Darum gehts
- Ueli Maurers Teilnahme an Pekings Militärparade sorgt für übertriebene Aufregung
- Maurer vertritt nicht mehr die Schweiz, sondern nur sich selbst
- Der alt Bundesrat ist bekannt für seine Provokationen
Die Aufregung über den Besuch von alt Bundesrat Ueli Maurer (74) an der Militärparade in Peking ist verständlich. Aber sie ist übertrieben. Ja, auf der Gästeliste stehen Autokraten wie der russische Präsident Wladimir Putin (72) oder der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un (41). Und ja, das Regime wird den Anlass, die 80-Jahr-Feier des Sieges über Japan im Zweiten Weltkrieg, zu Propagandazwecken missbrauchen.
Entscheidend ist: Maurer vertritt nicht mehr die Schweiz, sondern nur noch sich selbst – er ist schon lange nicht mehr im Amt. Das Aussendepartement (EDA) wusste nichts von seiner Reise, die offizielle Schweiz nimmt nicht an diesem Anlass teil.
Der SVP-Mann liebte schon immer die Provokation. Zum Beispiel, als er während der Covid-Pandemie im Freiheitstrychler-Shirt auftrat. Seit seinem Rücktritt scheint Maurer noch weiter abzudriften. So trat er Anfang des Jahres per Videobotschaft an einer Wahlkampfveranstaltung der AfD auf und sprach Chefin Alice Weidel (46) Mut zu.
Das kann man peinlich und problematisch finden – und zwar zu Recht. Doch es geht nicht um mehr als einen alt Bundesrat auf der Suche nach Bedeutung. Deshalb ist Gelassenheit angebracht. Soll Maurer doch mit Autokraten posieren und sich für Propagandazwecke missbrauchen lassen. Am Ende beschädigt er damit eher sein eigenes politisches Erbe als das Ansehen der Schweiz.