Darum gehts
- Beat Schlatter wird am 5. Mai 65-jährig und erhält erstmals AHV-Geld
- Die ersten Raten investiert er in sein neues Buchprojekt «Malen Leiden Sterben»
- Das Buch erscheint im September 2026, Schlatter schildert 49 Künstler-Biografien
Geburtstage findet Beat Schlatter grundsätzlich etwas Seltsames. «Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, nur weil ich eine bestimmte Zahl erreicht habe. Sondern lieber aufgrund einer künstlerischen Leistung», sagt der Zürcher Schauspieler und Autor zu Blick. Dies gelte auch für seinen 65. Geburtstag, der für viele Menschen den Eintritt ins Rentenalter bedeutet. Am Dienstag erreicht Schlatter diese Marke.
«In unserer Branche kenne ich jedoch niemanden, der mit 65 aufhört. Viele können es sich finanziell nicht leisten oder sind noch in einem laufenden Projekt. Und viele arbeiten auch grundsätzlich gerne, abgesehen von jedem Jahrgang», meint er.
«Unter dem Strich rund 2000 Franken»
Das erste AHV-Geld trifft bei Schlatter im Juni ein. «Ich habe zum Glück jedes Jahr immer schön brav einbezahlt, deshalb bekomme ich das Maximum. Aber grosse Sprünge machen kann man damit nicht», sagt er. «In Zürich reicht das nicht einmal für einen gedeckten Parkplatz. Wenn ich denn überhaupt ein Auto hätte», scherzt er. «Unter dem Strich sind es rund 2000 Franken.»
Schlatter hat mit seinem Manager nach einer originellen Idee gesucht, diese Summe und auch die zunehmende Teuerung mit einem Projekt im Lebensmittelbereich zu thematisieren. «Ich überlegte mir zum Beispiel, für diese Summe Milchpackungen zu kaufen und sie vor dem Supermarkt zu einem tieferen Preis wieder zu veräussern. Aber das hätten die Leute wohl verdächtig gefunden, weil sie gedacht hätten, etwas stimme mit dieser Milch nicht. Schliesslich liessen wir es sein.»
Schlatter wird die ersten paar AHV-Raten nun in sein neues Buchprojekt investieren. «Malen Leiden Sterben» erscheint im September 2026. «Das kommt richtig gut», freut er sich.
Darin erzählt er anhand von Gemälden, die er in Brockenhäusern erworben hat, 49 fiktive Künstlerbiografien. «Nebst den Emotionen, die man in der Kunst schafft, geht es immer darum, glaubwürdig zu sein. Geschichtenerzähler wie ich müssen Gefühle erzeugen und die Illusion erwecken, dass es genau so hätte sein können, wie es im Buch steht oder im Film vorkommt.»
Schlatter denkt nicht ans Aufhören
Das Werk erscheint im Theologischen Verlag Zürich, wo jüngst auch die 70-Jahr-Jubiläumsausgabe des Kinderbuchklassikers «Mein Name ist Eugen» von Klaus Schädelin (1918–1987) herausgekommen ist.
In der Verfilmung von Michael Steiner (56) verkörperte Schlatter 2005 die Figur von Fritzli Bühler, den König der Lausbuben. Deshalb hat er in der Jubiläumsausgabe auch das Nachwort verfasst.
Bereits Ende Mai kommt «Do Re Mi Fa So lauft's» von Musikproduzent Sergio Fertitta in die Kinos, in dem Schlatter in einer Nebenrolle zu sehen ist. «Ich habe auch selber wieder ein Drehbuch für eine Komödie geschrieben», sagt Schlatter, der 2023 die Idee zum Kinohit «Bon Schuur Ticino» lieferte und die Hauptrolle spielte. «Aber es kann noch Jahre gehen, bis der neue Film fertig wird. In diesem Metier ist es ähnlich wie beim Fussball: Es muss sehr viel zusammenpassen, damit man Meister wird.»
Der Spielfilm «Flitzer» mit Beat Schlatter von 2017 läuft am 10. Mai auf SRF 1.