SVP-Shootingstar Esther Friedli
«Für Skirennen habe ich sogar die Schule geschwänzt»

Ski ist die einzige Sportart, bei der SVP-Ständerätin Esther Friedli mitreden kann, wie sie im persönlichen Gespräch zugibt. Für welchen Skistar die St. Galler SVP-Ständerätin schwärmte und was sie für ihren Mann Toni Brunner immer zu Hause hat.
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Seit rund drei Jahren sitzt Esther Friedli im Ständerat. Geboren im bernischen Worb, lebt sie heute in Ebnat-Kappel SG.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Politikerin erzählt über ihr Leben, Ehe und ihre Liebe zu Ski
  • Heirat nach 27 Jahren brachte mehr Sicherheit und Verbindlichkeit in Beziehung
  • Trinkt täglich 3–4 Espressi, um morgens in Schwung zu kommen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Jessica Pfister
Schweizer Illustrierte

Welches Ereignis hat Ihr Leben verändert?
Der Tag, an dem ich Toni kennenlernte. Das war 1996. Zuerst gab es eine Balzphase, bevor wir dann zusammengekommen sind. Wir hatten von Anfang an eine intensive Verbindung, die bis heute hält. 

2024 haben Sie geheiratet – nach 27 Jahren Beziehung! Hat die Hochzeit etwas verändert?
Vielleicht gab es noch etwas mehr Verbindlichkeit. Neben der Liebe war natürlich mit ein Grund, dass wir uns gegenseitig noch besser absichern möchten. Etwa wenn jemandem von uns etwas passiert.

Mein Mann: Mit dem ehemaligen SVP-Präsidenten und alt Nationalrat Toni Brunner führt sie den Landgasthof Sonne in Ebnat-Kappel.
Foto: Kurt Reichenbach

Was wären Sie als Kind gern geworden?
Skirennfahrerin. Leider reichte das Talent nicht, obwohl ich im Skiklub war. Ich habe mir immer enge violette Slalom-Skihosen gewünscht, wie sie Erika Hess getragen hat (lacht). Das war eines meiner schönsten Weihnachtsgeschenke, als ich etwa zehn Jahre alt war.

Sind Sie heute noch Skifan?
Und wie! Es ist die einzige Sportart, bei der ich mitreden kann. Skirennen verfolge ich immer – auch wenn ich unterwegs bin. Zum Glück gibts Handys.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

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Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?
Für Pirmin Zurbriggen. Für die Ski-WM in Crans-Montana 1987 konnte man über den Schweizer Bäckerverband Bildli unserer Skistars sammeln. Hatte man genug davon, gabs ein Poster von Pirmin in Lebensgrösse. Ich habe meine Eltern genötigt, ganz viele Weggli zu kaufen.

Wie hat Ihr Zimmer ausgesehen?
Pirmin Zurbriggen in Lebensgrösse hing nach meiner erfolgreichen Bilderjagd an der Wand. Für Skirennen habe ich sogar die Schule geschwänzt.

Wann haben Sie zuletzt gebetet?
Ich bete regelmässig. Auch vor schwierigen Auftritten und Situationen. Kerzen bedeuten mir auch viel. So zünde ich vor herausfordernden Zeiten – etwa vor einer Prüfung oder einer Operation – eine Osterkerze an.

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Ich bin ein sehr kontrollierter Mensch. Aber als mich die Sankt Gallerinnen und Sankt Galler im Mai 2023 in den Ständerat gewählt hatten und ich im Haus der Freiheit auf die Bühne gestanden bin, hat es mich regelrecht durchgeschüttelt. Vor Erleichterung und vor Freude.

Meine Lektüre: In Oliver Zimmers Buch «Brüssel einfach?» geht es um die Folgen des Vertragspakets mit der EU.
Foto: zVg

Wie möchten Sie sterben?
Natürlich wäre ein hohes Alter schön. Ich glaube aber auch an ein Leben nach dem Tod. Und dass man beim Sterben ein Licht sieht.

Was sollte auf Ihrem Grabstein stehen?
Ich habe es nicht so mit Grabsteinen. Ich hätte lieber einen Baum.

Welches Kompliment haben Sie kürzlich bekommen?
Mich freut immer, wenn mich Bürgerinnen und Bürger am Bahnhof oder beim Einkaufen ansprechen. Um Danke zu sagen oder auch, dass sie nicht einverstanden ist. Hauptsache, direkt ins Gesicht. Da bin ich noch alte Schule.

Was lernen Sie aktuell, was Sie noch nicht so gut können?
Ich kann nicht gut Nein sagen. Ich bin intensiv daran, das zu üben.

Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Toni würde sagen Handtaschen. Ich finde, als Frau kann man nicht genug haben. Wahrscheinlich ist der grösste Ausgabenposten aber das Katzenfutter.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?
Ich stehe nicht gern im Rampenlicht. Das ist als Politikerin manchmal schwierig. Vor Auftritten habe ich immer einen Klumpen im Magen.

Ihr Lieblingsessen und -getränk?
Spaghetti bolognese. Dazu in guter Gesellschaft ein Glas Schweizer Rotwein. Was ich etwas zu viel trinke, ist Kaffee.

Was ist zu viel?
Bis ich morgens aus dem Haus gehe, habe ich schon drei bis vier Espressi getrunken. Sonst komme ich nicht in die Gänge.

Meine Haustiere: Wir haben drei Katzen zu Hause – Ronja und Blacky. Die dritte ist uns im Restaurant zugelaufen – und noch namenlos.
Foto: zVg

Was darf im Haushalt nicht fehlen?
Kafi und Holzofenbrot unseres Becks. Für Toni Aromat. Ich bin da nicht so Fan. Aber man muss ja auch schauen, dass der Mann glücklich ist (lacht).

Womit belohnen Sie sich selber?
Mit einer neuen Handtasche. 

Wovon haben Sie zuletzt geträumt?
Dass ich im Ständerat einen Einsatz zum Sprechen verpasst habe. Da bin ich ziemlich erschrocken aufgewacht. Wir haben ja jeweils so viele Anträge und Geschäfte.

Was denken andere über Sie, was vielleicht gar nicht stimmt?
Mich interessiert nicht, was andere über mich denken, ich gehe meinen eigenen Weg. Doch ich bin sehr selbstkritisch und reflektiere ab und zu etwas zu viel.

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