«Schaue mir jetzt alles genau an, denn ich habe Angst»
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Bewohner in Grenchen SO:«Schaue mir jetzt alles genau an, denn ich habe Angst»

Fremder will Geld – dann stösst er Senior vor einfahrenden Zug auf die Gleise
«Es schockiert mich, dass jemand so etwas machen kann»

Brutale Tat: Ein Fremder hat am Sonntag einen Senior am Bahnhof Grenchen Nord auf die Gleise gestossen. Dieser überlebte, erlitt aber schwere Beinverletzungen. Auch zwei Tage später fehlt noch jede Spur vom Schubser. Die Bevölkerung ist betroffen und hat Angst.
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Am Bahnhof Grenchen Nord im Bereich des Perrons 1 ist der Senior von einem Fremden auf die Gleise geschubst worden.
Foto: Ralph Donghi

Darum gehts

  • Fremder stiess Rentner am 8. Februar in Grenchen auf Gleise
  • Senior überlebte Zugunfall mit schweren Beinverletzungen, Täter flüchtig
  • Täterbeschreibung: 1,80m, lange Haare, Bart, mit Rucksack unterwegs
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Erst wollte er Geld, dann schubste er ihn: Ein Fremder hat am Sonntag – kurz vor 15 Uhr – am Bahnhof Grenchen Nord im Bereich des Perrons 1 einen Rentner auf das Gleisbett gestossen. Der Senior wurde von einem einfahrenden BLS-Zug erfasst. Er überlebte, erlitt jedoch schwere Beinverletzungen.

Nach der Erstversorgung vor Ort wurde der Senior mit einem Rettungshelikopter in ein Spital geflogen. Laut der Kantonspolizei Solothurn hatte der Unbekannte das Opfer zuvor nach Geld gefragt. Der Fremde flüchtete nach dem brutalen Schubser in Richtung Bahnhofsparkplätze. Auch zwei Tage später wird noch nach ihm gesucht, wie Polizei-Sprecher Bruno Gribi auf Blick-Anfrage bestätigt: «Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren!»

«Wir haben Angst!»

Blick ist am Dienstag am Bahnhof Grenchen Nord vor Ort. Es herrscht grosse Betroffenheit und Fassungslosigkeit. So erklärt Isaura Placi (41), die in der Nähe wohnt: «Hier ist es normalerweise immer ruhig. Es schockiert mich, dass jemand so etwas machen kann. Das ist wahnsinnig!» Sie wisse weder über das Opfer noch den Täter etwas, was bei ihr zu Unbehagen führe. Placi gibt zu, dass sie sich heute am Bahnhof umgeschaut habe, «weil ich Angst habe.»

Auch Mary S.* (16) aus Grenchen zeigt sich betroffen: «Es ist wirklich schrecklich, was passiert ist.» Auch sie achte jetzt vermehrt darauf, wer am Bahnhof «so herumlaufe». Sie hofft, dass die Polizei den Gleis-Schubser rasch findet. «Er kann nicht einfach so frei herumlaufen, das geht wirklich nicht!» Um den schwer verletzten Senior tue es ihr schrecklich leid. «Ich hoffe, dass es ihm ganz schnell wieder bessergeht.»

Samuel Grossen (78) aus Grenchen sagt ebenfalls: «So etwas ist traurig!» Er ist überzeugt: «Das wird immer wie mehr kommen!» Der Grund aus seiner Sicht: Die Verbrecher würden brutaler, die Kriminalität nehme zu. Die Folge: Seine Frau und er trauen sich abends gar nicht mehr aus dem Haus. Grossen gibt zu: «Ich habe Angst!»

BLS unterstützt Polizei

Die Bahngesellschaft BLS AG ist für den Bahnhof Grenchen Nord verantwortlich. Sprecherin Tamara Traxler sagt auf Blick-Anfrage: «Wir sind sehr bestürzt über den Vorfall. Unsere Gedanken sind beim Betroffenen und seiner Familie.»

Die BLS unterstütze die Polizei bei der Aufklärung der Tat. «Wir haben das Video-Material der Überwachungskamera zur Verfügung gestellt.»

Traxler betont: «Auch für unseren Lokführer war es ein sehr bewegendes Ereignis.»

Lange Haare und Rucksack

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn haben unverzüglich Ermittlungen zum genauen Tathergang sowie dem Täter aufgenommen. Dieser soll vorgängig im Bereich des Bahnhofs weitere Personen angesprochen haben. Er wird wie folgt beschrieben: 1,80 Meter gross, lange Haare und Bart. Er soll zudem einen Rucksack bei sich geführt haben.

Personen, die sich am Sonntagnachmittag im Bereich des Bahnhofs Grenchen Nord aufgehalten und sachdienliche Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Vorfall gemacht haben oder Angaben zur Identität des Täters machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Solothurn in Verbindung zu setzen unter Telefon 032 627 81 17.

* Name bekannt 

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