302'000 Franken Entschädigung
Warum Pfisters Top-Beamte wirklich gehen musste

Die Direktorin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz tritt ab. Eine interne Vereinbarung zeigt: Das Vertrauen zwischen ihr und Bundesrat Martin Pfister war zerstört.
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Michaela Schärer verlässt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Michaela Schärer verlässt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz per April 2026
  • Grund: Vertrauensverlust zwischen Schärer und VBS-Chef Martin Pfister
  • Abfindung von 302'000 Franken, entspricht ihrem Jahreslohn
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Fabian EberhardStv. Chefredaktor SonntagsBlick

Warum musste die Chefin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (Babs) gehen? Das Verteidigungsdepartement (VBS) kommunizierte ihren Abgang Anfang Januar mit einer dürren Medienmitteilung: «Michaela Schärer verlässt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz.» Die Direktorin und Bundesrat Martin Pfister seien übereingekommen, das Amt neu zu besetzen. Für eine «geordnete Nachfolgeregelung» sei der Austritt auf Ende April 2026 festgelegt worden.

Blick liegt nun die Abgangsvereinbarung vor, die das VBS mit Schärer geschlossen hat. Darin erklären die Babs-Chefin und VBS-Chef Martin Pfister die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses wegen «Wegfalls der gedeihlichen Zusammenarbeit» – das ist Juristensprech für: Das Vertrauen zwischen den beiden ist dermassen gestört, dass eine Weiterbeschäftigung nicht mehr möglich ist.

302'000 Franken Abfindung

Unterzeichnet wurde das Dokument am 3. Dezember 2025. Gestützt auf die Genehmigung des Bundesrates vereinbarten die Parteien, dass Schärer eine Abgangsentschädigung in der Höhe von 302'000 Franken erhält, was dem vom VBS kommunizierten Jahreslohn entspricht.

Warum genau das Verhältnis zwischen Pfister und Schärer zerrüttet war, sagt das Verteidigungsdepartement nicht. Ein Sprecher erklärt: «Wir geben keine weiteren Auskünfte.»

Babs in der Kritik

Erahnen lässt sich der Grund dennoch: Das Babs geriet kürzlich in die Schlagzeilen, weil bei einer Übung zu einem hybriden Angriff auf die Schweiz ein zentrales Computersystem ausfiel – bereits zum zweiten Mal. Die «NZZ am Sonntag» titelte: «Das Katastrophenamt ist selber ein Krisenfall.» Schärer selbst wurde für ihren Führungsstil kritisiert.

Die Medienstelle des Babs bestritt jedoch, dass es beim Bundesamt eine Krise gebe. «Während meiner Amtszeit hat das Babs eine Phase des kulturellen Wandels durchlaufen, um sich auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft vorzubereiten», sagte Amtsleiterin Schärer.

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