Manipuliert und gedemütigt
Frau lässt 250 vom Ex-Partner gestochene Tattoos entfernen

Der ehemalige Partner der Niederländerin Joke tätowierte ihr seinen Namen 250 Mal auf den Körper. Mithilfe einer Stiftung konnte sie die schrecklichen Erinnerungen auf der Haut entfernen lassen. Ein Experte gibt Einblick in das Prozedere.
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Die Niederländerin Joke schien fürs Leben gezeichnet. Ihr Ex tätowierte ihr seinen Namen 250 Mal auf den Körper.
Foto: Instagram

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Niederländerin Joke wurde 250 Mal vom Ex mit «Hans» tätowiert
  • Tattoo-Entfernung kostete 30'000 Euro, Spendenaktion half bei Finanzierung
  • Laserbehandlung benötigt Zeit und ist schmerzhaft
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Angela RosserJournalistin News

Ihr Körper war von Tattoos übersät. Auf der Brust, auf der Stirn, sogar auf den Augenlidern prangten Buchstaben. Es waren immer dieselben. «Hans» oder einfach Initialen wurden Joke aus den Niederlanden tief in die Haut gestochen. Es ist der Name ihres Ex-Partners. Er brandmarkte seine Partnerin 250 Mal mit einer im Internet bestellten Tätowiermaschine. 

Auf die Frage, warum sie all das zugelassen habe, antwortet sie in einem Interview mit dem «Telegraaf», dass er sie komplett manipuliert habe. Es war seine Art, zu zeigen: «Du gehörst mir.» An jeder Stelle, an der sie jemals ein anderer Mann berührt haben könnte, prangte sein Name. Sein Stempel, sein Siegel – damit machte er seinen vermeintlichen Besitzanspruch deutlich.

Kein Einzelfall

Mittlerweile hat Joke es geschafft, sich von ihm zu trennen. Auch die Tattoos gehören der Vergangenheit an. Das hat sie unter anderem einer Stiftung zu verdanken. Tattoos zu entfernen, ist teuer. Abgesehen davon, dass es ein langer schmerzhafter Prozess ist. So brutal es klingt: Dass Frauen sich unter Druck, Zwang oder emotionaler Manipulation von ihren Partnern tätowieren lassen, ist nicht so selten, wie man meinen möchte, heisst es in dem Artikel weiter.

Die Stiftung Spijt van Tattoo sammelt via Gofundme Spenden, um diesen Frauen zu helfen, ein neues Leben zu beginnen und nicht bei jedem Blick in den Spiegel an ihre Peiniger erinnert zu werden. «Raus aus dem Herzen, raus aus der Haut», lautet die Kampagne. Joke engagiert sich als Gesicht der Kampagne. Nach der Entfernung der Tattoos, die rund 30'000 Euro gekostet hat, kann sie auch wieder lachen und zeigt ihr Gesicht gern. «Wenn ich es kann, können es auch andere», sagt sie.

Laser zerlegt Tattoofarbe

Bei der Tattoo-Entfernung zerlegt ein Laser die Farbpigmente der Tattoos durch Lichtimpulse in winzige Partikel. Diese werden dann über das Lymphsystem abgebaut. «Schwarze Tattoos lassen sich relativ gut entfernen. Schwieriger wird es bei bunten Farben», sagt Marc Theissing (51), Mitinhaber der Tattoo-Entfernungs-Studios Renaissance in Zürich, Basel und Bern.

Wie viele Sitzungen zur kompletten Entfernung von Tattoos notwendig sind und was die Prozedur kostet, dazu kann der Tattoo-Entfernungs-Meister keine allgemeingültige Antwort geben. «Ich sage eigentlich immer zehn bis zwölf Sitzungen und mehr für eine komplette Tattooentfernung.»

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Körper braucht Zeit für den Abbau

Zwischen den Sitzungen muss eine mehrwöchige Pause eingelegt werden, damit der Körper das überhaupt verarbeiten kann. «Der Laser macht ja nur die Pigmente kaputt. Den Rest macht der Körper selbst.» Gemeint ist das Lymphsystem, das arbeiten muss, um die Partikel abzubauen. Das kann mit Massagen und Lymphdrainagen unterstützt werden, erklärt der Profi.

Bei den Kosten sei eine Einschätzung schwierig. Bei grossen oder vielen zusammenhängenden Tattoos nennt er aber einen Preis zwischen 240 und 500 Franken pro Sitzung. «Bei 500 Franken ist das Tattoo aber schon sehr gross, wie in Fall der Frau, bei der das ganze Gesicht und das Dekolleté tätowiert waren», sagt er.

«Der Körper schafft nur etwa eine Handfläche pro Sitzung, von der Grösse her», sagt Theissing. Eigentlich logisch, wenn man bedenkt, dass der Körper die Farbe ja wieder abbauen muss. 

«Schlimmer als Tätowierer»

Auch die Schmerzen müsse man aushalten können. «Wir sind schlimmer als der Tätowierer, aber immer noch vor dem Zahnarzt», sagt er und lacht. «Wir sind aber immerhin in wenigen Minuten durch. Beim Tätowieren liegt man teils mehrere Stunden.»

Die Antwort auf die Frage, welche Tattoos die Menschen am meisten weghaben wollen, sei nicht ganz einfach. «Klassiker sind aber schon Namen von Ex-Partnern oder Freundschaftstattoos», sagt er. Viele würden einfach gern wieder «tattoofrei» leben.

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