Darum gehts
- 40 Tote und 116 Verletzte bei Brandkatastrophe in Crans-Montana an Silvester
- Schweiz gedenkt am 9. Januar mit Schweigeminute und Gedenkanlässen
- Um 14 Uhr läuten Kirchenglocken fünf Minuten
Unzählige Blumen, Kerzen und Plüschtiere liegen an der Gedenkstelle. Sie erinnern an die 40 jungen Menschen, die in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» ihr Leben verloren. Sie sind Zeichen der Trauer – und der Solidarität mit den 116 Verletzten.
Und sie sind auch ein stilles «Merci»: an die Retterinnen und Retter, die sofort zur Stelle waren. An Feuerwehrleute, Sanitäter, Ärztinnen, Pfleger, Polizisten – die geholfen, getröstet, gerettet haben. Inmitten der Katastrophe waren sie Hoffnung in Uniform.
Ein Tag der stillen Einheit
Am Freitag hält die Schweiz inne. Der nationale Trauertag bringt das Land in gemeinsamer Andacht zusammen. Kirchen und Gemeinden öffnen Räume für Besinnung, für Gebet, für Gedanken an alle Betroffenen – die Verstorbenen, die Hinterbliebenen, die Verletzten, die Helfenden.
Zeremonie in Martigny VS
Im Zentrum der nationalen Trauer steht eine offizielle Zeremonie um 13.45 Uhr im Kongresszentrum Cerm in Martigny. Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Rettungskräften werden das Wort ergreifen. Die Gedenkfeier ist den Opfern, ihren Angehörigen und den Betroffenen gewidmet – und nicht öffentlich. Eingeladen sind auch Vertreterinnen und Vertreter internationaler, eidgenössischer und kantonaler Institutionen.
Die Zeremonie wird live übertragen, auch auf blick.ch: Das Signal von der SRG wird weltweit von vielen Stationen übernommen.
Schweizweit ein Moment der Stille
Um 14 Uhr läuten in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken. Fünf Minuten lang. Danach folgt eine landesweite Schweigeminute – sichtbar, hörbar, spürbar. An Regierungsgebäuden wehen die Fahnen auf halbmast. In Aarau zum Beispiel auch die Walliser Flagge – ebenso in Liestal. Es ist ein stilles Zeichen der Verbundenheit.
Auch der öffentliche Verkehr macht mit: Die SBB-Lokführer lassen um 13.58 Uhr die Zugpfeife ertönen. Bereits um 13.55 Uhr wird in den Zügen auf die Schweigeminute hingewiesen. In Bern stoppen Trams und Busse für 20 Sekunden.
Ein ganzes Land steht zusammen
In den Kantonen organisieren Gemeinden Gedenkanlässe, Gottesdienste, Mahnwachen. Schulen gestalten Gedenkwände, lassen Blumen sprechen, bieten psychologische Hilfe. Kirchen aller Konfessionen öffnen ihre Türen. Universitäten unterbrechen Prüfungen, Rathäuser hissen Fahnen, Städte färben Brunnen.
In der Walliser Region Haut-Plateau fällt der Schulunterricht am Freitagnachmittag aus. In den übrigen Regionen des Kantons findet die Schule normal statt, jedoch mit einem angepassten Programm. Der Trauertag soll dem Alter der Kinder angepasst werden. Die Schulen können symbolische Gesten setzen – etwa mit einer Gedenkwand oder einem Platz für Blumen, Botschaften und Zeichnungen. In allen Klassen des Kantons steht psychologische Hilfe bereit.
Von Lausanne bis Altdorf, von Genf bis Chur, von Stans bis Valbirse: Die Schweiz trauert heute gemeinsam – würdevoll, solidarisch, vereint.