Marius Borg Høiby vor Gericht
«Ich durfte weitermachen – auch nachdem sie eingeschlafen war»

Marius Borg Høiby steht noch bis zum 19. März vor Gericht in Oslo. Dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wird unter anderem Vergewaltigung, häusliche Gewalt und Drogenmissbrauch vorgeworfen. Blick hält dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Marius Borg Høiby steht vor Gericht.
Foto: AP
14:40 Uhr

Prozesstag 3 beendet

Nach der Aussage der zweiten Gardistin erklärt das Gericht den dritten Prozesstag um 14.27 Uhr für beendet.

14:30 Uhr

Zwei Gardistinnen im Zeugenstand

Es wurden zwei ehemalige Gardistinnen befragt, die damals auf Schloss Skaugum Dienst hatten. Die erste Gardistin schildert, dass die Party-Gäste nicht mehr ganz nüchtern waren. Einer habe gefragt, ob er ihre Waffe halten könne. Später sei das mutmassliche Opfer zusammen mit Høiby rausgekommen, er mit freiem Oberkörper. Es wurde ein Taxi bestellt. 

Die zweite Gardistin erzählt, dass Høiby und «die Skaugum-Frau» sich draussen erst lange umarmten. «Sie schienen ein gutes Verhältnis zu haben. Ich erinnere mich, dass ich dachte, es sei etwas intim, so ein bisschen Flirten.» Dann sei das mutmassliche Opfer zu ihr gekommen und sie unterhielten sich, während sie auf das Taxi wartete. Die Frau sei aufmerksam und gesprächig gewesen; sie habe nicht betrunken gewirkt. 

Die Aussagen der Gardistinnen sind wichtig, weil «die Skaugum-Frau» aussagte, der letzte Teil der Party sei wie ein «schwarzes Loch» gewesen. Sie vermutete, unter Drogen gesetzt worden zu sein. 

13:43 Uhr

Zweite Zeugin nimmt vorherige Aussage zurück

Auch die zweite Zeugin kann sich nicht daran erinnern, in der Nacht vor acht Jahren Drogenkonsum oder sexuelle Handlungen anderer beobachtet zu haben. Sie berichtet von einem Trinkspiel, das das mutmassliche Opfer (die «Skaugum-Frau») gestartet haben soll. Die Partygäste sollen zwar angetrunken, aber nicht völlig neben der Spur gewesen sein. 

Høibys Verteidiger fragt sie daraufhin, warum sie während der Vernehmung ursprünglich angegeben habe, die Leute seien betrunken gewesen und hätten sich «wie Idioten» benommen – Jetzt hingegen sei sie damit nicht mehr einverstanden. Sie begründet dies damit, dass sie beim Erklären gestresst gewesen sei und sich an Ereignisse erinnern musste, die acht Jahre zurückliegen: «Ich war vielleicht ein wenig unverantwortlich in der Art und Weise, wie ich mich erklärt habe.»

13:01 Uhr

Erste Party-Zeugin wird befragt

Es geht weiter. Jetzt sind zwei Zeuginnen geladen, die in der Nacht der ersten mutmasslichen Vergewaltigung durch Høiby am 20. Dezember 2018 ebenfalls bei der Party im Keller von Gut Skaugum anwesend waren. Die erste Frau, die in der betreffenden Partynacht dabei war, wird jetzt befragt. Høiby sitzt zwischen seinen beiden Verteidigern. 

Die Zeugin sagt aus, sich nicht zu erinnern, ob in der Nacht Drogen im Spiel waren. 

12:28 Uhr

Jetzt ist Pause

Bis 12:45 Uhr ruht der Prozess – dann soll es weiter gehen. 

11:53 Uhr

Høiby wird wütend und weint im Gerichtssaal

Es wurden Beweise vorgelegt, dass Marius Suchbegriffe wie «Unterschied zwischen Überfall, Vergewaltigung und Übergriff» oder «Besuchsverbot» googelte.

Høiby reagiert auf Ausführungen der Polizei über bestimmte Suchanfragen im Internet. Sie stünden nicht in direktem Zusammenhang mit dem Prozess. «Ich finde es lächerlich, es einzubeziehen, ich verstehe nicht, warum man es einbeziehen sollte», sagt er. Und: «Was zum Teufel hat das mit dem Fall zu tun?» Dann kommen ihm die Tränen. 

11:31 Uhr

Marius soll gesamten Inhalt seines Telefons gelöscht haben

Im Sommer 2024 wurde Marius von der Polizei festgenommen, nachdem er seine damalige Freundin in deren Wohnung angegriffen hatte. Die Festnahme geschah mit Vorankündigung, nachdem die Behörden mit Mette-Marit telefoniert hatten. Die Beamten fanden eine Nachricht, die Marius an eine Bekannte schickte: «Habe mein gesamtes Handy gelöscht, bevor ich verhaftet wurde. Deshalb habe ich jetzt nicht einmal mehr ein Foto von dir.» Das schildert der Polizeibeamte im Zeugenstand. Danach habe Marius der Bekannten ein weinendes Emoji geschickt und sie aufgefordert, ihm neue Nacktfotos zu schicken.

11:08 Uhr

Marius suchte im Internet nach Pornos

In der Befragung durch die Staatsanwaltschaft kam heraus, dass Marius im Internet nach Pornos suchte. Ein weiterer Suchbegriff von Marius war in diesem Zusammenhang auch das Wort «schlafen». Marius wird vorgeworfen, dass er die mutmasslichen Opfer filmte, während sie schliefen. Seine Suchanfragen bezogen sich auf legale Pornografie. 

10:07 Uhr

«Ich durfte weitermachen – auch nachdem sie eingeschlafen war»

Erneut werden Borg Høiby Fragen zum Sex mit Schlafenden gestellt. Der Angeklagte soll sichtlich genervt davon sein. Die Staatsanwaltschaft hinterfragt eine Aussage von Høiby vom gestrigen Tag, in der er angab, nie mit schlafenden Personen Sex gehabt zu haben. Er betont erneut: «Ich durfte weitermachen – auch nachdem sie eingeschlafen war».


Was könnte Marius bei einer Verurteilung blühen? Die Anklagepunkte, die mögliche Strafe und die Reaktionen des Königshauses hat meine Kollegin Sophie Ofer zusammengefasst. Mit dabei sind sämtliche Infos zum Prozessauftakt am 3. Februar.

09:59 Uhr

Gaben die Opfer ihr Einverständnis zu sexuellen Handlungen während des Schlafs?

Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wird gefragt, ob er mit jemandem eine Vereinbarung gehabt habe, dass er mit dieser Person Sex haben dürfe, während sie schlafe. «Ja», gibt Marius Borg Høiby zu. Høiby behauptet, er habe mit Frauen Sex gehabt, wenn diese müde waren und sie hätten ihm gesagt, er dürfe einfach weitermachen, sollten sie einschlafen. 

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