Die Hypnosesitzung von Hanna B. mitzuerleben, hatte mich neugierig gemacht. In der Praxis Find Your Way von Michael Nyffenegger in Zürich wollte ich nun selbst herausfinden, wie sich ein Trancezustand anfühlt.
«Mach es dir ganz bequem und schliesse deine Augen.» Die Stimme klingt einladend und warm. Mein Herz schlägt vor Nervosität, ich schliesse die Augen. Ich öffne sie wieder, schliesse sie wieder, tue dies noch zweimal, während ich tief durchatme. Mit jedem Mal und unter der Wirkung von Nyffeneggers ruhiger Stimme gleite ich ein Stück tiefer in die Trance.
Der Therapeut zählt langsam von fünf bis eins. Mit jeder Zahl werde ich ruhiger, die Gedanken fliessen träger. Vor meinem inneren Auge ist eine Treppe. Ich gehe Stufe für Stufe. Plötzlich ist mein Körper schwerelos. Etwa wie im freien Fall. In den Händen und Füssen kribbelt es. Die Stimme fordert mich auf, einen Ort zu finden, wo ich mich geborgen fühle: einen inneren Rückzugsort.
«Es ist gut so. Das ist normal»
Ich schlucke immer wieder. Wie ich später erfahre, ein Zeichen dafür, dass sich mein Körper lockert. Rechts breitet sich ein Strand mit glasklarem Wasser aus, links ein Feld im Nirgendwo. Ich fühle mich angekommen. Dann geschieht etwas Seltsames: Meine Augenlider beginnen zu zucken. Ein Augenblick der Unsicherheit: «Ist gut so. Das ist normal», sagt Nyffenegger. In der Nachbesprechung erfahre ich: Dieses Zittern ist ein Zeichen des Trancezustands.
Nach zwanzig Minuten holt mich der Therapeut zurück. Ich öffne die Augen. Die Welt ist einen Augenblick fremd, als wäre ich mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen worden. Nach der Sitzung habe ich ein neues Verständnis für Hypnose gewonnen: eine Sphäre zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, die je nach Person und Situation ganz unterschiedliche Wirkungen entfalten kann. Ein ganz besonderer Zustand.