Nach Abpfiff von 4.-Liga-Fussballspiel kam es zur Massenschlägerei
«Erst griffen sie mich an, dann war mein Knie kaputt!»

Das Fussballspiel war längst entschieden und der Schiedsrichter hatte die 4.-Liga-Partie zwischen dem FC Fortuna Olten und dem FC Mümliswil gerade abgepfiffen – da ging es erst richtig los. Massenschlägerei! Wie Jamal T. (19) diese erlebte, hat er Blick erzählt.
Publiziert: 08.06.2024 um 00:32 Uhr
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Aktualisiert: 08.06.2024 um 10:09 Uhr
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Der verletzte Fussballer Jamal T. (19) liess sich von Blick fotografieren – später wollte er, dass sein Gesicht abgedeckt und sein Name abgeändert wird.
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Ralph DonghiReporter News

Passanten eines Kunstrasen-Fussballfeldes im Kleinholz in Olten SO trauen am Donnerstagabend ihren Augen nicht: Nach dem Schlusspfiff eines Fussballspiels gehen Spieler beider Mannschaften aufeinander los. Massenschlägerei! Die Polizei muss kommen – und auch eine Ambulanz. Ein Spieler wird im Anschluss gar ins Spital gebracht. Es ist nicht das erste Mal, dass es im Kleinholz zu einer Schlägerei nach einem Fussballspiel kommt.

Was steckt diesmal dahinter? Es handelte sich um ein 4.-Liga-Nachtragsspiel zwischen dem FC Fortuna Olten und der zweiten Mannschaft des FC Mümliswil, die das Auswärtsspiel mit 6:1 verlor. Und: «Es gab schon während des Spiels verbale Provokationen gegen mich. Ich weiss auch nicht, warum», sagt der verletzte Jamal T.* (19) vom FC Mümliswil zu Blick.

Froh um herbeigeeilte Mitspieler

«Dann, nach dem Ende des Spiels», so Jamal T. weiter, «wurde ich zuerst von einem Gegner und dann von weiteren Spielern angegriffen». Er habe sich gewehrt, sei auf den Boden gefallen und habe dabei das rechte Knie ausgerenkt. Und: «Als ich bereits am Boden lang, schlugen mehrere Spieler von Fortuna Olten weiter auf mich ein.» Er sei froh, dass seine Mitspieler herbeigeeilt seien und ihm geholfen hätten.

Jamal T. wurde noch vor Ort eine Spritze gegen die Schmerzen gegeben. «Es tat mega weh», sagt er. Das Knie habe gar nicht schön ausgesehen – er gibt Blick ein Foto davon und lässt sich mit seiner Knie-Bandage fotografieren. Aber sein Gesicht möchte er nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Er ist froh, wieder daheim zu sein. Wie es mit seinem Knie weitergeht, weiss er noch nicht. «In zwei Wochen weiss ich mehr.»

Keine weiteren Massnahmen seitens der Polizei

Andreas Mock von der Kantonspolizei Solothurn bestätigt auf Nachfrage, dass man gegen 22 Uhr eine Meldung wegen «einer Schlägerei» erhalten habe. Vor Ort habe sich gezeigt, «dass es offenbar zwischen zwei Männern nach Provokationen zu gegenseitigen Tätlichkeiten kam». Einer der beiden sei wegen einer Verletzung ins Spital gebracht worden. «Auch soll es zuvor zu einem Handgemenge zwischen mehreren Spielern gekommen sein.»

Eröffnet die Kapo Solothurn ein Verfahren? Man habe den Beteiligten die rechtlichen Möglichkeiten aufgezeigt, erklärt Mock. Denn: «Es handelt sich um Antragsdelikte. Derzeit erfolgen durch die Polizei keine weiteren Massnahmen.»

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Verband: «Wir dulden solche Schlägereien nicht!»

Noch ist offenbar unklar, ob jemand eine Anzeige einreicht. Und was tut der Fussballverband? «Wenn der Regionalverband den Rapport des Schiedsrichters und allenfalls einen Bericht der Polizei erhalten hat, wird mit allen beteiligten Parteien gesprochen», sagt Adrian Arnold vom Schweizerischen Fussballverband.

Dann, nach einer Untersuchung, entscheide der Regionalverband, ob allenfalls einzelne involvierte Personen mit einer Busse sanktioniert oder gar für eine gewisse Zeit gesperrt würden. «Der Schweizerische Fussballverband wird erst informiert und aktiv, wenn ein Schiedsrichter tätlich angegriffen wurde», so Arnold weiter. Sicher sei schon jetzt: «Wir dulden solche Schlägereien nicht!»

Kein Statement der beiden Trainer

Der Trainer und Präsident des FC Fortuna Olten reagierte auf Anfragen von Blick nicht. Der Trainer der 2. Mannschaft des FC Mümliswil gab zuerst Antworten, zog sie dann jedoch wieder zurück.

Einzig der Co-Präsident des FC Mümliswil, Martin Bürgi (66), gibt eine Stellungnahme ab: «Ich war nicht am Spiel, habe aber gehört, was passiert ist und dass ein Spieler von uns im Spital gelandet ist.» Wer was getan hat, werde sich zeigen. «So oder so verurteile ich solche Schlägereien aufs Schärfste!»

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