Darum gehts
- Am 17. April trafen Schweizer Unternehmen und Chinas Delegation in Bern zusammen
- Medien wurden ausgeschlossen, auf Wunsch Schweizer Unternehmen, trotz Einladung der Botschaft
- Schweizer Unternehmen streben vermehrt Zusammenarbeit mit China an
Die Geschäfte zwischen Schweizer Unternehmen und China nehmen zu. Doch die Öffentlichkeit soll davon offenbar nicht zu viel erfahren. Bei einer kürzlich in Bern stattfindenden Veranstaltung waren eine Blick-Journalistin und mehrere andere Reporter vor Ort. Sie wurden rausgeschmissen.
Konkret veranstalteten die chinesische Botschaft und die Chinesisch-Schweizerische Handelskammer (SCCC) vergangene Woche einen Runden Tisch zwischen führenden Schweizer Unternehmen und einer hochrangigen chinesischen Wirtschaftsdelegation.
Hohe Tiere aus der Schweizer Wirtschaft
Der stellvertretende chinesische Handelsminister Ling Ji war im Swissôtel Kursaal in Bern anwesend. Bereits die Anzahl der anwesenden chinesischen Delegierten liess erahnen, dass es um viel ging.
Die Schweizer Seite stand dem in nichts nach. Anwesend war etwa Magdalena Martullo-Blocher (56), CEO von EMS-Chemie und SVP-Nationalrätin. Auch hochrangige Vertreter der grössten Schweizer Vorzeigeunternehmer – wie etwa UBS, Nestlé oder Novartis – waren vor Ort.
Medien sind unerwünscht
Die Presse war von der chinesischen Botschaft zu der Veranstaltung eingeladen worden. Peking macht keinen Hehl aus seinem Wunsch nach Annäherung und einer Steigerung der Schweizer Investitionen in China. Im Gegenzug sollen Schweizer Unternehmen Zugang zu einem der grössten Märkte der Welt erhalten und gleichzeitig ihre Produktionskosten senken können.
In Bern angekommen, dann der Paukenschlag: Die Podiumsdiskussion war für die eingeladene Presse nun doch nicht zugänglich. Nach Rückfrage stellte sich heraus, dass es die Schweizer Unternehmen waren, die ihren Austausch mit ihren chinesischen Partnern nicht in den Medien publik machen wollten.
Nachdem sich alle Teilnehmer gesetzt hatten, mussten die Journalistin von Blick Romandie, ein Journalist von «Finanz & Wirtschaft» und ein Reporter einer chinesischen Agentur den Saal verlassen.
Vertreter aus Neuenburg begeistert
Grundsätzlich motiviert die unvorhersehbare Zollpolitik von Donald Trump Schweizer Unternehmen derzeit dazu, eine Diversifizierung ihrer Handelsbeziehungen in Richtung China voranzutreiben.
Auf Bundesebene setzt sich Guy Parmelin, Vorsteher des Wirtschaftsdepartements, aktiv für die Stärkung der Handelsbeziehungen mit dem drittwichtigsten Handelspartner der Schweiz ein. Er leitete etwa im Juli 2024 eine Wirtschaftsmission zur Modernisierung des Freihandelsabkommens von 2013.