Zwischennutzung gefordert
Spital-Abrisspläne stossen auf neuen Widerstand

Der Abriss des «Schoggiturms» beim Luzerner Kantonsspital sorgt weiter für Streit. Ein SP-naher Verein wehrt sich gegen die Pläne und kritisiert den Widerspruch zu Luzerns Klimazielen. Der Abriss ist ab 2035 vorgesehen.
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Das Gelände des Kantonsspitals Luzern wird ganz neu geplant.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Luzerner Kantonsspital plant Abriss des 67 Meter hohen «Schoggiturms» bis 2035
  • Gegner kritisieren graue Energie und fordern alternative Nutzung statt Abriss
  • Spitalzentrum umfasst 70’000 Quadratmeter, entspricht etwa zehn Fussballfeldern
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Der sogenannte «Schoggiturm» soll weg. 67 Meter hoch ist das Spitalzentrum am Luzerner Kantonsspital (Luks), mit einer Bruttogeschossfläche von 70’000 Quadratmetern – das sind rund zehn Fussballfelder. Doch das Spitalgelände wird ganz neu geplant.

Trotz heftiger Kritik der SP hatte das Stadtparlament im vergangenen Juni den Bebauungsplan verabschiedet und dem Abriss damit grünes Licht erteilt. Nun aber formiert sich plötzlich wieder neuer Widerstand, wie das Onlineportal Zentralplus berichtet.

Hochhaus sei für Spitalbetrieb ungeeignet

Vergangene Woche habe sich der SP-nahe Verein «Zukunft Spitalquartier – Kritische Begleitung» gebildet. Die Gegner würden sich vor allem an der grauen Energie stören, die durch den Abriss frei wird. Das sei mit den Klimazielen der Stadt Luzern nicht vereinbar. Graue Energie ist jene Energie, die für die Herstellung von Dingen oder Gebäuden, den Transport und die Lagerung und Entsorgung von Material anfällt.

In vier Etappen plant die Spitalgruppe Luks ein komplett neues Spitalgelände. Die erste Etappe soll mit dem Neubau des Kinderspitals und der Frauenklinik Ende Jahr abgeschlossen sein.

Der Abriss des «Schoggiturms» soll erst in Phase 4 folgen, frühestens ab 2035. Zuvor soll direkt daneben ein neues Spitalzentrum entstehen. Das heutige Hochhaus sei wegen der vielen Stockwerke ineffizient und behindere den Betrieb, argumentiert das Spital.

Vor Abriss mögliche andere Nutzungen prüfen

Damit aber geben sich die Gegner nicht zufrieden. Sie wehren sich weiter gegen den Abriss. «Zuerst denken, dann abreissen», fordert SP-Politiker Mario Stübi gegenüber Zentralplus. Der Abriss sei geplant, obwohl das Gebäude für andere Nutzungen infrage komme. Die SP habe vergangenes Jahr verschiedene Arten von Zwischennutzungen vorgeschlagen, etwa für Wohnraum.

Der Stadtrat aber habe davon nichts wissen wollen. Eine Umnutzung sei wegen «des Zustands, des Platzbedarfs, der Anforderungen an Sicherheit, Betriebsvorschriften und des Betriebslärms» unsinnig. Auch wären gemäss einem Gutachten Zwischennutzungen des Turms aus zonenrechtlichen Gründen rechtlich problematisch.

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