Die Lawine überraschte die Einwohnerinnen und Einwohner im Schlaf. Um 00.50 Uhr löste sich eine riesige Lawine vom Berg Valascia. Laut Zeugenaussagen in der lokalen Presse hatte es in diesem Winter bereits im November in der Leventina zu schneien begonnen. In Airolo waren 14 Meter Schnee gefallen.
Einige Tage vor der Katastrophe, am 5. Februar 1951, hatte die Gemeinde 200 Menschen aus den Häusern im südöstlichen Teil des Dorfes evakuieren lassen. Da sich das Wetter gebessert hatte, wurde die Massnahme wieder aufgehoben.
Am 12. Februar lösten sich 500'000 Kubikmeter Schnee - ein Volumen, das etwa 200 olympischen Schwimmbecken oder einem über 37 Meter hohen Gebäude auf der Fläche eines Fussballfeldes entspricht - sowie Bäume und Felsen vom Berg. Die Lawine riss 18 Häuser mit sich und zehn Menschen fanden dabei den Tod. Sie begrub auch Ställe und das Vieh unter sich. 1923 errichteten Schutzmauern wurde mitgerissen und kamen nur wenige Meter vor der Kantonsstrasse zum Stillstand.
Das Dorf war ohne Strom und von der Aussenwelt abgeschnitten. Sofort organisierten sich die Menschen solidarisch, wobei die Soldaten der Rekrutenschule der Kaserne von Airolo als erste Retter zum Einsatz kamen. Weitere Militärkompanien, darunter ein Luftwaffenregiment, wurden zur Verstärkung geschickt.