Darum gehts
- Xavier Naidoo auf Kundgebung in Berlin mit umstrittenen Aussagen
- Er sprach von «Kinderfressern» und deutete Kannibalismus-Vorwürfe an
- 2022 entschuldigte er sich, 2020 aus DSDS-Jury entfernt
Vor wenigen Jahren machte Xavier Naidoo (54) mehr mit Verschwörungstheorien verschiedener Art von sich reden, statt mit seiner Musik. Nach etlichen Shitstorms zog sich der Sänger eine Weile zurück. Vor zwei Monaten feierte er seine Comeback-Tour. Die Skandale der Vergangenheit schienen vergessen, Naidoo geläutert. Bis jetzt.
Am 18. Februar traf man den Mannheimer auf einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt in Berlin an. Und dort schien es, als sei Xavier Naidoo zurück in seinem alten Fahrwasser.
«Kinderfresser» und «Dämonen»
Die Versammlung drehte sich hauptsächlich um die Epstein-Akten. In Bezug darauf sprach Naidoo von «Kinderfressern» und «Dämonen». Wie Videos zeigen, sagt der Sänger zudem, dass Menschen, die «selber Kannibalen sind» ein Interesse daran hätten, «dass wir alle Kannibalen werden, damit wir allen in die Hölle runterfahren». «Ich glaube, die Menschen haben sich so weit vom Schöpfer entfernt, dass wir uns nicht wundern brauchen, wenn unsere Kinder gefressen werden», so Naidoo. Wen er genau mit diesen «Menschenfressern» meint, führt der Sänger nicht weiter aus. In den Akten rund um Epstein gibt es jedoch keine Hinweise auf Kannibalismus. Es geht vor allem um den systematischen sexuellen Missbrauch Minderjähriger und das kriminelle Netz rund um Epstein.
Xavier Naidoo sorgte vor einigen Jahren mit Verschwörungstheorien für Wirbel. So stellte er die Existenz des Coronavirus infrage und behauptete, dass Impfungen und die Massnahmen gegen das Virus Teil einer geheimen Agenda seien. Ausserdem machte er Aussagen, die auf die sogenannte QAnon-Theorie hinweisen. Diese behauptet, dass eine geheime Elite Kinder entführen und missbrauchen würde. Des Weiteren verbreitete Xavier Naidoo die Theorie, der Vatikan habe die Antifa gegründet, eine Bewegung, die als «Oberbegriff für verschiedene, im Regelfall eher locker strukturierte, ephemere autonome Strömungen der linken bis linksextremen Szene» definiert wird.
Erst die Entschuldigung, nun der Rückfall
Im Jahr 2020 wurde Xavier Naidoo aus der Jury von «Deutschland sucht den Superstar» wegen seiner extremen Aussagen geworfen und ein juristisches Verfahren wegen des Verdachts auf Volksverhetzung und der Verbreitung antisemitischer Inhalte eröffnet.
2022 entschuldigte sich Naidoo öffentlich für seine Aussagen und behauptete, er habe «Theorien, Sichtweisen und teilweise auch Gruppierungen geöffnet, von denen ich mich ohne Wenn und Aber distanziere» und gab zu, sich in Verschwörungserzählungen verrannt zu haben. Nun scheint der Mannheimer Sänger aber wieder in alte Muster zu fallen.