Mundart-Potpourri und Dörflijugend
«Ewigi Liebi» spielt den Heimatbonus süffig aus

Die Schweiz liebt «Ewigi Liebi»: Nach dem Erfolg als Musical wurde die berührende Geschichte der Jugendliebe von Heidi und Daneli nun zum Spielfilm. Mit dabei: Luca Hänni und ein Potpourri aus Mundarthits.
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In der Musicalverfilmung «Ewigi Liebi» reist ein Liebespaar (gespielt von Luca Hänni und Elena Flury) zurück in die Zukunft.
Foto: DCM

Darum gehts

  • Das Musical «Ewigi Liebi» wurde erfolgreich zum Film adaptiert
  • Die Geschichte vereint Mundarthits, Zeitreise und eine romantische Dreiecksgeschichte
  • Über 700 000 Zuschauer besuchten 900 Vorstellungen im Zürcher Maag-Areal
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Antonio Gattoni
Tele

Was macht wohl der einstige Jugendschatz heute? Wären wir vielleicht noch zusammen, wenn nicht der Zufall oder eigene Sturheit dazwischengefunkt hätte? Wenn da nicht ein dummes Missverständnis gewesen wäre? Fragen, die man sich, nostalgisch geworden, erst im reifen Alter stellt. Wahre Liebe ist vielleicht etwas, das es in reinster Form nur in der Sehnsucht gibt.

Ein Artikel aus «Tele»

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

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Aber singen lässt sich darüber rührend schön und zeitlos, in unzähligen Pophits, aber auch im Musical «Ewigi Liebi» (2007). So heisst das erfolgreichste Schweizer Musical, das in über 900 Vorstellungen unglaubliche 700'000 Zuschauer ins Maag-Areal in Zürich lockte.

«Ewigi Liebi» spielt den Heimatbonus aus

Als roten Faden einer Liebe damals und heute reihten die Autoren Roman Riklin und Dominik Flaschka populäre Mundarthits aneinander, von Polo Hofers «Alperose» bis Patent Ochsners «Scharlachrot». Bei so viel Swissness war klar, dass nun auch ein Spielfilm ins Kino kommt, produziert von Zodiac Pictures («Die göttliche Ordnung», «Heldin»). Erzählt wird die Geschichte von Heidi (Elena Flury) und Daneli (Luca Hänni), die beide in Trub im Emmental leben und sich auf einem Bänkli hoch über dem Dorf ewige Liebe schwören bzw. singen.

Es kommt aber anders. 30 Jahre später führt Daneli (Pasquale Aleardi) in Zürich einen Plattenladen. Er ist verzweifelt, denn er muss den Laden wegen einer Sanierung räumen. Als die Leiterin des Projekts vorbeikommt, staunt er: Es ist Heidi (Susanne Kunz), seine Jugendliebe. Sie ist jetzt mit Danelis ehemals bestem Freund Ferdinand zusammen, mit dem er früher in einer Band spielte. Wehmütig fragt sich Daneli, was damals wohl schiefgelaufen ist. Und bekommt eine Chance, dies herauszufinden, als er auf der Toilette plötzlich zu einer Zeitreise in seine Jugend gespült wird.

Songs mit Augenzwinkern

Ein Mundarthit-Potpourri neu verpackt, gepaart mit romantischer Zeitreise-Lovestory, das ist eine verheissungsvolle Formel. Pierre Monnard («Platzspitzbaby») spielt den Heimatbonus süffig aus und platziert die Dreiecksgeschichte in eine ländliche und städtische Umgebung: mit Dörflijugend im Bandfieber und Mittfünfzigern in der Midlife-Crisis. Die Zeitreisedetails wirken etwas plump(s): Eine WC-Spülung ist der Beamer statt einer Gondel wie im Musical. Dafür sind die Songs mit einem Augenzwinkern eingebettet, darunter auch neue wie «079» von Lo & Leduc.

Luca Hänni (31) überzeugt nicht nur als Sänger, sondern schlägt sich auch in seiner ersten Filmrolle wacker. So mag «Ewigi Liebi» (Budget: 4 Mio.) etwas harmlos und naiv daherkommen, bodenständigen Charme hat er alleweil.

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