«Freuen uns auf Musik, die wir kennen»
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Trio freut sich auf Musik:«Für die ü50-Party waren wir schon zu alt»

Ü60-Partys voll im Trend – retten Senioren die Clubszene?
«Unsere Zeit ist noch nicht abgelaufen»

Während die Jungen seltener Clubs besuchen, entdecken ältere Generationen das Nachtleben neu – Partys für Babyboomer boomen. Retten sie jetzt die Clubszene?
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Für Seniorinnen und Senioren öffnen sich vermehrt die Türen, um aktiv am Nachtleben teilzunehmen.
Foto: Siggi Bucher

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Auf der Tanzfläche strahlen Discolichter in allen Farben. Die Gäste tanzen zu Klassikern von Bands wie den Beatles oder den Rolling Stones. Sie lachen, singen, jeder tanzt mit jedem. Die Eventlocation Caribbean Pearl in Winterthur ZH feiert eine Premiere: eine Partynacht speziell für Oldies. Mit der Partyreihe «Senioren Tanzen» hat sich der Veranstalter zum Ziel gesetzt, solche Discos in der ganzen Schweiz zu organisieren.

«Wir sind immer noch dynamisch und gehen gerne feiern», erzählt Andrea (62). Besonders freue sie sich auf Songs aus der Zeit ihrer Jugend. «Wir sind fit, aktiv und möchten etwas unternehmen. Für uns ist die Zeit noch lange nicht vorbei. Wir haben weiterhin Lust, zu feiern und das Leben zu geniessen», erklärt sie.

Neue Trends im Nachtleben

Das Freizeitverhalten der Generationen erlebt einen spürbaren Wandel: Während die Generation Z seltener feiern geht und weniger Alkohol konsumiert, öffnen zeitgleich die Türen für Seniorinnen und Senioren. Sie wollen aktiv am Nachtleben teilhaben. Die Club-Müdigkeit der Jugendlichen ist deutlich spürbar, wie die Resultate einer repräsentativen Umfrage von Watson mit 7863 Teilnehmenden zeigen.

50 Prozent der Befragten im Alter zwischen 16 und 30 besuchen höchstens einmal pro Monat Bars oder Clubs. 16 Prozent tun dies nie. Die Mehrheit trifft sich lieber im privaten Rahmen mit Freunden und Bekannten. Dabei spielen auch die finanziellen Mittel eine bedeutende Rolle: 53 Prozent der Jungen geben an, dass Clubbesuche zu teuer sind. Hinzu kommt der Trend zu einem gesunden Lebensstil, der das Partyverhalten zusätzlich beeinflusst.

Events sollen Nachtleben neu beleben

Junge Menschen gehen heute seltener aus, das sei eine Tatsache, erklärt die Urban Agency Events AG, die die Partyreihe «Senioren Tanzen» organisiert. Aus diesem Grund versuche man nun mit verschiedenen Events die Clubszene aufzufrischen. Die Babyboomer hätten lange keinen richtigen Platz zum Tanzen gehabt. «Sie möchten in echten Discos feiern, unter Menschen kommen, neue Leute kennenlernen und das Leben geniessen.» Die Partys für Seniorinnen und Senioren würden von Event zu Event beliebter werden. Wenn der Abend für die Besuchenden ein Erfolg sei, würden sie die Events weiterempfehlen, was schliesslich zu steigenden Besucherzahlen führe. Inzwischen seien auch erste Stammgäste dabei. «Ziel ist es nun, dass dieses Konzept bald schweizweit funktionieren wird.»

Auch weitere Anbieter wie Tanzparty40 und «uepartys» setzen auf Veranstaltungen für ältere Generationen. Das Sudhaus in Basel bietet seit Herbst 2025 in Kooperation mit der Pro Senectute Basel die Partyreihe «Silver Groove» an. Die Idee sei im Nachgang zur grossen ESC-Ü60-Party in Basel entstanden, erklärt Michael Harr, Geschäftsleiter der Pro Senectute Basel.

Ziel sei es, Einsamkeit zu reduzieren, soziale Kontakte zu fördern und Lebensfreude im Alter zu stärken. Der Wunsch nach sozialen Kontakten und weniger Einsamkeit sowie auch ein wachsendes Bedürfnis nach aktiver, selbstbestimmter Freizeit im Alter sei hoch. «Die Silver Groove Partys sind extrem gut besucht und die Rückmeldungen sehr positiv.» Die Teilnehmenden würden vor allem die ungezwungene Atmosphäre, die Gemeinschaft und die Lebensfreude schätzen.

Für die Urban Agency Events AG ist klar: Die Clubszene stecke nicht in einer Krise, vielmehr habe sich das Bedürfnis aktuell auf andere Personen verlagert. Dass Clubs nicht laufen, liege nicht daran, dass die Menschen weniger feiern möchten, sondern daran, dass Clubinhaber nicht nachvollziehen könnten, wie sich der Markt verändere. «Wer mithalten möchte, muss die neuen Bedürfnisse verstehen und innovativer werden.»

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