Olma-Halle wird abgerissen
«Dann hätte der Konkurs gedroht»

Der Abbau der Olma-Halle ist nun offiziell bestätigt. Wo die Halle 9 steht, soll bald ein Autobahntunnel durchführen. Nun verraten die Olma-Messen ihre Baupläne und Visionen für die zukünftige Olma.
Publiziert: 11.04.2024 um 19:38 Uhr
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Aktualisiert: 12.04.2024 um 10:54 Uhr
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Die dritte Autobahnröhre durch den Rosenberg tangiert das Festgelände der Olma. Das bedeutet: Die Olma muss umbauen.

Nun ist es offiziell: Die Olma-Halle 9 wird abgerissen. Das haben das Bundesamt für Strassen (Astra) und die Olma-Messen am Donnerstag bekannt gegeben. Als Ersatz soll ein Neubau auf der Fläche der Arena und der Halle 7, dem Olma-Stall, gebaut werden — finanziell getragen durch den Bund, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet.

Der Grund für den Abbruch ist die dritte Autobahnröhre durch den Rosenberg, die das Olma-Gelände tangiert. Wie Christine Bolt, CEO der Olma-Messe, dem «St. Galler Tagblatt» erklärt, sei zwar bei der 1999 erbauten Halle die dritte Röhre bereits einberechnet worden, allerdings war man damals davon ausgegangen, dass der Tunnel relativ tief im Untergrund liege. 2018 stellte sich aber heraus, dass bei dieser «Variante Tief» auf eine wichtige Autobahnausfahrt verzichten werden müsste. Für die Stadt und den Kanton St. Gallen keine Option.

Teilabbau wäre zu kompliziert und zu teuer gewesen

Auch Thomas Scheitlin, Verwaltungsratspräsident der Olma, kann dies absolut nachvollziehen, wie er dem «St. Galler Tagblatt» mitteilt. «Dass es die dritte Röhre braucht, ist aus meiner Sicht völlig klar. Wir erleben ja immer wieder, was mit dem Verkehr in der Stadt passiert, wenn die Autobahn blockiert ist.» 

Nachdem die Astra seine Pläne den Olma-Messen offengelegt hatten, klärten diese ihre Alternativen ab. «Schlussendlich waren es drei: Erstens der Erhalt der Halle 9 mittels einer Unterfangung, eines neuen Unterbaus. Zweitens ein Teilabbruch. Drittens ein kompletter Rückbau und Ersatz», so Scheitlin. Der Bund entschied sich für die dritte Version. «Aus finanzieller, technischer und betrieblicher Sicht ist das die beste Option.» Ein Teilabbau wäre zu kompliziert und zu teuer gewesen, wie Scheitlin erklärt. «Man kann nicht einfach an einem bestehenden Gebäude eine Ecke abschneiden.»

«Dann hätte der Konkurs gedroht»

Kritik können jedoch die CEO sowie der Verwaltungsratspräsident der Olma gut nachvollziehen. Doch wenn sie nicht zugestimmt hätten, hätte die Astra sie enteignen müssen. «Dann hätte den Olma-Messen der Konkurs gedroht, 1300 Arbeitsplätze in der Ostschweiz wären gefährdet gewesen. Das nützt niemandem etwas», wie CEO Bolt erklärt.

Das Vorprojekt sieht einen Neubau auf dem heutigen Gelände der Halle 7 und dem Olma-Stall vor. Das kommt der CEO ganz gelegen, denn «beide Flächen sind eher schlecht genutzt.» Für die beliebten Säuli-Rennen würden sie aber eine mobile Arena aufstellen. «Sobald die neue Halle 9 steht, wird die alte abgerissen.» Das Vorprojekt soll laut Scheitlin rund zwei Jahre in Anspruch nehmen, danach kommt der Neubau der Halle 9, und letztlich wird die alte Halle 9 abgebaut. Alles noch vor 2030, wenn die Arbeiten für die dritte Röhre starten sollen.

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Nun fehlt nur noch eines: die Zustimmung des Volkes. Dieses wird voraussichtlich im November über den schweizweiten Nationalstrassen-Ausbauschritt abstimmen können. (mgf)

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