Darum gehts
- Nationalrat verteidigt internationale Adoptionen, betont Verbesserungen durch Haager Abkommen.
- Er unterstützt Adoptierte bei Akteneinsicht und will Missbrauch im Netz bekämpfen.
- Nach Tuk-Tuk-Unfall: Sieben Rippen gebrochen, noch in Physiotherapie.
Warum haben Sie sich gegen ein Verbot internationaler Adoptionen eingesetzt?
Ein totales Verbot wäre für mich ein No-Go. Ich denke dann immer an mich als verlassenes Kind in Indien. Vielleicht wäre ich dort einfach ein Schuhputzer geworden. Wer hätte sich damals vorstellen können, dass ich einmal im Nationalrat sitzen würde? Ich verstehe sehr gut, dass Menschen, die ihre Adoption in der Schweiz als schmerzhaft erlebt haben, anders empfinden. Das nehme ich sehr ernst. Seit dem Haager Abkommen hat sich die Situation aber stark verbessert, die Hürden für eine Adoption sind sehr hoch geworden.
Wie kann man Missbräuche besser verhindern?
Man kann die Regeln weiter verschärfen. Wenn es Hinweise auf Missstände gibt, könnte man etwa Länder auf eine schwarze Liste setzen. Transparenz ist zentral und laut Kinderrechtskonvention ein Menschenrecht. Ich bin klar dafür, dass Adoptierte unterstützt werden, auch bei der Einsicht in ihre Akten und wenn sie ihre Eltern finden wollen.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.
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Was wären Sie als Kind gern geworden?
Räuber à la Robin Hood oder Polizist. Oder Indianer. Einfach über die Prärie in die Freiheit reiten … Das hat vielleicht damit zu tun, dass ich auf einem Bauernhof in Uetendorf BE aufgewachsen bin.
Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?
Als junger Mann für Sandra Bullock – besonders im Film «The Heat».
Was haben Sie für einen Spitznamen?
Im Jugendverband Cevi hiess ich Gipsy. Aber eigentlich ist Nik auch ein Spitzname. Offiziell heisse ich ja Niklaus Samuel.
Welches ist Ihr Lieblingsspiel?
«Vier gewinnt». Das spiele ich gerne mit meinen drei Kindern. Meistens gewinne ich – aber meine Söhne sind ernstzunehmende Gegner geworden.
Wofür haben Sie zuletzt gebetet?
Ich bete jeden Tag. Heute Morgen für Frieden – und für eine gute Session in Bern.
Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?
Ich bin manchmal ungeduldig.
Welches Kompliment haben Sie kürzlich erhalten?
Ein Freund sagte mir, ich setze mich ohne Vorbehalt für andere ein. Ich habe soeben Verwandten von ihm, die wegen des Iran-Kriegs in Dubai feststeckten, geholfen, über den Oman nach Hause zu kommen.
Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?
Ich bin zufrieden, wie ich bin.
Haben Sie schon einmal eine Therapie gemacht?
Zurzeit bin ich in Physiotherapie. Nach einem schweren Tuk-Tuk-Unfall in Winterthur im letzten Jahr hatte ich sieben Rippen gebrochen, den rechten Arm kann ich noch nicht ganz heben.
Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Fürs Reisen. Die letzten Ferien waren an der Weltausstellung in Japan. Als Nächstes gehts ins Berner Oberland.
Mit wem würden Sie gern im Lift steckenbleiben?
Mit meiner Frau. Mit ihr kann ich immer gut diskutieren.
Wofür sollte es Bussen geben?
Für Fake News und Missbrauch im Internet. Deshalb bin ich im Komitee der Internet-Initiative.
Wie viel sind Sie wert – in Franken?
Unbezahlbar.
Was machen Sie als Letztes, bevor Sie ins Bett gehen?
Ich danke dem Schöpfer.
Wer sind Ihre Lieblingshelden?
Meine Eltern Elisabeth und Fritz. Wie sie mit 85 und 87 Jahren das Leben gestalten – für mich echte Vorbilder.
Was verabscheuen Sie am meisten?
Wenn Menschen andere manipulieren oder bewusst täuschen.
Ihr absolutes Lieblingsgetränk?
Zingi, mein eigener Ingwer-Drink. Den gibt es seit 2017.
Wo möchten Sie leben?
In der Schweiz und in Indien.
Was darf in Ihrem Haushalt nicht fehlen?
Holzböden.
Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Die Hochzeit mit meiner Frau Beatrice vor 32 Jahren in Frutigen BE. Dieser Moment war unique – das würde ich gern noch einmal feiern.
Wovon haben Sie zuletzt geträumt?
Meistens vergesse ich meine Träume. Aber ich wache in der Regel mit einem guten Gefühl auf – also müssen es schöne gewesen sein.