Verkehrschaos befürchtet
Olympia-Ansturm in Graubünden bleibt bisher aus

Die Olympischen Spiele im benachbarten Italien führten kaum zu Mehrverkehr. Auch blieben die grossen Parkplätze in Zernez am ersten Wettkampftag weitgehend leer.
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In den nächsten zwei Wochen verkehren im Unterengadin zahlreiche Shuttlebusse. Sie sind das einzige Verkehrsmittel, um zu den olympischen Wettkämpfen in Livigno und Bormio zu gelangen.
Foto: MAYK WENDT
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

«Ich hatte etwas mehr Verkehr erwartet», gibt Andrea Mittner, Gesamteinsatzleiter Kantonspolizei Graubünden und Chef Region Engadin, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zu.

In Zernez, dem Drehkreuz für die Anreise zu den Wettkampforten Livigno und Bormio, waren am Vormittag weniger als hundert der über 1400 Parkplätze belegt, wie eine Reporterin von Keystone-SDA berichtete. Die Parkgebühren von 75.60 Franken pro Tag dürften einige Besucherinnen und Besucher abgeschreckt haben. Zwar herrschte an der Shuttlebus-Haltestelle etwas Olympia-Atmosphäre, der grosse Andrang von Fans blieb jedoch aus.

Viele dürften zudem auf die Bahn umgestiegen sein. Die Rhätische Bahn (RhB) hat ihr Angebot mit zusätzlichen Früh- und Spätzügen ausgebaut, wie eine Sprecherin auf Anfrage von Keystone-SDA erklärte.

Monatelang hat eine Arbeitsgruppe daran gearbeitet, dass der Verkehr während der Olympischen Spiele - die mit den Winterferien in verschiedenen Kantonen zusammenfallen - nicht zusammenbricht. «Es war schwierig abzuschätzen, wie viele Parkplätze und Shuttlebusse benötigt werden, da wir aus Italien erst sehr spät Informationen erhalten haben und nur Schätzungen über die erwartete Anzahl der Besucher, aber keine genauen Zahlen. Ausserdem war unklar, wie viel Verkehr in Richtung Bormio gehen würde», erklärte Mittner.

Zudem sind finanzielle Fragen mit der Lombardei ungeklärt. Die Bündner Regierung verhandelt seit Monaten über einen Kredit von bis zu 5,5 Millionen Franken für die Verkehrs- und Sicherheitsmassnahmen. «Zum Beitrag von italienischer Seite gibt es noch keine Neuigkeiten», erklärte der Bündner Regierungspräsident Martin Bühler diese Woche vor den Medien.

Die Behörden bleiben wachsam, da die Spiele erst begonnen haben. Man beobachte die Situation insbesondere an Tagen, an denen weitere Grossanlässe wie die Pferderennen auf dem gefrorenen St. Moritzersee stattfinden, so Mittner. Auch Schneefall könnte die Lage verschärfen.

Die RhB ist ebenfalls auf eine Zunahme des Verkehrs vorbereitet. Bei Staus an der Verladestation der Vereina-Linie stehen laut der Sprecherin auch unter der Woche zusätzliche Züge und Personal bereit.

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