Darum gehts
- Explosion bei Illnau-Effretikon ZH am Mittwochnachmittag, grosse Rauchwolke sichtbar
- Leser berichten von eingedrückten Dächern und zerborstenen Scheiben
- Kantonspolizei Zürich bestätigt Einsatz
Hast du die Explosion miterlebt?
Wurdest du Zeuge der Explosion oder weisst, was den Knall ausgelöst hat? Melde dich über Whatsapp (Tel: 079 813 80 41) oder den Leserreporter-Button in der Blick-App bei uns.
Landwirt: «Und dann hats gechlöpft!»
Peter Rufibach (54) wohnt in Luckhausen ZH nicht weit von der Versuchs- und Schulungsanlage Tätsch, wo sich der Knall mutmasslich ereignete. «Ich habe nach dem Mittagessen ein Schläfchen gemacht und bin gerade aufgestanden – und dann hat es gechlöpft!», erzählt er. Es habe eine spürbare Druckwelle gegeben.
«Unser Wohnhaus ist ziemlich stark betroffen», berichtet er. Auch ein Auto sei beschädigt worden. «So hat es noch nie gechlöpft.»
«Das habe ich nur im letzten Weltkrieg gehört»
Blick-Leserin Sonja Bregnard (86) meldet sich aus Neftenbach ZH. Auch sie hat die Explosion mitgekriegt. «Alle rannten aus dem Haus», erzählt die Leserin. «Ich habe gerade im Garten gearbeitet! Der Boden zitterte! Der Knall war so heftig, das habe ich nur im letzten Weltkrieg gehört!»
«Fast aus jeder Richtung kamen Polizei und Feuerwehr»
Eine Leserin spazierte in der Nähe von Illnau-Dorf gerade, als sie den lauten Knall hörte. «Es gab einen riesen Knall, alles hat vibriert», schildert sie. «Zuerst dachte ich, es wäre etwas an der Autobahn passiert». Doch dann hörte sie bald Sirenen von überall her.
«Aus jeder Richtung kamen Polizei und Feuerwehr», erzählt sie. Angst habe sie deshalb keine gehabt, da die Polizei schnell bekannt gab, dass keine Gefahr für die Bewohner herrsche. Auf dem Rückweg durch Illnau-Dorf sah sie jedoch ein zersprungenes Schaufenster.
Erste Fotos aus Luckhausen
Uns erreichen erste Fotos aus dem Weiler Luckhausen, wo sich die Explosion ereignet hat. Was auffällt: Überall liegen Glasscherben am Boden verteilt. Fenster sind zerbrochen. Das Gebiet ist weiträumig abgesperrt. Diverse Polizisten sind vor Ort.
«Es ist wirklich faszinierend, wie weit die Druckwelle gegangen ist»
Auch bis nach Schöfflisdorf ZH war der laute Knall zu hören. «Der Knall war so laut wie bei einem Kampfjet», schildert eine Leserin. Dann habe das ganze Haus gebebt. «Fast wie bei einem Erdbeben, nur sehr kurz.»
Ihr Hund sei aufgrund der Erschütterungen aus dem Tiefschlaf gerissen worden. «Er stand plötzlich kerzengerade im Raum und hatte Angst.» Mittlerweile ist sie mit dem Hund spazieren gegangen, damit er sich wieder beruhigen kann. «Ich war zuerst völlig überzeugt, dass direkt bei uns etwas in die Luft gegangen sein muss, so laut war der Knall.»
Dass die Explosion jedoch aus dem gut 30 Kilometer entfernten Illnau-Effretikon stammt, konnte sie zunächst kaum glauben. «Es ist wirklich faszinierend, wie weit die Druckwelle gegangen ist.»
Fotos von zersplitterten Scheiben
Im Zentrum von Illnau ist ein Schaufenster zerbrochen, berichten Leser. Vielen Einwohnern scheint der Schreck noch in den Knochen zu stecken. «Es ist beeindruckend wie schnell die Polizei reagiert hat», schreibt uns eine Anwohnerin direkt aus dem Dorfzentrum.
«Wir bekamen Pause von den Lehrern, um uns zu erholen»
Viele haben sich ob der riesigen Explosion erschrocken. Auch im Schulhaus Buhnrain in Zürich-Seebach erschreckten sich die Anwesenden. «Ich bin Lehrer in der Sekundarschule – das ist 15 Kilometer Luftlinie von Illnau-Effretikon entfernt. Ich habe den Knall gehört und Vibrationen im dritten Stock unseres Schulhauses gespürt. Das ist unglaublich.»
Schüler aus dem Gymnasium Rychenberg berichten von einer ähnlichen Erfahrung. «Wir waren im BG-Unterricht, als plötzlich ein lauter Knall ertönte. Die Scheiben zitterten und wir bekamen ein wenig Pause von den Lehrpersonen, um uns zu erholen. Einige haben diese genutzt, um nach ihren Freunden zu schauen. Andere diskutierten über den möglichen Ursprung des Knalls. Wir waren sehr eingeschüchtert und einige dachten, die Decke stürze ein», so die Gymnasiasten.
«Die Erde hat gezittert»
Eine Leserin war bei Andelfingen ZH gerade mit ihrem Hund spazieren, als sie den lauten Knall hörte. «Wie der Überschallknall bei einem Jet», beschreibt sie. «Die Erde hat gezittert», erzählt sie weiter. Dann sah sie, wie die Hauswand ihres Nachbars gewackelt habe.
Sie habe sofort ihren Mann angerufen, der ganz in der Nähe von Illnau arbeitet. «Er hat mir gesagt, ihm sei direkt schlecht geworden, so laut hat es geknallt und gebebt.»
«Lauter als ein Überschallknall von einem Jet»
Ein Anwohner in der Nähe von Illnau-Effretikon schildert, dass der Knall «lauter als ein Überschallknall von einem Jet» gewesen sei. Die Erschütterung habe er bis in seine Wohnung gespürt. «In meiner Wohnung sind einige Sachen runtergeflogen.» Die Nachbarskinder hätten sich vor dem lauten Knall dermassen erschrocken.
Sofort seien die Nachbarn auf der Strasse gewesen, um nach dem Rechten zu schauen. «Noch hängt immer noch eine dunkelgraue Wolke tief am Himmel», beschreibt der Leser die Situation. Seit Minuten ziehe auch ein Helikopter immer wieder seine Runden oberhalb der Rauchwolke.
Explosion kilometerweit spür- und hörbar
Die Explosion muss gewaltig gewesen sein. Sogar ausserhalb des Kantons Zürich war der Knall hörbar. «Ich habe die Explosion in Würenlos gehört und gespürt», beschreibt ein Leser aus dem Aargau.
Aus Embrach ZH ergänzt eine Leserin: «Es hat sich wie ein kurzes Erdbeben angefühlt. Es dauerte nur eine Sekunde, aber so etwas habe ich noch nie gehört oder gespürt.»
Bisher erreichten uns Meldungen von Menschen aus dem Zürcher Oberland, Zürcher Unterland, der Stadt Zürich und sogar aus dem Kanton Aargau, die sagen, die Explosion gespürt zu haben. Die Polizei steht weiterhin im Einsatz.
Beunruhigende Beobachtungen mehrerer Leserreporter: Am Mittwochnachmittag berichten diverse Personen von einem lauten Knall und einer Explosion im Raum Winterthur. Leserbilder zeigen zudem eine grosse Rauchwolke.
«Es gab einen Knall, der sehr weit herum hörbar war. Der Rauch blieb anschliessend in der Luft stehen.» Ein weiterer Leser berichtete aus dem Weiler Luckhausen von «eingedrückten Dächern» und «zerborstenen Scheiben» in seiner Nachbarschaft.
Polizei vor Ort
Laut Anwohnern befindet sich in der Nähe eine Anlage, in der Spreng- und Brandmittel getestet wird. «Es gab eine gewaltige Explosion. Es hat hier Häuserdächer und Scheunentüren eingedrückt, die Polizei ist vor Ort», so ein Leser.
Es gebe dort regelmässig Sprengungen. «Die kenne ich schon seit Jahrzehnten, aber eine Sprengung in diesem Ausmass habe ich noch nie erlebt.» Er mutmasst, dass man sich beim Sprengstoff verschätzt hat – «im Faktor 100».
Die Kantonspolizei Zürich bestätigt einen Einsatz im Raum Illnau-Effretikon. Die Polizei erhielt eine Meldung über einen lauten Knall.