Junge oder Mädchen?
Überraschende Tricks, um das Babygeschlecht zu beeinflussen

Der Volksmund behauptet, es gäbe Tricks, um das Geschlecht des Babys zu beeinflussen. Wir haben uns angeschaut, was wirklich dahintersteckt:
Kommentieren
Am Ende bleibt es wohl ein Zufall, ob dein Kind ein Junge oder ein Mädchen wird.
Foto: pixabay

Darum gehts

  • Eltern versuchen Babygeschlecht zu beeinflussen durch Timing oder Ernährungstricks
  • Geschlechtsverkehr vor Eisprung erhöht Mädchenchance, am Eisprung Jungschance
  • Nur 25 Prozent Einfluss, keine Garantie für gewünschtes Babygeschlecht
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
312511968_10159466691191409_3330044854959726896_n.jpg
Schweizer Illustrierte

Manche Eltern haben einen klaren Wunsch: Sie möchten gezielt einen Jungen oder ein Mädchen. Vielleicht soll ein Schwesterchen her, weil bereits ein Bruder da ist. Oder sie haben noch festgefahrene Vorstellungen von Geschlechterrollen und verbinden bestimmte Aktivitäten nur mit dem einen oder anderen Geschlecht. So steht der Gedanke ganz nah, zu versuchen, das Geschlecht des Kindes bei der Zeugung zu bestimmen.

Dieses Phänomen ist nicht neu: Schon im alten Griechenland glaubte man, Männer müssten beim Geschlechtsverkehr auf der rechten Seite liegen, um einen Jungen zu zeugen. Später in Frankreich hielt sich die Vorstellung, dass man durch das Abbinden der rechten Hoden die Chancen auf einen Bub steigern könne.

Das tut heute wohl keiner mehr. Aber es gibt andere Methoden:

Das ist der wirksamste Trick, um das Geschlecht zu beeinflussen

Ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, hängt von nur einem einzigen Faktor ab: ob zuerst eine Samenzelle mit dem X-Chromosom oder eine mit dem Y-Chromosom die Eizelle der Frau erreicht. X-Samenzellen geben Mädchen, Y-Samenzellen Jungs. Einer der wirksamsten Tricks, um das Geschlecht des Kindes zu beeinflussen, liegt also im Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs.

So funktionierts:

Weibliche Spermien, die das X-Chromosom tragen, sind zwar langsamer als die männlichen mit dem Y-Chromosom, dafür aber auch langlebiger. Plant man den Geschlechtsverkehr bewusst auf drei Tage vor dem Eisprung, ist die Chance grösser, dass es ein Mädchen wird, weil vor allem die X-Spermien bis zum Eisprung durchhalten. Hat man am Tag des Eisprungs Sex, ist die Chance auf einen Buben grösser, weil die Y-Spermien schneller bei der Eizelle sind. Laut Fachleuten lässt sich damit zu rund 25 Prozent Einfluss nehmen – eine Garantie gibt es hierfür also gar nicht.

Weitere Tricks im Überblick

  • Der PH-Wert der Scheidenflora wirkt sich darauf aus, welche Samen bei der Eizelle landen: Je tiefer dieser Wert liegt (das heisst: je saurer er ist) desto eher entsteht ein Mädchen.
  • Orgasmus für Buben: Hat die Frau während des Zeugungsverkehrs einen Orgasmus, wirkt sich dies auf die Scheidenflora aus. Sie wird alkalischer, somit begünstigt sie die Y-Chromosomen. Im Gegenzug hat eine Frau ohne Orgasmus die grössere Chance, Mama eines Mädchens zu werden.
  • Vegetarische Ernährung soll die Chancen auf ein Mädchen ebenfalls erhöhen.
  • Stellung beim Geschlechtsverkehr: Offenbar werden eher Jungen gezeugt, wenn der Penis tief eingeführt wird, die Samenzellen also nur noch einen kurzen Weg zum Muttermund zurücklegen müssen.
  • Der chinesische Empfängniskalender soll voraussagen können, wie der Moment der Zeugung mit dem Alter der Mutter zusammenspielt, um das Babygeschlecht zu beeinflussen. So können Frauen im Alter von 32 Jahren nur im Januar, März und Dezember Buben empfangen, heisst es. Im Alter von 18 Jahren gibt es nur im Januar oder März ein Mädchen. Wir haben das natürlich nicht getestet, also: Who knows? (Eine Auswertung von über 74'000 Schwangerschaften hat allerdings nur eine Übereinstimmung von 58 Prozent ergeben ... dieser Trick scheint also keine allzu sichere Sache zu sein.)
  • Das Gewicht der Mutter hat einen Einfluss: Leichtere Frauen (unter 54 Kilogramm Körpergewicht) bringen deutlich öfter Mädchen zur Welt.
  • Stress sorgt ebenfalls für Mädchen: Eine Untersuchung der Universität Oxford hat gezeigt, dass Frauen mit einem hohen Cortisol-Wert ebenfalls häufiger Mamas von Mädchen werden. Wer einen Buben möchte, entspannt sich besser mal.
  • Eine ebenfalls englische Studie zeigt, dass die Kalorienzufuhr eine Auswirkung auf das Geschlecht haben kann: Eine niedrige Kalorienzufuhr soll die Zeugung eines Mädchens begünstigen, während bei hoher Kalorienzufuhr eher Jungs gezeugt werden.
  • Im Sommer werden mehr Jungs gezeugt als im Winter. Y-Chromosomen sind offenbar hitzeresistenter als X-Chromosomen, so die Erklärung des Biologen A. Lerchl von der Universität Münster.
  • Im Internet kursiert das Gerücht, dass Frau die langsameren weiblichen Spermien unterstützen kann, indem sie nach dem Geschlechtsverkehr die Beine in die Luft streckt.

Unterm Strich gilt: So verlockend all diese Tricks klingen, wirklich planen lässt sich das Babygeschlecht nicht. Die Natur mischt weiterhin kräftig mit, und selbst die als «wirksamsten» gepriesenen Methoden erhöhen die Chancen auf eine Beeinflussung nur minimal.

Am Ende bleibt es also meist ein Zufall, ob dein Kind ein Junge oder ein Mädchen wird. Und vielleicht ist genau das auch gut so: Denn wichtiger als das Geschlecht ist immer, dass das Baby gesund zur Welt kommt, ganz egal, ob in Blau oder Rosa.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen