Darum gehts
- Parlamentspräsidenten aus aller Welt sollen Trump für den Nobelpreis vorschlagen
- Eine entsprechende Anfrage landete auch bei den Schweizer Parlamentsdiensten
- Bundesbern lehnt jedoch ab – und nennt dafür formale Gründe
Der israelische Parlamentspräsident Amir Ohana (49) kündigte es am 13. Oktober 2025 an: An diesem Tag wurde Donald Trump (79) in Jerusalem für seine Verdienste um die Beendigung des Gazakriegs gefeiert. Gemeinsam mit dem Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson (54), werde er Parlamentspräsidenten aus aller Welt dafür zu gewinnen versuchen, den US-Präsidenten für den nächsten Friedensnobelpreis vorzuschlagen, sagte Ohana.
Lange unternahmen Ohana und Johnson jedoch nichts, um ihre Ankündigung umzusetzen. Maja Riniker (47) und Andrea Caroni (45), die bis Ende November 2025 den National- beziehungsweise Ständerat präsidierten, kamen deshalb darum herum, sich mit der delikaten Frage zu befassen, ob sie sich an dieser Initiative beteiligen. Doch mittlerweile sind die Anfragen für eine Mitwirkung an diesem Appell bei den Parlamenten eingetroffen – auch in der Schweiz.
Parlamentsdienste in Bundesbern erhielten Anfrage
Für Trumps Nobelpreis-Ambitionen gibt es eine Abfuhr aus Bundesbern. Eine Anfrage an die Parlamentsdienste im Namen des Präsidenten des israelischen Parlaments, ob sich die Parlamentspräsidenten einem Brief an das Nobelpreiskomitee anschliessen möchten, wurde dahingehend beantwortet, «dass die Ratspräsidenten nicht legitimiert wären, selber oder im Namen der jeweiligen Kammer Appelle dieser Art zu unterzeichnen». Dies schreibt der seit Dezember 2025 amtierende Ständeratspräsident Stefan Engler (65, Mitte) auf Anfrage von Blick.
Abgelehnt hat eine entsprechende Anfrage auch der Präsident des polnischen Parlaments, Wlodzimierz Czarzasty (65). Trump verdiene den Friedensnobelpreis nicht, weil seine Politik transaktional sei und auf Gewalt beruhe statt auf dem Aufbau eines dauerhaften Friedens, erklärte Czarzasty. Das führte zu schweren Verstimmungen zwischen Washington und Warschau: Der US-Botschafter in Polen erklärte, man werde wegen dessen Respektlosigkeit gegenüber Trump jeden Kontakt zu Czarzasty abbrechen. Ob auch die nicht inhaltlich, sondern formalistisch begründete Schweizer Absage für Unstimmigkeiten sorgt, könnte sich bereits nächste Woche zeigen: Dann reist eine US-Delegation für Zollverhandlungen nach Bern.