Darum gehts
- Rentner (79) verursacht in Endingen AG Brand mit Unkrautbrenner
- Hecke und Auto brannten, Feuerwehr verhinderte Übergreifen auf Reihenhäuser
- Jetzt liegt der Rentner im Spital – Blick besuchte ihn
Die Thuja-Hecke ist völlig abgebrannt. Der rote Kleinwagen daneben ebenfalls. Es ist ein eindrückliches Bild, das sich vor einem Reiheneinfamilienhaus in Endingen AG zeigt. «Er ist noch im Spital», sagt eine Frau zu Blick. Sie meint damit ihren Nachbarn Johannes L.* (79), der mit einer Art elektrischem Brenner eigentlich nur Unkraut vor dem Haus bekämpfen wollte – und aus Versehen ein regelrechtes Inferno auslöste.
Als Blick Johannes L. im Spital besucht, ist er sofort bereit, über sein Missgeschick zu sprechen. «Was soll ich sagen», sagt der Rentner. «Ich habe das Gerät schon zwei oder drei Jahre, und es ist noch nie etwas geschehen.» Er sei froh, dass er noch lebe. «Denn mein linkes Bein fing ebenfalls Feuer! Ich musste es bereits operieren lassen.»
«Es ging zuerst alles gut»
Passiert ist der Vorfall letzten Freitag, kurz nach 15.45 Uhr. Johannes L. will vor seinem Haus wieder einmal Unkraut vernichten – mit der Hitze eines thermischen Geräts. «Es ging zunächst alles gut», sagt er. «Ich wollte am Boden nur noch einen kleinen Teil wegmachen, da kam ich wohl zu nahe an die Hecke.»
«Aufgrund der trockenen Verhältnisse fing die angrenzende Thuja-Hecke blitzartig Feuer», so die Kantonspolizei Aargau. Sie mahnt zur Vorsicht im Umgang mit solchen Geräten. «Brennbare Gegenstände sollten nach Möglichkeit vollständig aus dem unmittelbaren Arbeitsbereich entfernt werden.» Zudem sollte stets ein ausreichender Sicherheitsabstand zu anderen brennbaren Materialien eingehalten werden.
Feuerwehr kann Schlimmeres verhindern
Johannes L. wollte das Feuer noch löschen. «Ich ging sofort einen Eimer Wasser holen», sagt er. Nur: «Als ich zurückkam, brannte schon alles. Ich hatte keine Chance.» Während seine Frau Alarm schlägt, muss er zusehen, wie zuerst seine Thuja-Hecke und dann auch noch sein Kleinwagen abbrennen. Die Feuerwehr Surbtal ist schnell vor Ort und kann verhindern, dass das Feuer auf die benachbarten Reihenhäuser übergreift. Johannes L. wird ins Spital gebracht. «Es musste mir fremde Haut transplantiert werden.»
Zurück bleiben der Sachschaden und die Brandschmerzen am Schienbein von Johannes L. Dieser nimmt alles mehrheitlich mit Humor: «Ich wollte sowieso nicht mehr die ganze Hecke. Und um das Auto ist es auch nicht so schade, meine Frau hat ja noch eines.»
Der Österreicher ist am Ende «froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist». Zudem sei Material ersetzbar, Menschenleben nicht. So ist der zweifache Vater und zweifache Grossvater denn auch glücklich, dass er seine Liebsten weiter in die Arme schliessen kann. Denn er weiss: «Das hätte böse enden können.»
* Name bekannt