich jedoch jederzeit ändern. In solchen Fällen möchte die Gemeinde vorbereitet sein. (ene)

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