Bloss nicht!
Diese Regionen sollte man 2026 vermeiden

Massentourismus, Umweltzerstörung oder eine prekäre Sicherheitslage: Um diese Reiseziele sollte man in diesem Jahr einen Bogen machen.
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Der Tourismus in der Antarktis hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht – mit schlimmen Folgen für das Ökosystem.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

  • Overtourism belastet beliebte Reiseziele wie Barcelona und Bali stark
  • Steigende Mieten, Umweltprobleme und Identitätsverlust sorgen für Proteste
  • Beliebte Ziele wie Venedig und Santorin leiden unter Massentourismus
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Christian BauerReise-Journalist

Overtourism: Barcelona, Bali und Co.

Overtourism hat sich in vielen Regionen zu einem handfesten Problem verdichtet. Der soziale Aufstieg grosser Bevölkerungsschichten in ehemals ärmeren Weltregionen öffnet immer mehr Menschen die Möglichkeit, rund um den Globus zu jetten – weit mehr als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Folgen in beliebten Destinationen sind spürbar: steigende Mietpreise, allgemeine Verteuerung, wachsende Umweltbelastung. Zu diesen messbaren Fakten kommt die subjektive Wahrnehmung, die ebenso schwer wiegt: Viele Bewohner erleben den schleichenden Verlust der Identität ihrer Heimat.

Gegen diesen Trend regt sich zunehmend Widerstand. Besonders in Spanien protestieren Bewohner lautstark gegen die negativen Folgen des Massentourismus. Bewusstes Reisen heisst in diesem Kontext auch, Orte zu entlasten, die unter Besuchermassen ächzen und ihre Charakteristik einbüssen.

Folgende Orte stehen exemplarisch für diese Problemlage: 

  • Mallorca und Ibiza
  • Barcelona
  • Gran Canaria
  • Montmartre, Paris
  • Venedig
  • Chiang Mai, Thailand
  • Bali
  • Santorin
  • Amsterdam
  • Lissabon
  • Cinque Terre
  • Dubrovnik

Umweltzerstörung: Antarktis, Malediven, Galapagos-Inseln

2015 bot sich mir die seltene Gelegenheit, mit einer Expeditionskreuzfahrt in die Antarktis zu reisen – eine der eindrücklichsten Erfahrungen meiner Laufbahn. Damals erreichten rund 30’000 Personen pro Saison den Südkontinent; heute sind es etwa 80’000, die sich zwischen Pinguinen, Walrössern und Seehunden tummeln.

Obwohl Anlandungen nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt und streng reglementiert sind, setzt der wachsende Tourismus dem fragilen Ökosystem zu: Eisfreie Bereiche, die Pinguinen als Brutstätten dienen, werden durch Trittschäden in Mitleidenschaft gezogen; das Verhalten von Wildtieren verschiebt sich; invasive Krankheitserreger könnten eingetragen werden. Hinzu kommen Kreuzfahrtschiffe mit einer insgesamt schweren Klimabilanz. Kurzum: Der Reiz des Einmaligen kollidiert hier unmittelbar mit dem Schutz des Ortes.

Zu den betroffenen Regionen zählen unter anderem: 

  • Spitzbergen und Grönland (ebenso sensibles Ökosystem wie Antarktis)
  • Mount-Everest-Region (Müllverschmutzung)
  • Galapagos-Inseln (sensibles Ökosystem)
  • Tropische Korallenriffe (Korallenschäden durch unerfahrene Taucher)
  • Malediven (Zerstörung von Korallenbänken, Resorts haben schlechte Ökobilanz)
  • Mangrovenwälder (Zerstörung durch Boote)

Prekäre Arbeitssituationen: Katar, Kambodscha, Malediven

Tourismus ist oft ein zweischneidiges Schwert: Er spült Einnahmen ins Land und sichert vielen Menschen den Lebensunterhalt. Gleichzeitig wächst in Staaten mit schlechtem Arbeitnehmerschutz das Risiko, dass Arbeitskräfte in prekären Verhältnissen festgehalten werden – ohne spürbare Verbesserung ihrer Lebensrealität. Beispiele dafür sind die Vereinigten Arabischen Emirate, die Malediven, Siem Reap in Kambodscha, Punta Cana in der Dominikanischen Republik sowie Teile des Bergtourismus in Nepal. Aber ein Boykott solcher Länder ist kaum die Lösung, denn ausbleibender Tourismus verstärkt die Armut. Wer einen Unterschied machen will, sollte daher das eigene Verhalten entsprechend anpassen:

  • Bei vertrauenswürdigen Reiseveranstaltern buchen
  • Angebote à la «zu günstig, um wahr zu sein» vermeiden
  • Direkte Trinkgelder geben
  • Lokale Anbieter nutzen
  • All-inclusive vermeiden
  • Keine überzogenen Ansprüche stellen

Sicherheit – genau hinschauen lohnt sich

Tijuana im Norden Mexikos gilt als einer der gefährlichsten Orte der Welt: Die Kriminalitätsrate ist extrem hoch, die Schlagzeilen sind entsprechend. Und dennoch ziehen regelmässig Amerikaner aus dem nahen San Diego zum Feiern in die Stadt. Denn: Die Gewalt spielt sich abseits der Touristenhotspots zwischen Drogenbanden und sonstigen Kriminellen ab. Touristen sind meist nur betroffen, wenn sie mit dem organisierten Verbrechen in Berührung kommen. 

Bei der Beurteilung der Sicherheitslage kommt es also immer auf die konkrete Situation an und selten auf Statistiken. Dennoch gibt es einige Länder, Städte und Regionen der Welt, da sollte man auf Reisen verzichten. Neben den offensichtlichen Kriegsregionen sind das beispielsweise:

  • Myanmar (bewaffnete Konflikte zwischen Regierung und Opposition)
  • Syrien (Gewalt könnte jederzeit wieder ausbrechen)
  • Sahelzone (bewaffnete Konflikte, Entführungen)
  • Venezuela (Unrechtsregierung, aufziehender Krieg mit den USA)
  • El Salvador / Teile Guatemalas (hohe Gewaltbereitschaft in manchen Regionen)
  • Grenzregion Thailand–Kambodscha (anhaltender Grenzkonflikt)
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