Kampfwahl ums Präsidium
Filippo Leutenegger will Zürcher FDP-Chef werden

Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger kandidiert für das kantonale Parteipräsidium der FDP. Damit dürfte es zu einer Kampfwahl kommen.
Publiziert: 26.10.2023 um 18:00 Uhr
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Aktualisiert: 27.10.2023 um 11:33 Uhr
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Filippo Leutenegger will Zürcher FDP-Chef werden.

Nicht nur auf nationaler Ebene musste die FDP Wahlverluste hinnehmen, sondern auch im Kanton Zürich. Zwar kann der Zürcher Freisinn seine fünf Nationalratsmandate verteidigen, doch der Ständeratssitz ist nach dem Rückzug von Regine Sauter (57) definitiv futsch. Zudem ist wegen der umstrittenen Listenverbindung mit der SVP bei den Nationalratswahlen noch immer Feuer im Dach. Kommt hinzu: Der aktuelle Parteipräsident Hans-Jakob Boesch (44) hat schon im Sommer seinen Rücktritt für nach den Wahlen angekündigt.

Für die Nachfolge lag bisher erst eine Bewerbung auf dem Tisch: Der ehemalige Regierungsratskandidat Peter Grünenfelder (56) und der Thalwiler Gemeinderat Thomas Henauer wollen die Partei im Co-Präsidium führen. 

Doch jetzt steigt ein freisinniges Schwergewicht in den Ring. Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger (70) kandidiert nun ebenfalls für das kantonale FDP-Präsidium. Er werde am 21. November ausserhalb des ordentlichen Verfahrens für das Präsidium der FDP Kanton Zürich mit seinem Team kandidieren, teilte Leutenegger am Donnerstag mit.

Für das Vizepräsidium stellen sich Kantonsrätin Raffaela Fehr (38) und der Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz, Matthias Müller (31), zur Wahl.

Weitere Informationen erfolgten zu einem späteren Zeitpunkt, teilte der frühere Nationalrat weiter mit.

Leutenegger kandidierte schon einmal

Die Partei soll künftig von diesem Trio geführt werden. Fehr und Müller sollen das Vizepräsidium übernehmen und im Vorstand Einsitz nehmen. «Leuteneggers Kandidatur darf als direkte Reaktion auf Peter Grünenfelders Ambitionen verstanden werden», analysiert die NZZ die Kandidatur.

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So gebe es viele Stimmen innerhalb der Partei, die ein Präsidium unter dem ehemaligen Avenir-Suisse-Direktor für keine gute Idee halten würden. Etwa wegen seines Führungsstils, aber auch wegen dessen «oft auch unbequemen liberalen Ansichten».

Vor knapp 20 Jahren wollte Leutenegger übrigens schon einmal das Kantonalzürcher Parteipräsidium übernehmen. Damals zog er gegen Doris Fiala (66) allerdings den Kürzeren. 

Filippo Leutenegger gründete 1993 die Talk-Sendung «Arena» im Schweizer Fernsehen, bis 1999 war er deren Redaktionsleiter und Moderator. Dadurch erlangte er über Zürich hinaus grosse Bekanntheit. (SDA/rus)

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