Darum gehts
- Die Schweizer Armee verhängt Fahrverbot für 238 Schützenpanzer
- Technische Probleme am Seitenantrieb sind Auslöser
- Reparaturen der M113-Flotte bis 2025 kosteten 2,6 Mio. Franken
Bereits 2023 musste die Armee sämtliche Schützenpanzer M113 grounden. Nun steht schon wieder alles still: Die Armee hat für die gesamte Flotte ihrer Schützenpanzer M113 ein Fahrverbot erteilt. Mittlerweile sind es noch 238 betroffene Fahrzeuge. Das Fahrverbot wurde vom Chef der Logistikbasis der Armee, Divisionär Rolf Siegenthaler, ausgesprochen, wie der Bund am Dienstagnachmittag mitteilte.
Wie lange das Fahrverbot gilt, ist noch unklar. Es bleibe bestehen, «bis die Mängel vollständig behoben werden können». Ursache sind technische Probleme am Seitenantrieb der Schützenpanzer M113. 2023 lag das Problem noch bei der Antriebswelle.
«Das ist alles nur politische Pflästerli-Politik!»
Der Defekt konnte Probleme beim Lenken und Bremsen auslösen. Eine Gefahr für die Truppe und Dritte. Panzeroffiziere bezeichneten die Situation damals als «dramatisch».
«Die vollständige Wiederinstandstellung dauerte aufgrund der schwierigen Ersatzteilbeschaffung bis Ende 2025 und kostete rund 2,6 Millionen Franken», so der Bund. Nur wenige Monate später also wieder eine Schlappe für die Armee. Die Ablösung der M113-Flotte, bei der die Fahrzeuge teils älter als 50 Jahre sind, sei in verschiedenen Rüstungsprogrammen geplant.
Innerhalb der Armee wird das Problem bei der Politik verortet: «Sie verursacht durch das Vorenthalten von dringenden Investitionen ein richtiges Durcheinander bei der Armee», findet Erich Muff, Präsident der Offiziersgesellschaft Panzer. «Ein Batzen hier, ein Batzen dort, alles nur politische Pflästerli-Politik!» Stattdessen brauche es dringend eine nachhaltige Modernisierung der Verteidigungsfähigkeit – und das bei einer massiv verschärften Bedrohungslage.
Viele Systeme seien mittlerweile hoffnungslos überaltert. «Es fehlt an allen Ecken und Enden», sagt Muff. Die Politik müsse dringend dafür die Verantwortung übernehmen und die Milliarden für die Modernisierung sprechen.
Das Problem beschränkt sich aber nicht auf den M113 alleine. Vor rund einem Jahr berichtete Blick, dass insgesamt rund jedes fünfte der insgesamt 20’000 Radfahrzeuge der Armee still in der Werkstatt steht. Grund dafür sei, dass sowohl dem Militär als auch dem privaten Gewerbe das nötige Fachpersonal fehle, um die Instandhaltung wie geplant abarbeiten zu können. Betroffen waren unter anderem auch verschiedene Schützenpanzer-Typen. «Mit der Überalterung von Teilflotten nimmt der Anteil an Ausfällen heute markant zu», räumte die Armee schliesslich ein.