Darum musst auch du hin!
Eine Stadt wie ein leiser Rausch

Tokio, die grösste Metropolregion der Welt, begeistert mit perfekter Organisation, historischen Tempeln und pulsierenden Quartieren – die City, die nichts verlangt, sondern gibt.
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Die berühmteste Kreuzung der Welt: Die Shibuya Crossing in Tokio ist keine Sehenswürdigkeit, sondern ein Erlebnis.
Foto: imago images / imagebroker

Darum gehts

  • Tokio, eine riesige und faszinierende Metropole, verbindet Ruhe mit Lebendigkeit
  • Die Stadt beeindruckt durch futuristische Architektur, koordinierte Bewegungen und Harmonie
  • Mit über 37 Millionen Einwohnern ist Tokio die grösste Metropolregion weltweit
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Patricia BroderRedaktorin People

Tokio ist keine Stadt, die man betritt. Tokio zieht einen hinein.

Nach der langen Anreise – bei uns mit Zwischenstopp in Doha, Katar – sitzen wir irgendwann in einem Auto, das lautlos durch diese Metropole gleitet, die grösser ist als in jeder Vorstellung. Die Strassen wirken wie futuristische Bahnen in einem Videospiel, Hochhäuser reihen sich dicht aneinander, Leuchtreklamen spiegeln sich in Fenstern und im Asphalt. Und doch fehlt etwas, das man aus anderen Weltstädten kennt: Lärm und Gedränge. In Tokio bewegt sich alles schnell, ja – aber auf eine kontrollierte, fast höfliche Art und Weise.

Rund 14 Millionen Menschen leben im Stadtgebiet, im Grossraum über 37 Millionen – mehr als in jeder anderen Metropolregion der Welt. Trotzdem fühlt sich diese Stadt nie erdrückend an. Man bewegt sich durch sie, getragen von einem eigenen Rhythmus, der sofort funktioniert und der neugierig macht. Tokio ist eine Metropole wie ein leiser Rausch: präsent, wirkungsvoll, aber nie aufdringlich.

Das musst du über Tokio wissen

Anreise: Swiss fliegt direkt von Zürich nach Tokio nach Narita (NRT). Die Flugzeit beträgt rund 13 Stunden nonstop. Mit anderen Airlines bieten sich Umsteigeverbindungen über Doha, Dubai oder europäische Hubs an. Innerhalb der Stadt ist der öffentliche Verkehr extrem zuverlässig und gut ausgeschildert – Englischkenntnisse reichen.

Übernachten: Tokio bietet Unterkünfte für jedes Budget. Luxuriös und ruhig wohnt man hoch über der Stadt im Four Seasons Hotel Tokyo at Otemachi mit Blick auf den Kaiserpalast. Wer es urbaner mag, findet in Vierteln wie Shinjuku oder Shibuya zahlreiche moderne Boutiquehotels. Ein Erlebnis für sich sind Kapselhotels – futuristisch, überraschend komfortabel und ideal für eine Nacht.

Essen: Tokio gilt als eine der besten Food-Städte der Welt. Sushi isst man nicht nur teuer, sondern auch hervorragend in kleinen Lokalen oder rund um den ehemaligen Tsukiji-Markt. Ramen gibt es an jeder Ecke – oft spezialisiert auf eine einzige Brühe. Auch Convenience Stores (7-Eleven, Lawson) bieten erstaunlich gutes Essen für zwischendurch.

Freizeit: Highlights sind die Shibuya Crossing, der Blick vom Shibuya Sky, das Pop-Kultur-Viertel Akihabara sowie das traditionelle Asakusa mit dem Sensō-ji-Tempel. Abends lohnt sich ein Abstecher nach Shinjuku mit seinen winzigen Bars in der Golden Gai. Wer Ruhe sucht, erreicht mit dem Zug Ausflugsziele wie Hakone mit Onsen und Berglandschaften.

Saison: Die beste Reisezeit ist der Frühling (März–Mai) mit Kirschblüten oder der Herbst (Oktober–November) mit milden Temperaturen. Der Sommer ist heiss und feucht, der Winter überraschend kühl, aber meist sonnig.

Anreise: Swiss fliegt direkt von Zürich nach Tokio nach Narita (NRT). Die Flugzeit beträgt rund 13 Stunden nonstop. Mit anderen Airlines bieten sich Umsteigeverbindungen über Doha, Dubai oder europäische Hubs an. Innerhalb der Stadt ist der öffentliche Verkehr extrem zuverlässig und gut ausgeschildert – Englischkenntnisse reichen.

Übernachten: Tokio bietet Unterkünfte für jedes Budget. Luxuriös und ruhig wohnt man hoch über der Stadt im Four Seasons Hotel Tokyo at Otemachi mit Blick auf den Kaiserpalast. Wer es urbaner mag, findet in Vierteln wie Shinjuku oder Shibuya zahlreiche moderne Boutiquehotels. Ein Erlebnis für sich sind Kapselhotels – futuristisch, überraschend komfortabel und ideal für eine Nacht.

Essen: Tokio gilt als eine der besten Food-Städte der Welt. Sushi isst man nicht nur teuer, sondern auch hervorragend in kleinen Lokalen oder rund um den ehemaligen Tsukiji-Markt. Ramen gibt es an jeder Ecke – oft spezialisiert auf eine einzige Brühe. Auch Convenience Stores (7-Eleven, Lawson) bieten erstaunlich gutes Essen für zwischendurch.

Freizeit: Highlights sind die Shibuya Crossing, der Blick vom Shibuya Sky, das Pop-Kultur-Viertel Akihabara sowie das traditionelle Asakusa mit dem Sensō-ji-Tempel. Abends lohnt sich ein Abstecher nach Shinjuku mit seinen winzigen Bars in der Golden Gai. Wer Ruhe sucht, erreicht mit dem Zug Ausflugsziele wie Hakone mit Onsen und Berglandschaften.

Saison: Die beste Reisezeit ist der Frühling (März–Mai) mit Kirschblüten oder der Herbst (Oktober–November) mit milden Temperaturen. Der Sommer ist heiss und feucht, der Winter überraschend kühl, aber meist sonnig.

Die leise Melancholie Tokios

Kaum ist man hier, denkt man unweigerlich an den Film «Lost in Translation». Nicht an eine konkrete Szene, eher an seine Stimmung. Der Kultfilm von Sofia Coppola (54) aus dem Jahr 2003 rahmte Tokio nicht als klassisch schön, sondern als seltsam nah: Bill Murray (74) und Scarlett Johansson (40) spielen darin zwei Menschen, die diese Stadt nicht erklären wollen, sondern in ihr treiben. Tokio ist dabei kein Hintergrund, sondern ein Gegenüber – überwältigend und distanziert zugleich, kühl und von einer leisen Melancholie.

Dieses Gefühl hatte damals eine Adresse: das Park Hyatt in Shinjuku. Hoch über der Stadt, mit Blick auf ein Meer aus Lichtern, wurde das Hotel durch Coppolas Film zur Ikone. Es ist inzwischen geschlossen. Der Mythos aber lebt weiter – und hat eine neue Heimat gefunden: das Four Seasons Hotel at Tokyo Otemachi. Unsere erste Adresse auf dieser Reise.

Ausblick auf den Kaiserpalast

Der Lift trägt uns in den 39. Stock, fast unmerklich, als würde man die Stadt Schicht für Schicht hinter sich lassen. Das Licht wird weicher, die Geräusche leiser. Vom Zimmer aus liegt Tokio offen da – und mittendrin der Kaiserpalast, diese dunkle, ruhige Fläche im Zentrum der rastlosen Metropole. Dort, wo einst die Burg Edo aus dem 15. Jahrhundert stand, residiert bis heute der japanische Kaiser. Es ist ein Blick, der etwas mit einem macht: Plötzlich wirkt Tokio nicht nur gross, sondern auch klar.

Abends steht Champagner bereit. Wir stehen vor der Fensterfront unseres Zimmers und blicken auf die Lichter, die sich bis zum Horizont ziehen. Man ist in Tokio – und gleichzeitig über Tokio. Genau hier hätte Scarlett Johansson stehen können, schweigend, beobachtend. Luxus bedeutet in dieser Stadt nicht Prunk. Luxus ist Platz und Distanz zu den Strassen, in denen alles glüht.

Am nächsten Morgen zeigt sich Tokio von seiner präzisen Seite. Rund um den Kaiserpalast bewegen sich Büroangestellte, Manager und Touristen geordnet durch die Strassen, alles folgt einem unsichtbaren Takt. Die Dichte ist da, aber sie wird gelenkt. Nähe wird nicht verhandelt, sie wird organisiert.

Shibuya: Das pulsierende Herz

Richtig spürbar wird Tokio im Stadtteil Shibuya. Die berühmteste Kreuzung der Welt – die Shibuya Crossing – ist keine Sehenswürdigkeit, sondern ein Erlebnis. Wenn die Ampel auf Grün springt, setzen sich Tausende gleichzeitig in Bewegung. Es ist lautlos, koordiniert, fast hypnotisch. Man wird mitgezogen, ohne geschoben zu werden – ein Sinnbild für diese Stadt. Von oben, etwa vom Shibuya Sky, wirkt Tokio wie ein lebendiger Organismus: endlos, pulsierend, wach. Rund um die Kreuzung sitzt Tokios junge Szene in Cafés, trinkt Matcha-Latte und surft auf dem Smartphone. Junge Japanerinnen posieren in pastelligen Outfits neben minimalistischen Schwarzträgern. Tokio ist nicht ein Stil. Tokio ist alle Stile zusammen.

Harajuku und Akihabara: Jugendkultur pur

Ein paar Minuten weiter liegt Harajuku, das Epizentrum der japanischen Jugend- und Mode-Kultur. Auf der Takeshita Street begegnet man den berühmten Harajuku-Girls mit bunten Kleidern, Plattformschuhen und Perücken. Hier ist Individualität Programm, Übertreibung ist Stilmittel.

Noch intensiver wird es in Akihabara, dem Viertel, das weltweit für Technik, Gaming und japanische Nerdkultur steht. Akihabara fühlt sich an wie ein permanenter Stromschlag: Neonlichter, Manga-Läden über mehrere Stockwerke, Spielhallen, in denen junge Menschen konzentriert an Arcade-Maschinen sitzen. In den Strassen vermischen sich Schuluniformen und Cosplayer mit Touristen. Popkultur ist hier kein Trend, sondern Alltag. Pokémon, die beliebten Taschenmonster, sind keine Kinderfiguren, sondern Helden für alle – im Pokémon Center kaufen Erwachsene genauso selbstverständlich ein wie Kinder.

Orte der Ruhe

Nach so viel Reizüberflutung wirkt Asakusa, das historische Viertel Tokios, wie eine andere Welt. Beim Sensō-ji-Tempel liegt der Duft von Räucherstäbchen in der Luft, Besucher ziehen Lose für ihr Glück, ältere Frauen murmeln Gebete. Nicht weit davon entfernt liegt der Meiji-Schrein, eingebettet in einen dichten Wald mitten in der Stadt. Neben all der Lebendigkeit bietet Tokio genauso Orte, an denen man innehalten kann.

Eine solche Pause bietet auch das nahe Hakone, das gut mit dem Zug zu erreichen ist. In den Onsen, den natürlich heissen Quellen Japans, steigt Dampf auf, Schwefel liegt in der Luft, die Berge verschwinden im Nebel. Das Bad ist zuerst schmerzhaft heiss, dann tief entspannend. Erst hier merkt man, wie intensiv Tokio tatsächlich ist – und wie notwendig diese Unterbrechungen sind.

Historisches Viertel und Kapselhotel

Zurück in der Stadt zieht es uns nach Shinjuku, einem der lebhaftesten Ausgehviertel Tokios. Abends spiegeln sich die Lichter auf nassem Asphalt, kleine Restaurants und Izakayas liegen dicht beieinander. Im historischen Viertel Golden Gai reiht sich Bar an Bar, winzige Räume, oft kaum grösser als ein Wohnzimmer. Es ist laut, eng und lebendig. Tokio wird hier rauer und nahbarer.

Als Abschluss unserer Reise verbringen wir eine Nacht in einem Kapselhotel. Für europäische Reisende zunächst eine Überwindung. Der Schlafplatz ist kaum grösser als ein futuristischer Sarg, klar, strukturiert und zugleich erstaunlich beruhigend. Die Kapselhotels entstanden in den 1970er-Jahren für Geschäftsleute, die den letzten Zug verpasst hatten. Heute sind sie Kult, weil sie Japan in seiner Reinform zeigen: Funktionalität, die nicht kalt, sondern fürsorglich ist. In der Kapsel liegend, fühlt man sich ein wenig wie eine Astronautin auf Schlafmission – abgeschirmt und reduziert auf das Wesentliche. Licht, Belüftung, Stauraum: Alles ist da, alles funktioniert. Und ja: Man schläft erstaunlich gut.

Am letzten Abend stehen wir noch einmal hoch über der Stadt, ein Drink in der Hand, Tokio liegt unter uns. Diese Metropole verlangt nichts – und gibt dennoch unglaublich viel zurück. Tokio ist kein Ort, den man besucht. Tokio ist ein Zustand, den man mitnimmt. Und je länger man da ist, desto sicherer weiss man: Man kommt zurück.

Diese Reise wurde vom Four Seasons Hotel Tokyo at Otemachi unterstützt. 

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