Top 10
Die schönsten Nationalparks der Welt

Es gibt Landschaften, die sind zu schön, um wahr zu sein. Wir stellen zehn der eindrücklichsten Regionen der Welt vor.
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Der Vatnajökull-Nationalpark in Island, der den gleichnamigen Gletscher umschliesst, ist etwa ein Drittel so gross wie die Schweiz.
Foto: Christopher Lund - stock.adobe.com
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Christian BauerReise-Journalist

Komodo-Nationalpark, Indonesien – die Heimat der Urzeitwesen

Sie wirken wie Wesen aus der Urzeit, die Komodowarane, mit bis zu drei Metern Länge die grössten Warane der Welt – gross genug, um Hirsche und Wildschweine zu erlegen. Vor etwa fünf Millionen Jahren in Australien entstanden, machten sich die Riesenechsen auf den Weg auf die namensgebende Insel Komodo in Indonesien, wo sie bis heute überlebt haben. Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere wurde der Komodo-Nationalpark eingerichtet, der auch die beiden Nachbarinseln Rinca und Padar einschliesst. Nebst Land umfasst der UNESCO-Welterbe-Park auch Meeresflächen, die für ihre intakten Korallen berühmt sind. In den Gewässern können zudem 17 Wal- und Delfinarten beobachtet werden.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Ostindonesien

Gründung: 1980

Grösse: 1817 Quadratkilometer

Sagarmatha-Nationalpark, Nepal – Bilderbuch-Himalaya

Der Sagarmatha-Nationalpark im Osten Nepals kann mit einem ganz besonderen Superlativ aufwarten: Er ist der höchstgelegene der Welt. In seiner Mitte erhebt sich der Mount Everest, mit 8848 Metern bekanntermassen der höchste Punkt des Planeten. Das knapp 1200 Quadratkilometer grosse Gebiet ist denn auch Bilderbuch-Himalaya, inklusive solcher bekannter Berge wie des Lhotse (8516) oder des Nuptse (7861). In der Hochgebirgsregion, deren tiefster Punkt des Parks auf 2845 Metern liegt, streift der mystische Schneeleopard durch die rauen Felsen – und vielleicht begegnet man sogar dem Yeti ...

Die UNESCO hat das Schutzgebiet nicht nur wegen seiner spektakulären Wucht, sondern auch wegen der Traditionen der hier lebenden Sherpas zum Welterbe erklärt.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Ostnepal, Solu-Khumbu-Gebiet (Himalaya)

Gründung: 19. Juli 1976

Grösse: 1148 Quadratkilometer

Höhenlage: 2845 bis 8848 Meter

Torres del Paine, Chile – Patagonien in Bestform

An der Südspitze des amerikanischen Kontinents liegt der berühmteste Nationalpark Südamerikas: Torres del Paine, was man poetisch als «Türme des blauen Himmels» übersetzen kann. Highlight des Parks sind drei Granitnadeln, die sich kühn 2600 bis 2850 Meter in den patagonischen Himmel stemmen. Ansonsten besteht der 2420 Quadratkilometer grosse Nationalpark aus weiten Flächen von Tundra, durch die Guanakos und Pumas streifen, aus alpinen Bergen und Fjorden.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Südchile (Patagonien)

Gründung: 13. Mai 1959

Grösse: 2420 Quadratkilometer

North Cascades Nationalpark, USA – alpines Amerika

Die europäischen Alpen sind fast vollständig erschlossen. Insbesondere in der Schweiz ist die Infrastruktur mit Hütten, Wegen und Seilbahnen perfekt ausgebaut. Dazu kommt eine Landwirtschaft, die jede geeignete Fläche ausnützt. Das Ergebnis: Ein Gefühl unberührter Natur stellt sich kaum ein. Wer unberührte alpine Berglandschaften erleben möchte, muss sich nach Amerika aufmachen – beispielsweise zum North Cascades Nationalpark im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA.

Die Landschaft gleicht den Alpen – mit einem grossen Unterschied: Hier streifen Bären, Wölfe und Berglöwen durch die Wildnis, während Adler am Himmel kreisen.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Bundesstaat Washington (USA)

Gründung: 2. Oktober 1968

Grösse: 2042 Quadratkilometer

Besonderheit: über 300 Gletscher

Kakadu-Nationalpark, Australien – der Schönste von Down Under

Der Kakadu-Nationalpark im Norden Australiens gilt als eine der schönsten Regionen des Kontinents. Auf einer Fläche von 19'804 Quadratkilometern, was etwa der Hälfte der Schweiz entspricht, verteilen sich sechs verschiedene Landschaftsformen: Sandsteinplateaus, Berge, Flachlandsavannen, Feuchtgebiete und Küsten. Wegen der landschaftlichen Besonderheiten und der kulturellen Bedeutung für die indigene Bevölkerung hat die UNESCO den Nationalpark als Weltnatur- und Kulturerbe gelistet. Lust, die gefürchteten Salzwasserkrokodile zu sehen? Hier liegen sie auf der Lauer.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Tropischer Norden Australiens, nahe Darwin

Grösse: 19'804 Quadratkilometer

Gründung: 1981

Picos de Europa, Spanien – wo die Bären wohnen

Von Spaniens verschiedenen Gebirgsketten ist das Kantabrische Gebirge im Norden das schönste. Zwar reicht der höchste Berg gerade mal 2600 Meter in die Höhe, doch die Nähe zum Atlantik gibt dem Bergmassiv seinen besonderen Reiz. Mitten in dem etwa 500 Kilometer langen Gebirgszug liegen die Picos de Europa, die Gipfel Europas, der erste Nationalpark Spaniens. Die Besonderheit: In einem Gebiet so gross wie der Kanton Glarus ballen sich etwa 200 Gipfel. Zudem streifen hier Braunbären und Wölfe durchs Land – beim Wandern also unbedingt ein Fernglas mitnehmen. Die Picos sind mit zwei Liften und Zufahrtswegen erschlossen – dennoch fühlt sich das Bergerlebnis wilder an als beispielsweise in den Schweizer Alpen.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Nordspanien, Kantabrisches Gebirge

Gründung: 1918 (später mehrfach erweitert)

Grösse: 671,27 Quadratkilometer

Besonderheit: einziger bewohnter Nationalpark Spaniens

Vatnajökull-Nationalpark, Island – Fire and Ice

Das neueste Werbevideo von Island Tourismus zeigt einen Mann, der über die Insel tourt und jeden Wasserfall, jedes Tal und jeden Vulkan als KI-generiert interpretiert – zu aussergewöhnlich erscheint ihm die Landschaft Islands. Recht hat er: Der Mix aus Vulkanlandschaften, Gletschern und arktischer Tundra ist spektakulär. Highlight der isländischen Natur ist der Vatnajökull-Nationalpark im Süden der Insel. Auf 14'900 Quadratkilometern, etwa einem Drittel der Schweiz, vereint das Schutzgebiet den gleichnamigen Gletscher und dessen Randgebiete – inklusive des Jökulsárlón-Sees, in dem der Gletscher Eisberge gebiert. Seit 2019 ist der Nationalpark zudem UNESCO-Weltnaturerbe.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Süd- bis Nordostisland (um den Vatnajökull)

Gründung: 7. Juni 2008, UNESCO-Welterbe seit 2019

Grösse: 14'900 Quadratkilometer

Chobe-Nationalpark, Botswana – Flusslandschaften und Elefantenherden

Einer der weniger bekannten Nationalparks Afrikas ist der Chobe-Nationalpark im Nordosten Botswanas an der Grenze zu Simbabwe und Sambia. Bestehend aus Flusslandschaften, Feuchtgebieten und Savannen, ist der Park insbesondere für seine grossen Elefantenherden bekannt. Auf einem Gebiet von knapp 12'000 Quadratkilometern ziehen durchschnittlich 50'000 Elefanten durchs Dickicht. Zur Trockenzeit, wenn sich die Dickhäuter an den Flussläufen versammeln, soll die Anzahl der Tiere auf über 100'000 steigen. Eine Besonderheit sind zudem die Löwen, die sich auf die Jagd auf Elefantenjunge spezialisiert haben. Zudem erspäht man Hyänen, Zebras, Büffel, Leoparden, Wildhunde und eine Vielzahl von Antilopenarten.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Nordbotswana am Chobe River

Gründung: 1968

Grösse: 11'700 Quadratkilometer

Mosi-oa-Tunya und Victoria Falls Nationalparks – der donnernde Nebel

Afrika ist das Zuhause von Dutzenden eindrücklichen Nationalparks: die Serengeti in Tansania, der Krüger-Nationalpark in Südafrika oder der Amboseli-Nationalpark in Kenia. Ein solches Beispiel mit riesigem Wow-Faktor sind die Victoriafälle unweit des Chobe-Nationalparks (siehe oben).

Das UNESCO-Welterbe Mosi-oa-Tunya / Victoria Falls ist ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet zwischen Sambia und Simbabwe – eingetragen 1989. Die Kernzone umfasst 68 Quadratkilometer und setzt sich aus dem Mosi-oa-Tunya-Nationalpark (Sambia) und dem Victoria Falls National Park (Simbabwe) zusammen. Die Fälle selbst sind rund 1708 Meter breit; die tiefste Stelle wird mit 108 Metern angegeben. Die Victoriafälle heissen übrigens in der lokalen Sprache Mosi-oa-Tunya, was «Der Nebel, der donnert» bedeutet – eine Anspielung auf die hoch aufstiebende Gischt.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Sambesi-Grenze Sambia/Simbabwe (Livingstone / Victoria Falls)

Gründung (Sambia): Mosi-oa-Tunya-Nationalpark 1972; UNESCO: Welterbe seit 1989

Grösse: 68 Quadratkilometer

Fiordland-Nationalpark, Neuseeland – Fjorde, Regenwald, Wasserfälle

Wie Norwegens Küste, nur wilder und unzugänglicher – so liesse sich der Fiordland-Nationalpark an der Südspitze der Südinsel Neuseelands beschreiben. Die neuseeländischen Alpen, bis 2700 Meter hoch, sind in dieser Region von tiefen und langen Fjorden durchschnitten, weiter im Hinterland befinden sich zudem viele Seen. Touristisch erschlossen sind die Fjorde und manche Seen – ein Grossteil des Parks ist dagegen pure Wildnis. Trotz seiner Grösse von 12'600 Quadratkilometern, etwa einem Drittel der Schweiz, gibt es nur 650 Kilometer ausgeschilderte Wanderwege – ein «Spielplatz» für Abenteurer.

Fakten auf einen Blick 

Lage: Südwesten der Südinsel (Neuseeland)

Gründung: 1952

Grösse: 12'600 Quadratkilometer

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