Trailer Prix Walo 2026
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Show-Szene Schweiz feiert:Trailer Prix Walo 2026

Neues Zuhause für TV-Legende
Sepp Trütsch hat seine Heimat verlassen

Sein Leben lang hat der frühere Moderator von Volksmusik-Sendungen in seinem Geburtsort, der Gemeinde Schwyz, gelebt. Vor drei Monaten hat Sepp Trütsch seine Heimat verlassen und ist mit seiner Frau Ida weggezogen.
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Er ist eine Legende der Schweizer TV-Unterhaltung: Sepp Trütsch. Hier beim Musigplausch, 1992.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sepp Trütsch (76) zog nach Brunnen SZ, um barrierefrei zu wohnen
  • Er trennte sich von persönlichen Gegenständen, behielt jedoch Familienerinnerungen
  • Prix Walo feiert 50 Jahre am 2. Mai im Kongresshaus Zürich
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Aurelia Robles (Text) und Siggi Bucher (Fotos), GlücksPost
Glückspost

Mit Hut, Jackett und Schirm spaziert Sepp Trütsch (76) entlang der Seepromenade von Brunnen SZ. Es nieselt, die Temperaturen sind wenig frühlingshaft. «Als meine Postur noch jener eines Breitbildschirms ähnelte, mochte ich dieses Wetter», witzelt der «Papst der Volksmusik», der nach einer Magenbypass-Operation einst 60 Kilo verlor. «Heutzutage friere ich aber schneller.» Umso gemütlicher ist es dann bei einer heissen Schale im Seehotel Waldstätterhof, wo der frühere TV-Moderator gelegentlich zum Morgenstamm geht.

Vor gut drei Monaten ist Sepp Trütsch mit Ehefrau Ida (76) von Schwyz SZ ins fünf Kilometer entfernte Brunnen gezogen. Dass er, der in der Gemeinde Schwyz geboren ist, dort eine Lehre zum Drogisten absolvierte, geheiratet und eine Familie gegründet hat, jemals aus seiner Heimat wegziehen würde, «hätte ich nie gedacht», sagt er. Doch als seine Frau vergangenes Jahr zweimal am Rücken operiert werden musste und es ihr unmöglich wurde, die vielen Treppen des Eigenheims emporzusteigen, habe er erkannt, dass sie umziehen müssen. «Als ich sah, dass meine Frau leidet, war für mich klar, dass wir handeln müssen. Und dies rechtzeitig und noch selbstbestimmt.»

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Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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In Brunnen, «einem der wenigen Orte, die ich mir neben Schwyz vorstellen konnte», wurde das Ehepaar Trütsch bald fündig und konnte eine schöne Wohnung mit etwas Seesicht erwerben. «Alles ist auf einer Ebene und auch die Geschäfte sind in der Nähe. Wir würden nicht mal mehr ein Auto benötigen.» Auch ist ihr neues Zuhause rollstuhlgängig, der Lift führt direkt in die Wohnung. «Wir sind an einem Ort, an dem wir theoretisch sogar eine Pflegehilfe haben könnten. Für den Fall der Fälle wäre eigentlich alles vorbereitet», sagt Sepp Trütsch. «Und ich habe hier die gleiche Kollegschaft und einen sehr grossen Bekanntenkreis. Ich bin hier überhaupt nicht einsam.»

Von Haus und Erinnerungen getrennt

Der Umzug nach all den Jahrzehnten bedeutete nicht nur, ihr Haus, das sie bald zum Verkauf anbieten, zu verlassen, sondern ebenso Erinnerungen hinter sich zu lassen. Auch materiell. «Wenn man räumt, sieht man erst, was man alles hat und gar nicht braucht. Unglaublich», sagt Sepp Trütsch. «Ich habe grausam viel weggeworfen, es ging auch nicht anders.» Doch von den Geschirrservices hat das Paar alle vier behalten, auch wenn dies zu viel ist. «Auch meine Ahnen habe ich mitgenommen», erzählt der Geschichtsinteressierte. Dies in Form eines Buches, in dem sein Vater mit dem Kloster Einsiedeln alles nachgeführt hatte. «Das ist irrsinnig schön. Wir sind ein sehr altes Geschlecht.»

Von alten Kleidern, Schlafzimmermöbeln bis hin zu 13 dicken Bundesordnern voller gesammelter Zeitungsartikel über ihn – alles weg! «Wer schaut das denn noch an? Ich selber weiss ja, was ich gemacht habe und unsere Kinder würden es später auch wegwerfen», meint Sepp Trütsch. «Ich wollte ihnen nicht ein volles Haus hinterlassen. Wir wollten auch das geordnet haben. Es gibt die rechtliche Vorsorge, die man machen muss, und eben die menschliche, wie das Hab und Gut.» Was weder das Ehepaar Trütsch noch die Kinder oder die Enkelin behalten wollten, übernahm eine engagierte Firma. «So war das Zügeln gut organisiert.»

Selbst von seinen (goldenen) Schallplatten hat sich der einstige Jodler und Sänger getrennt. «Für mich ist wichtiger zu wissen, dass das, was man gemacht hat, funktioniert hat und dass man nicht alles falsch gemacht hat», findet Sepp Trütsch. Der Volksmusik-Experte erzählt, wie es dann insbesondere im Moderationstrio mit Carolin Reiber (85) und Karl Moik (1938– 2015) mit dem «Grand Prix der Volksmusik» richtig abging. «Das waren die goldenen Zeiten. Unsere erste TV-Reise führte uns nach Toronto mit 11000 Leuten», erinnert er sich. Noch heute trifft er sich einmal im Jahr mit Reiber und Moiks Witwe.

50 Jahre Prix Walo

Mit der Volksmusik, aber generell mit der Schweizer Unterhaltung ist Sepp Trütsch noch immer aktiv verbunden. Seit 40 Jahren ist er Vizepräsident der Showszene Schweiz und somit Dienstältester. Dieses Jahr feiert der von der Showszene verliehene Prix Walo an der Gala am 2. Mai im Kongresshaus Zürich sein 50. Jubiläum. «Der Preis hat relativ klein angefangen und dann gewaltige Schritte bis ins Fernsehen gemacht», sagt Sepp Trütsch. «Aus meiner Sicht ist es noch heute der wichtigste Preis, wenn man sieht, wer schon ausgezeichnet wurde.» Doch jedes Jahr müsse erneut um Geld von Stiftungen und Sponsoren gekämpft werden; die Auszeichnung am Leben zu erhalten, sei schwierig. «Präsidentin Monika Kaelin ist der Wahnsinn. Sie ist die absolut Einzige, die irgendwie immer wieder zu Geld kommt», sagt der Ehren-Prix-Walo-Träger von 2019 und fügt lachend an: «Man kann sie vorne aus der Türe werfen, und sie kommt durch die Hintertüre wieder rein.»

Am 23. Mai feiert Sepp Trütsch zudem seinen 77. Geburtstag. Sein Wunsch ist es noch immer, Frau Ida auf einer Autoreise die Lofoten-Inseln zeigen zu können.

Die Schale ist ausgetrunken, Zeit, sich auf den kurzen Heimweg zu machen. 7500 Schritte versucht Sepp Trütsch jeden Tag zu gehen. «Wir haben uns mittlerweile hier unten eingelebt. Das Leben geht sehr ‹ring› und meine Frau und ich sind sehr glücklich. Schlussendlich war der Umzug befreiend.»

Wollen Sie an die «Prix Walo»-Gala im Kongresshaus Zürich? Tickets für die grosse 50-Jahr-Jubiläumsshow gibt es bei Ticketcorner. 

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