Flüchtlinge haben sich an Bürozeiten zu halten. «Die Empfangs- und Aussenstellen sind für die Aufnahme von Asylsuchenden und Schutzbedürftigen von Montag bis Freitag durchgehend von 8 bis 17 Uhr geöffnet.» So steht es in der Verordnung zum eidgenössischen Asylgesetz.
Blöd für das knappe Dutzend Männer aus Afrika, das letztes Wochenende im Bundesempfangszentrum in Basel Schutz suchte. In den Langen Erlen standen sie vor verschlossenen Gittertoren. Die Wachen liessen sie nicht hinein, schreibt die «Aargauer Zeitung».
Den Flüchtlingen blieb nichts anderes übrig, als im Wald zu übernachten. Bei Regen! Für die Flüchtlingsorganisation Bblackboxx «erbärmlich».
Für Roger Lang, den Leiter des Empfangs- und Verfahrenszentrums (EVZ), ein Zustand, der sich nicht ändern lässt. Wer nach Büroschluss kommt, muss also draussen bleiben.
Ausnahmen gibt es für «vulnerable Personen». Frauen mit Kinder oder alte Menschen dürfen auch nachts oder am Wochenende ins Empfangszentrum.
Dass gerade junge männliche Flüchtlinge auch mal dazu gezwungen sind, im Wald zu übernachten, zählen Bund und Kanton nicht zu den Hauptproblemen im Asylwesen. Ein viel grösseres Problem sei der Platzmangel in den Zentren.
Trotzdem bewegt der Fall die Politik. Die Basler SP-Nationalrätin Silvia Schenker will etwas gegen die begrenzten Öffnungszeiten unternehmen. «Ich werde eine Anfrage an den Bundesrat richten.» (mad)