Das ist vom siebten Prozesstag zu erwarten
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Am siebten Prozesstag in Oslo wird die dritte der ihm insgesmat vier vorgeworfenen Vergewaltigungen behandelt. Diese soll sich im Jahr 2024 am Palmsonntag in Oslo ereignet haben. Das mutmassliche Opfer soll am Nachmittag dazu aussagen, Borg Høiby dann erst am Freitag.
Am Donnerstagmorgen stellen sich allerdings erst drei Zeugen im Falle der mutmasslichen Vergewaltigung auf den Lofoten im Jahr 2023 der Fragen des Gerichts. Auch der Schlafforscher Prof. Dr. Stale Pallesen (56) wird im Zeugenstand erwartet.
«Ich hatte ja Kronprinz Haakon versprochen, dass ich Marius zurückbringe»
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Nach der Mittagspause wird der Bruder von Zeugin Nummer zwei nicht mehr aufgerufen. Er erklärte am Vormittag, dass er in der Ferienwohnung anwesend war, als es zum Geschlechtsverkehr zwischen Marius Borg Høiby und dem mutmasslichen Opfer gekommen war. «Ich hörte Geräusche vom Sex, ohne Streit! Dann habe ich Kopfhörer aufgesetzt, weil ich das nicht hören wollte», sagte er gemäss «Bild» vor Gericht.
Am Morgen nach der vermeintlichen Vergewaltigung, sei er es gewesen, der Borg Høiby und die «Lofoten-Frau» geweckt habe. «Ich hatte ja Kronprinz Haakon versprochen, dass ich Marius zurückbringe, also musste ich ihn wecken», erklärt er dazu.
Geschwisterpaar sagt über Abend auf den Lofoten aus
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Eine weitere Zeugin, die an besagtem Abend auf den Lofoten ebenfalls bei der After-Party in der Ferienwohnung zugegen war, bestätigt mit ihren Aussagen weitgehend die Version der vorherigen Zeugin. Gemäss ihr sei das Interesse an dem Sohn der Kronprinzessin an jenem Abend gross gewesen. «Wir waren an ihm interessiert und fragten ihn, wie es so sei, er zu sein». Selbst habe er allerdings kaum Interesse an seinen Gesprächspartnern bekundet. «Er redete viel von sich selbst».
Auch auf die Geschehnisse im Schlafzimmer zwischen Marius Borg Høiby und dem mutmasslichen Opfer geht die Zeugin ein. «Sie hatten Geschlechtsverkehr. Danach sagte sie, sie wolle jetzt schlafen, weil sie müde sei, aber er wollte einfach weitermachen – ich erinnere mich genau», meint sie dazu. Die sogenannte «Lofoten-Frau» habe ihr gegenüber erklärt, dass sie nicht weitermachen wolle, da sie ansonsten untenrum ganz wund würde.
Von der mutmasslichen Vergewaltigung habe sie ihr dann allerdings nichts erzählt. Das überrasche sie aber überhaupt nicht. «Sie ist nicht der Typ, der solche privaten Dinge preisgibt. Als Erwachsene müssen wir nichts über das Sexualleben des anderen wissen. Deshalb wundert mich das nicht.» Wie auch die andere Zeugin, beschreibt sie die «Lofoten-Frau» als ein «sehr taffes Mädchen». «Für sie ist nichts schlimm, solange es nicht schlimm ist. Sie will niemandem zur Last fallen.»
Eine Aussage von Marius Borg Høiby sei Zeugin Nummer zwei an diesem Abend besonders in Erinnerung gebliben: «Er sagte, Papa sei im Gefängnis gewesen und deshalb sei er so geworden, wie er ist». Morgen Borg, der leibliche Vater des Angeklagte, war in den 1990er-Jahren mehrfach wegen Kokainbesitzes im Gefängnis. Nach den Aussagen von Zeugin Nummer zwei wird ihr Bruder in den Zeugenstand gerufen. Auch er war an jenem Abend zugegen.
Zeugin im Falle der mutmasslichen Vergewaltigung auf den Lofoten
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
2023 schnappte sich Kronprinz Haakon seinen Stiefsohn, um mit ihm einige Tage auf den Lofoten zu verbringen. Die beiden Männer eint die Leidenschaft fürs Surfen. Mit einer Tinder-Bekanntschaft verabschiedete sich Marius Borg Høiby eines Abends in deren angemietete Ferienwohnung, in der sie mit Freunden wohnte. Dort hatten sie erst mehrfach einvernehmlichen Sex, wie beide übereinstimmend aussagten. Unstimmigkeiten gibt es im Falle des letzten sexuellen Kontakts – der mutmasslichen Vergewaltigung.
Am Donnerstagmorgen befindet sich eine Kollegin des mutmasslichen Opfers im Zeugenstand, sie wohnte ebenfalls in der Ferienwohnung und war an besagtem Abend vor Ort, hat die beiden erlebt. Das Verhalten Borg Høibys beschreibt sie als «unangenehm». So habe er sich ohne zu fragen am Alkoholvorrat bedient – und das grosszügig. Er habe gemäss der Zeugin so viel getrunken, «weil es keine weissen Streifen gab». Damit ist Kokain gemeint.
Auch habe er erzählt, dass er sich an jenem Abend erst von seiner Freundin getrennt habe. Auf die Frage was er denn arbeite, habe er gemäss ihr gesagt, er erhalte «eine Unterstützungsrente». Auf sie habe er den Eindruck gemacht, «als nehme er das Leben nicht ernst».
Über ihre Kollegin sagt sie gemäss «Bild» folgendes: «Sie ist ganz schön hart im Nehmen. Eben eine echte Norwegerin. Aussen rau und innen echt nett. Über ihre Vernehmung bei der Polizei hat sie nichts erzählt. Sie ist der Typ, der Dinge unter Verschluss hält und wegschiebt. Ich halte sie für absolut glaubwürdig.» Damit endet ihre Aussage.
Prozesstag 6 beendet
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Circa um 15 Uhr erklärt das Gericht den heutigen Prozesstag für beendet. Morgen, Donnerstag, soll es um 9:30 Uhr weitergehen.
Textnachricht über Haakon
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Es wurde eine Textnachricht von Høiby an das mutmassliche Vergewaltigungsopfer von den Lofoten vorgelesen. Høiby soll ihr eine SMS geschrieben haben; darin soll er geschrieben haben, dass er am nächsten Tag mit «fucking Kronprinz Haakon», also seinem Stiefvater, auf eine Veranstaltung gehe.
«Weisst du eigentlich, wer ich bin?»
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Nach der Mittagspause wurde eine Frau in den Zeugenstand gerufen, die ebenfalls in der Sauna mit dabei war. Sie berichtet, dass ihr an Høiby vor dem Saunagang nichts ungewöhnliches aufgefallen sei. Während sie ihn der Sauna waren, kehrte er mehrmals in seine Wohnung zurück. Im Gerichtssaal werden Bilder von den Saunaräumlichkeiten gezeigt. Nach dem Saunagang sollen Høiby und das mutmassliche Opfer zuerst einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt haben, bevor es zu der mutmasslichen Vergewaltigung und der Videoaufzeichnung kam.
Die Zeugin schildert, dass es auf einer anschliessenden Party Streit um die Lautstärke der Musik gab. Die Zeugin wollte sie leiser machen, Høiby machte sie lauter. Die Situation sei ihr unangenehm gewesen. Høiby habe etwa mit einem Wasserschlauch auf einen Lautsprecher gespritzt. Laut ihr habe Høiby eine Ausstrahlung à la «Weisst du eigentlich, wer ich bin?» versprüht, auch wenn er es so nicht aussprach.
Puls des mutmasslichen Opfers stieg während Videoaufnahme an
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Nach der ersten Pause sprach ein Polizeibeamter über Auswertungen der Garmin-Smartwatch des mutmasslichen Opfers. Es wurde versucht, anhand der Pulsuhr bestimmte Uhrzeiten und Schlafrhythmen zu rekonstruieren. Zu einem bestimmten Zeitpunkt zeigt der Herzfrequenzmonitor der Frau an, dass sie sich im leichten Schlaf befindet. Der Ermittler gibt jedoch an, dass man sich dessen nicht unbedingt sicher sein könne.
Das Video, das der Angeklagte ohne Zustimmung des mutmasslichen Vergewaltigungsopfers gemacht hat, wurde um 4.57 Uhr aufgenommen. Zu dieser Zeit blieb der Puls der Frau laut Messungen der Uhr zuerst ruhig, stieg dann jedoch an, bevor er wieder abnahm. Die Messergebnisse können als «Übergang vom Schlaf zum Wachzustand» gewertet werden, Ungenauigkeiten seien aber nicht ausgeschlossen.
Ausserdem zeigen die Handydaten, dass Høiby kurz vor der mutmasslichen Vergewaltigung seiner damaligen Freundin schrieb, er habe sich «schlafen gelegt». Und: «Habe dich sehr lieb, mein Schatz.» Die damalige Freundin war nicht auf den Lofoten mit dabei.
Um circa 4 Uhr soll er versucht haben, sie zu erreichen. Per Snapchat habe er erfahren, dass sie mit einem anderen Mann unterwegs ist. Daraufhin schrieb er: «Ich bin so höllisch eifersüchtig.»
«Ich bringe es vielleicht durcheinander...»
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Als Høiby am Vormittag in den Zeugenstand gerufen wurde, gab er erneut an, dass er sich mit seiner Erinnerung an die Nacht in der Ferienwohnung auf den Lofoten schwertue. Der Angeklagte wird zu einem Saunagang befragt, auf den der zunächst einvernehmliche Geschlechtsverkehr zwischen ihm und dem mutmasslichen Opfer gefolgt haben soll. Høiby sagt im Zeugenstand: «Ich bringe es vielleicht etwas durcheinander, was ich gelesen habe und woran ich mich tatsächlich erinnere.»
Prozesstag 6
Von Sophie Ofer, People-Redaktorin
Heute, Mittwoch, ist der sechste Tag im Prozess gegen Marius Borg Høiby (29), Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52). Im Mittelpunkt dieses Tages steht weiterhin der schwerste Anklagepunkt gegen Høiby im rund sechs Wochen andauernden Strafprozess: Vergewaltigte er im Oktober 2023 eine Frau auf den Lofoten, einer Inselgruppe in Nordnorwegen? Høiby befand sich zur betreffenden Zeit auf einer Reise mit seinem Stiefvater, Kronprinz Haakon (52). Der Kronprinz ist allerdings nicht als Zeuge geladen.
Nachdem das mutmassliche Opfer am Dienstag ausgesagt hat, steht Høiby heute wieder im Zeugenstand. Ausserdem soll ein Polizeibeamter über Auswertungen von Handy- und Pulsuhr-Daten der Frau sprechen. Die Daten der Pulsuhr sollen zeigen, ob sie während des körperlichen Kontakts mit Høiby wach war oder schlief.
Prozess setzt Marius Borg Høiby zu
Von Saskia Schär, People-Redaktorin
Marius Borg Høiby ist während seiner ersten Prozesswoche zusammengebrochen, wie die norwegische Zeitung «Se og Hør» heute berichtet. Zu dem Zusammenbruch sei es im Verlaufe der Woche in einem Hinterzimmer des Gerichtsgebäudes in Oslo gekommen. Ob er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste, ist nicht bekannt. Die Meldung des Zusammenbruches wurde gemäss der Zeitung von Borg Høibys Anwalt Petar Sekulic (54) bestätigt.