Darum gehts
- Barbara Bleisch moderiert «Zimmer 42», ein beliebter Philosophie-Podcast mit TV-Präsenz
- Gespräche im Podcast schaffen Vertrautheit und Intimität mit den Gästen
- «Zimmer 42» hat nach vier TV-Ausgaben sehr zufriedenstellende Einschaltquoten erreicht
Seit 15 Jahren moderiert Barbara Bleisch «Sternstunde Philosophie», und dies erklärtermassen nach wie vor sehr gern. Im Juni gesellte sich ein Podcast dazu. «Für mich ist ‹Zimmer 42› eine persönliche Form der Weiterentwicklung», sagt Barbara Bleisch zur neuen Aufgabe. Neu ist auch, dass «Zimmer 42» fünfmal Fernsehen darf. Ob es 2026 mehr davon gibt, ist noch offen, sicher aber ist: Wie und worüber diskutiert wird, kommt an. SRF zeigt sich nach nunmehr vier TV-Ausgaben sehr zufrieden mit den Quoten.
TELE: Das Publikum verspürt also keine Schwellenangst, Ihr «Zimmer 42» zu betreten?
Barbara Bleisch: Nein, und das freut mich natürlich. Genauso wie die vielen Postkarten mit den philosophischen Sprüchen, die ich erhalte und sammle. Ich bringe immer eine in die Sendung mit.
Und was sollen umgekehrt die Leute mitnehmen?
Ein paar Ideen aus dem philosophischen Arsenal der Lebenskunst – wie wir besser durchs Leben kommen, das sich für uns ja auch als Aufgabe darstellt. Wir verbringen unsere Zeit nicht einfach wie eine Kuh auf der Weide, stehen da und sind irgendwann tot. Wir wissen um die Endlichkeit – und deshalb stellt sich vielen die Frage, wie wir die begrenzte Zeit nutzen sollen.
Werden Sie häufig auf den Podcast angesprochen?
Überraschend oft. Neulich im Tram, von einer Frau mit Kopfhörern. Sie nahm sie raus und sagte: «Jetzt höre ich Ihnen gerade zu im ‹Zimmer 42›!» (lacht). Das sind schöne Momente.
Das Schöne an Podcasts ist ja oft die Nähe.
Ja, sie lassen grosse Vertrautheit und Intimität entstehen. Man erzählt eher mal etwas Privates. Darum duze ich meine Gäste auch. Wer zuhört, hat das Gefühl, mit am Küchentisch zu sitzen.
Was ist für Sie ein gutes Gespräch?
Es zeichnet sich dadurch aus, dass weder der Gast noch ich schon alle Fragen oder Antworten haben. Ein Gespräch lebt von der Bereitschaft, sich einzulassen und von der Beziehung, die entsteht. Im besten Fall sagen beide danach: «So habe ich das noch nie gesehen.»
Um das zu erreichen, haben Sie nur rund 50 Minuten Zeit.
Es muss ja nicht gleich 9 Stunden 45 dauern wie bei «Alles gesagt?». Aber manchmal wünsche ich mir mehr. Gleichzeitig merke ich, dass ich selbst selten länger als eine Stunde höre – irgendwann will man ein neues Thema, eine neue Stimme.
Ihr nächster Gast, Zen-Meister Niklaus Brantschen, ist bestens bekannt.
Mit ihm spricht man meist über Stille oder Ruhe. Mich interessiert diesmal etwas anderes: Wie finden wir Verbundenheit wieder – zur Welt, zu anderen, zu uns selbst?
Die Sendung wird vor Publikum aufgezeichnet. Ändert das etwas?
Absolut. Die Energie im Raum ist eine andere – als würde man gemeinsam atmen. Ich spüre, wenn sich Aufmerksamkeit verdichtet oder wenn jemand lacht. Das bestärkt mich darin, an etwas dranzubleiben oder es lockerer zu halten. Podcasts dürfen ja auch mal flapsig sein.
Hilft Ihnen die Pflanze im Studio?
(schmunzelt) Ich versuche, in der Studio-Anonymität ein bisschen Alltag hereinzubringen. Die schönsten Gespräche passieren für mich in warmen Räumen – einer Küche zum Beispiel.
Darum auch Tee und das «Zimmer»?
Ja. Ein Zimmer ist ein Ort, in dem man sich zurückzieht, wo man intimer reden kann.
Und die 42?
In «Hitchhiker’s Guide to the Galaxy» ist sie die absurde Antwort auf die grosse Frage nach dem Leben. In der Philosophie ist sie zu einer Chiffre geworden – das spielerische Augenzwinkern. Ich mag das.
Gibt es auch falsche Antworten?
Klar – auf empirische Fragen oder in der Logik: 2 und 2 ist nicht 5. In der Philosophie sprechen wir eher von Ungültigkeit, etwa wenn etwas widersprüchlich ist. Und Widersprüche bringen uns weiter. Sie öffnen neue Perspektiven.
Welche Fragen treiben uns heute um?
Gesellschaftlich sicher der Zusammenhalt, Zukunftsängste, Klimawandel, KI. Und viele stellen persönliche Fragen: Wie gelingen Beziehungen? Was ist mir wichtig? Wie fange ich neu an?
Wie leeren Sie als Berufsdenkerin den Kopf?
Ich gehe gern in den Wald, laufe, schnuppere frische Luft. Bewegung bringt das Denken in Gang – das wusste man schon in der Antike. Und der Alltag erdet: einkaufen, kochen, Teenager zu Hause. Da ist Schluss mit Sinnieren.
Man kann schliesslich nicht immer tiefgründig sein.
(nickt) Muss man auch nicht. Ich schätze heitere Abende genauso wie tiefsinnige Gespräche mit Freunden.
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