Darum gehts
- Ein Solothurner Garagist verkaufte heimlich Kundenautos und steht vor Gericht
- Schaden von 6,5 Millionen Franken durch Verkauf von Luxusautos und Oldtimern
- Dem 59-jährigen Angeklagten drohen drei Jahre Haft wegen Betrug und Veruntreuung
Vertrauen jahrelang ausgenutzt und Ertrag in eigene Taschen gesteckt: Ein Solothurner Garagist soll die Autos seiner Kunden ohne deren Wissen weiterverkauft haben. Das berichtet der Regionalsender Tele M1.
Unter den Objekten sollen sich Luxusautos und Oldtimer befunden haben. Die Kunden hätten in den Verkauf nicht eingewilligt. Laut dem Sender habe sich der Garagist jeweils als Inhaber der Autos ausgegeben und entweder die Fahrzeuge selbst oder Teile davon weiterverkauft.
«Es war das Lebensprojekt meines Vaters»
Florio Vigorito gehört zu den Betroffenen. «Es war wirklich ein Schock», erklärt der Mann gegenüber Tele M1. Der Mercedes-Oldtimer sei ein Lebensprojekt seines Vaters gewesen «Er konnte es nicht zu Ende bringen. Als ich gehört habe, dass dieses Auto weg ist, sind die Emotionen hochgekommen.»
Der Schaden beläuft sich insgesamt auf rund 6,5 Millionen Franken. Am Mittwoch stand der 59-Jährige aus Büsserach SO vor Gericht. Der Vorwurf: mehrfache Veruntreuung und Betrug. Teile der Anklage gibt er zu, andere Punkte streite er laut dem Bericht ab.
«Er begann, Löcher zu stopfen»
Der zuständige Staatsanwalt erklärt: «Er war bekannt als Crack. Er hat sich gut ausgekannt.» Mit der Zeit habe der Garagist begonnen, finanzielle Löcher zu stopfen, indem er Fahrzeuge veruntreute.
Die Firma des Angeklagten ist seit 2018 Konkurs. Dem Beschuldigten droht eine Haftstrafe von drei Jahren. Das Urteil wird in zwei Wochen eröffnet.