Anna Baptista zur Diagnose: «Ich werde noch einmal sehr fest kämpfen müssen»(03:08)

Wie sich die Luzernerin Anna Baptista (39) nach dem Krebs-Rückschlag zurück ins Leben kämpft
«Bin zu jung, um zu sterben»

Eine Routineuntersuchung stellt das Leben von Luzernerin Anna Baptista auf den Kopf. Sie bekommt die Schockdiagnose: Lymphknoten-Krebs! Die Chemotherapie beginnt sofort und schlägt an: Sie scheint geheilt. Doch dann kommt alles anders.
Publiziert: 18.04.2024 um 11:45 Uhr
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Aktualisiert: 18.04.2024 um 14:15 Uhr
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Anna Baptista hat eine Achterbahn der Gefühle hinter sich. Vor zwei Jahren wurde bei ihr Lymphknoten-Krebs diagnostiziert.
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Johannes HilligRedaktor News

Plötzlich war alles anders. Dabei sollte es nur eine Routineuntersuchung beim Frauenarzt werden. Doch der Besuch vor zwei Jahren endete für Anna Baptista (39) aus Reussbühl LU mit einem furchtbaren Befund. «Auf dem Ultraschallbild waren viele kleine schwarze Flecken zu sehen. Ich hatte mehrere Tumore im Unterleib», sagt die gelernte Pflegeassistentin zu Blick. Die Diagnose: Lymphknoten-Krebs!

Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf. «Warum gerade ich? Was habe ich falsch gemacht? Ich bin doch viel jung, um jetzt zu sterben.» Für Baptista beginnt eine harte Zeit. Zahlreiche Spitalaufenthalte, Schmerzen, Bluttransfusionen. Sie verliert ihre Haare, findet kaum die Kraft, um aufzustehen. «Ich habe in der Zeit bei meinen Eltern gewohnt. Es war wirklich schlimm.»

«Ich war voller Lebenslust»

Doch die Tortur zahlte sich aus. Die Chemo schlug an – und wie. Im Juli 2023 erklärten die Ärzte ihren Körper für krebsfrei. «Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich war einfach so unfassbar glücklich und dankbar.» Alle drei Monate wurde noch überprüft, ob der Krebs zurückkommt. Zunächst sah es gut aus. «Ich war voller Tatendrang und Lebenslust. Ich wollte mir endlich meinen Traum erfüllen und als Musik-Managerin arbeiten.»

Doch schon nach sechs Monaten folgte die Hiobsbotschaft: Der Krebs war wieder da. Und er schien noch stärker als zuvor. «Ich hatte auch einen Tumor in der Lunge.» Und erneut begann eine Spital-Odyssee für Baptista.

Ihr Körper wird auf null gesetzt

Jetzt sollte eine Stammzellentherapie, den Krebszellen den Garaus machen. «Im Grunde wird mein gesamter Körper auf null gesetzt und alles zerstört und dann neu aufgesetzt mithilfe der Stammzellen. Nur so kann ich die Hochdosis Chemo überleben und der Krebs nichts.»

So funktioniert eine Stammzelltransplantation?

Anna Baptista bekommt eine Stammzelltransplantation. Vor einer hochdosierten Chemotherapie werden dafür gesunde Blut-Stammzellen entnommen und eingefroren werden. Nach der Therapie werden ihr diese wieder zurückgegeben. Nach der Stammzelltransplantation nehmen die Spenderzellen im Knochenmark ihren Platz ein und beginnen, das Immun- und das blutbildende System des Patienten neu aufzubauen. Die autologe Stammzelltransplantation wurde in den 70er-Jahren eingeführt. Sie macht eine Hochdosis-Chemotherapie, die Anna Baptista noch bevorsteht, erst möglich und erhöht auch die Heilungschancen bei Krebs.

Anna Baptista bekommt eine Stammzelltransplantation. Vor einer hochdosierten Chemotherapie werden dafür gesunde Blut-Stammzellen entnommen und eingefroren werden. Nach der Therapie werden ihr diese wieder zurückgegeben. Nach der Stammzelltransplantation nehmen die Spenderzellen im Knochenmark ihren Platz ein und beginnen, das Immun- und das blutbildende System des Patienten neu aufzubauen. Die autologe Stammzelltransplantation wurde in den 70er-Jahren eingeführt. Sie macht eine Hochdosis-Chemotherapie, die Anna Baptista noch bevorsteht, erst möglich und erhöht auch die Heilungschancen bei Krebs.

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Die Erfolgschancen sind hoch, liegen laut den Ärzten von Baptista bei über 80 Prozent. «Es ist gut, dass ich noch relativ jung bin.» Am Dienstag ist es so weit. «Dann geht die extrem starke Chemo los.» Am 30. April beginnt dann die Stammzellen-Transplantation. «Es wird wieder eine harte Zeit, aber ich gebe nicht auf.» Für sie ist klar: Sie wolle noch so viel im Leben machen, sehen, erleben.

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«Ich bin schon jetzt total gerührt»

Die zwei Jahre haben sie nicht nur körperlich, sondern auch finanziell belastet. «Die Krankenkasse übernimmt ein Medikament nicht und einen Teil der Behandlungskosten muss ich übernehmen, da meine Franchise hoch ist und leider nicht runtergesetzt werden konnte.» Sie bekomme Krankentagegeld, aber nicht viel. «Es reicht gerade so, um meine Miete und ein, zwei Rechnungen zu zahlen. Es bleibt praktisch nichts am Ende übrig.»

Darum kam ein Freund auf die Idee, eine Spendenaktion zu lancieren. «Er erzählte mir davon. Es hat mich Überwindung gekostet, aber ich dachte, dass ich es mal probiere.» Bis jetzt sind schon über 11'000 Franken zusammengekommen. «Die Resonanz hat mich total überwältigt. Ich hätte nie gedacht, dass so viel Geld gespendet wird.»

Das Ziel sind 50'000 Franken. Aber das sei nur ein Wert. «Man musste ein Ziel eingeben und ich habe das mal angegeben, ohne wirklich damit zu rechnen, dass so viel zusammenkommt. Ich bin schon jetzt total gerührt von den vielen Spenden.» Der Rückhalt ihrer Familie, von Freunden und den Spendern gibt ihr die Kraft, weiterzumachen und den Kampf gegen den Krebs zu führen.

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