Darum gehts
- Explosionsknall erschüttert Kanton Zürich am Mittwochnachmittag, verursacht Sachschäden.
- Leserin erinnert sich an Bombardierung im Zweiten Weltkrieg durch ähnliche Geräusche.
- In Oberwinterthur zerbrach ein Glastisch, Schäden auch an Dächern und Fenstern.
Sie ist eine von vielen Zürcherinnen und Zürchern, die den lauten Knall am Mittwochnachmittag miterlebt haben. Blick-Leserin Sonja Bregnard (85) arbeitete gerade in ihrem Garten in Neftenbach ZH, als plötzlich der Boden zu zittern begann. «Die Mieter unseres Hauses in Neftenbach rannten alle nach draussen», erzählt die entsetzte Seniorin. «Der Knall war so heftig, das habe ich nur im letzten Weltkrieg gehört!»
Bregnard musste als Kind im Zweiten Weltkrieg eine Bombardierung miterleben. In Zürich beim Milchbuck wurde damals ein Haus getroffen. «Damals war ich in der Küche und wurde vom Küchenfenster zur Tür katapultiert! Danach rannten wir alle in den Luftschutzraum», schildert die 85-Jährige. Die Explosion in Illnau hat Bregnard deutlich an dieses schreckliche Erlebnis erinnert. «Genau so laut und dumpf war der Knall am Mittwochnachmittag.»
Sachschaden im ganzen Kanton Zürich
Die Explosion hat in weiten Teilen des Kantons Sachschaden verursacht. Eine Blick-Leserin aus Oberwinterthur meldet, dass bei ihren Nachbarn ein Glastisch zersprungen ist. «Die Wände haben gezittert», schreibt die Leserin weiter. Auch eine Leserin aus der näheren Umgebung von Illnau spricht von den enormen Erschütterungen. «Ich hatte Angst, dass die Fenster rausspringen und habe mein Büsi festgehalten.» Der Moment habe ihr zu Denken über die globalen Kriegssituationen gegeben: «Ich will gar nicht wissen, wie sich die Menschen in den Ländern fühlen, in denen ständig Bomben fallen und solche Erschütterungen häufig vorkommen.»
Ein weiterer Leser berichtete aus dem Weiler Luckhausen ZH von «eingedrückten Dächern» und «zerborstenen Scheiben» in seiner Nachbarschaft. Ein Bauer aus demselben Weiler berichtet von Schäden an seinem Wohnhaus und seinem Auto.
«Von der Heftigkeit war das hier Faktor 100»
Bei Landwirt Simon Binder (31) aus Luckhausen hat es durch die Explosion zwei Tore umgekippt. Als er und seine Ehefrau Roxana ihre 10 Monate alte Tochter ins Bett zum Mittagsschlaf bringen wollten, habe es laut geknallt. «Wir sind es eigentlich hier gewöhnt, bei der Sprenganlage, dass es ab und zu mal knallt. Aber das ist jetzt schon von der Heftigkeit eher Faktor 100 gewesen», beschreibt Binder den lauten Knall.
Auch im Zentrum von Illnau richtet die Explosion Schaden an. Ein Schaufenster im Dorfzentrum ist zerbrochen. «Aus jeder Richtung kamen Polizei und Feuerwehr», erzählt eine Blick-Leserin aus Illnau.