«Ich glaube, mein Magen ist immer noch da drüben»
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Seehorn völlig überwältigt:«Ich glaube, mein Magen ist immer noch da drüben»

Auffällige Zurückhaltung bei politischen Themen, zahme Stars
Kuscht Hollywood etwa vor Donald Trump?

Die diesjährige Ausgabe der Golden Globes, des zweitwichtigsten Film- und Fernsehpreises, bot wenig Erstaunliches – vor allem aber blieb der erwartete Aufschrei von Hollywood in Bezug auf Trumps Politik aus. Eine Analyse.
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Nikki Glaser führte in einem Traum aus Rot durch den Abend.
Foto: Getty Images
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Laszlo SchneiderTeamlead People-Desk

Die Golden Globes haben zugegebenermassen weitaus weniger Strahlkraft als die Oscars. Der Anlass ist intimer, die Kategorien etwas unübersichtlicher. Dennoch ist die Bedeutung des Preises – zumindest in den USA – immens. Die Golden Globes gelten als Gradmesser für die Academy Awards, hier wird noch einmal kräftig fürs eigene Werk lobbyiert, bevor es im März ans Eingemachte geht. Die Serien «Adolescence» und der Film «One Battle After Another» räumten ab.

Das internationale Medienecho ist längst nicht so gross wie bei den Oscars – aber dennoch ausreichend, um in Amerika zumindest auf nationale Missstände und Krisen aufmerksam zu machen. Und die gäbe es momentan zuhauf. Bloss: Bei den diesjährigen Golden Globes war davon nichts zu spüren. Die Bühne dazu hätte sich den Hollywoodstars geboten.

Die Gewinner der Golden Globes 2026 im Überblick

Bester Film in der Sparte Drama – «Hamnet»

Bester Film in der Sparte Musical oder Comedy – «One Battle After Another»

Bester Schauspieler in der Sparte Drama – Wagner Moura, «The Secret Agent»

Beste Schauspielerin in der Sparte Drama – Jessie Buckley, «Hamnet»

Bester Schauspieler in der Sparte Musical oder Comedy – Timothée Chalamet, «Marty Supreme»

Beste Schauspielerin in der Sparte Musical oder Comedy – Rose Byrne, «If I Had Legs I’d Kick You»

Bester Nebendarsteller – Stellan Skarsgård, «Sentimental Value»

Beste Nebendarstellerin – Teyana Taylor, «One Battle After Another»

Bester Regisseur – Paul Thomas Anderson, «One Battle After Another»

Bester animierter Film – «KPop Demon Hunters»

Bester nicht-englischsprachiger Film, «The Secret Agent»

Bestes Drehbuch – Paul Thomas Anderson, «One Battle After Another»

Beste Filmmusik – Ludwig Göransson, «Sinners»

Bester origineller Song – Golden, «KPop Demon Hunters»

Filmische und Box-Office-Leistung – «Sinners»

Beste TV-Serie in der Sparte Drama – «The Pitt»

Beste TV-Serie in der Sparte Musical oder Comedy – «The Studio»

Beste limitierte TV-Serie – «Adolescence»

Bester Schauspieler (TV-Serie) in der Sparte Drama – Noah Wyle, «The Pitt»

Beste Schauspielerin (TV-Serie) in der Sparte Drama – Rhea Seehorn, «Pluribus»

Bester Schauspieler (TV-Serie) in der Sparte Musical oder Comedy – Seth Rogen, «The Studio»

Bester Schauspieler (TV-Serie) in der Sparte Mini-Serie oder TV-Film – Stephen Graham, «Adolescence»

Beste Schauspielerin (TV-Serie) in der Sparte Musical oder Comedy – Jean Smart, «Hacks»

Bester Nebendarsteller (TV-Serie) – Owen Cooper, «Adolescence»

Beste Nebendarstellerin (TV-Serie) – Erin Doherty, «Adolescence»

Bester Podcast – «Good Hang with Amy Poehler»

Bestes Standup-Comedy (TV) – Ricky Gervais, «Ricky Gervais: Mortality»

WireImage

Bester Film in der Sparte Drama – «Hamnet»

Bester Film in der Sparte Musical oder Comedy – «One Battle After Another»

Bester Schauspieler in der Sparte Drama – Wagner Moura, «The Secret Agent»

Beste Schauspielerin in der Sparte Drama – Jessie Buckley, «Hamnet»

Bester Schauspieler in der Sparte Musical oder Comedy – Timothée Chalamet, «Marty Supreme»

Beste Schauspielerin in der Sparte Musical oder Comedy – Rose Byrne, «If I Had Legs I’d Kick You»

Bester Nebendarsteller – Stellan Skarsgård, «Sentimental Value»

Beste Nebendarstellerin – Teyana Taylor, «One Battle After Another»

Bester Regisseur – Paul Thomas Anderson, «One Battle After Another»

Bester animierter Film – «KPop Demon Hunters»

Bester nicht-englischsprachiger Film, «The Secret Agent»

Bestes Drehbuch – Paul Thomas Anderson, «One Battle After Another»

Beste Filmmusik – Ludwig Göransson, «Sinners»

Bester origineller Song – Golden, «KPop Demon Hunters»

Filmische und Box-Office-Leistung – «Sinners»

Beste TV-Serie in der Sparte Drama – «The Pitt»

Beste TV-Serie in der Sparte Musical oder Comedy – «The Studio»

Beste limitierte TV-Serie – «Adolescence»

Bester Schauspieler (TV-Serie) in der Sparte Drama – Noah Wyle, «The Pitt»

Beste Schauspielerin (TV-Serie) in der Sparte Drama – Rhea Seehorn, «Pluribus»

Bester Schauspieler (TV-Serie) in der Sparte Musical oder Comedy – Seth Rogen, «The Studio»

Bester Schauspieler (TV-Serie) in der Sparte Mini-Serie oder TV-Film – Stephen Graham, «Adolescence»

Beste Schauspielerin (TV-Serie) in der Sparte Musical oder Comedy – Jean Smart, «Hacks»

Bester Nebendarsteller (TV-Serie) – Owen Cooper, «Adolescence»

Beste Nebendarstellerin (TV-Serie) – Erin Doherty, «Adolescence»

Bester Podcast – «Good Hang with Amy Poehler»

Bestes Standup-Comedy (TV) – Ricky Gervais, «Ricky Gervais: Mortality»

Bloss abgehalfterte Witze

Die Show in Beverly Hills in der Nacht auf Montag verlief ohne grosse Aufreger. Obwohl man sich von Host Nikki Glaser (41) Sprüche unter der Gürtellinie gewohnt ist, obwohl Comedians wie Ricky Gervais (64) und Co. selten ein Blatt vor den Mund nehmen, blieb es bei brancheninternen Sticheleien – etwa auf Kosten von Leonardo DiCarpio (51), der sich abermals einen abgehalfterten Witz zu seiner Vorliebe für junge Frauen anhören musste.

Die nationalen Proteste im Licht des Schicksals von Renee Nicole Good, die von einem ICE-Agenten erschossen worden war, waren nur am Rand Thema des Abends – etwa durch den Pin «Be Good», den beispielsweise Schauspielerin Wanda Sykes (61) oder Mark Ruffalo (58) trugen. Grossflächige Solidaritätsbotschaften wie 2018, als zig Schauspielerinnen Schwarz trugen, um auf MeToo aufmerksam zu machen? Fehlanzeige. Einzig Regisseur Judd Apatow (58) sprach davon, «in einer Diktatur zu leben».

Zurückhaltung wirft Fragen auf

Die Zurückhaltung der Hollywoodstars, die in grossen Teilen als sehr liberal und Trump-feindlich gelten, mutet seltsam an – und wirft die Frage auf, ob die Schauspielerinnen und Schauspieler sowie die Veranstalter im Vorfeld einen Maulkorb verpasst bekommen haben. Anders lässt sich das Schweigen von Nikki Glaser und Co. fast nicht erklären.

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