Angst in Reute AR: Elternteildroht Schülern und Lehrern – Gemeindepräsidentin alarmiert
«Mussten die Schule schliessen, um die Kinder zu schützen»

An einer Schule im Kanton Appenzell Ausserrhoden werden Schulkinder und eine Lehrperson von einem Elternteil bedroht. Die Schulleitung sieht sich zu einer Schliessung gezwungen.
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Die Schule in Reute AR muss vorübergehend schliessen. Grund sind Drohungen gegen eine Lehrperson sowie gegen Schulkinder.

Darum gehts

  • Schule in Reute AR schliesst am 22./23. Januar
  • Elternteil bedrohte Lehrperson und Schulkinder, Polizei ist informiert
  • Unterricht soll am 3. Februar nach Sportferien wieder starten
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Grosse Sorge an der Schule in Reute AR. Wegen eines renitenten Elternteils muss die Schule für zwei Tage schliessen. «Aktuell liegen Rückmeldungen vor, dass sich Kinder und Mitarbeitende bedroht fühlen», teilte die Schulleitung am Mittwoch mit. Man nehme die Hinweise ernst.

«Im aktuellen Klima von der Verunsicherung und Angst ist ein Schulunterricht nicht möglich.» Deshalb bleibe die Schule am Donnerstag, 22. Januar, und Freitag, 23. Januar, geschlossen. Doch was ist passiert?

Lehrperson und Schüler bedroht

In den vergangenen Tagen kam es gemäss Schulleitung zu Bedrohungen und konkreten sicherheitsrelevanten Vorfällen im schulischen Umfeld. «Dabei wurden eine Lehrperson sowie Schulkinder durch einen Elternteil bedroht.»

Ausserdem habe die Schule mehrere Rückmeldungen von Eltern erhalten. Ihre Kinder würden sich auf dem Schulweg und im Umfeld der Schule bedroht fühlen. Einige Kinder wurden gemäss Schule deshalb bereits aus dem Unterricht genommen.

Weiter schreibt die Schulleitung: «Die Polizei sowie das kantonale Amt für Volksschule und Sport sind informiert und in die weiteren Abklärungen einbezogen.»

Blick vor Ort

Marcel Wehrlin, Sprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden, sagt auf Anfrage: «Wir wurden am Mittwochmittag über das Schreiben informiert, aber uns liegen bisher keine detaillierten Angaben vor.» Bisher habe niemand eine Anzeige eingereicht. «Gesicherte Fakten liegen nicht vor.»

Blick hat sich am betreffenden Schulhaus in Reute AR umgesehen. Die Türen sind verriegelt. Kein Brief an der Tür. Es wirkt unheimlich, wie ausgestorben.

Blick-Reporter Beat Michel ist vor Ort.

Kinder des Beschuldigten gehen in Reute AR zur Schule

Gemeindepräsidentin Karin Steffen sagt, es sei der erste Fall in dem Ausmass in der Gegend. «Wir mussten die Schule schliessen, um die Schüler zu schützen», sagt sie. Und weiter: «Ich bin beunruhigt, dass wir solche Schritte ergreifen mussten. Der Vorfall hat im Nachbarsdorf Oberegg AI stattgefunden. Aber die Kinder des Beschuldigten gehen in Reute AR in die Schule, darum habe wir hier den Unterricht jetzt unterbrochen. Wir haben eine Bedrohungslage erkannt und entsprechend gehandelt.»

Nach den Ferien sollen unter Umständen dann weitere Massnahmen ergriffen werden: «Wir sind im Gespräch mit der Polizei, aber Anzeige haben wir noch nicht gemacht. Nächste Woche besprechen wir allfällige strafrechtliche Schritte.»

Karin Steffen, Gemeindepräsidentin von Reute AR.

Schulleitung bietet Eltern Unterstützung an

In der kommenden Woche finden wie geplant die Sportferien statt. Die Schule bleibt also bis Anfang Februar geschlossen. «Wir nutzen diese Zeit, um die Situation gemeinsam mit den zuständigen Stellen aufzuarbeiten und das weitere Vorgehen für den Schulbetrieb festzulegen», so die Schulleitung. Man werde so rasch wie möglich über das weitere Vorgehen sowie die Wiederaufnahme des Unterrichts ab dem 3. Februar informieren.

Eltern sollen sich an die Schulleitung wenden, sollten sie Fragen haben oder ihr Kind Unterstützung benötigen.

Bei der Schule Reute handelt es sich um eine Primarschule. «An unserer Primarschule werden die Kinder ab vier Jahren in einer Basisstufenklasse (1. Zyklus) und einer Mittelstufenklasse (2. Zyklus) unterrichtet», heisst es auf der Seite der Schule. Die Stufen können demnach jeweils in drei bis fünf Jahren durchlaufen werden. «Das altersdurchmischte Setting bietet der Verschiedenheit der Kinder einen besonderen Raum für die Entwicklung der eigenen Stärken.»

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