Nagellack-Test
Teurer Glanz ist oft nur Schein

Luxuslacke enttäuschen, preiswerte Alternativen überzeugen durch hohe Qualität und unbedenkliche Inhaltsstoffe.
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Welcher Nagellack am meisten überzeugte, erfährst du im Artikel.
Foto: Getty Images

Darum gehts

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Gian Signorell
Beobachter

Wer für ein kleines Fläschchen Nagellack über 40 Franken auslegt, erwartet Perfektion: splitterfreie Haftung, satte Farben und vor allem gesundheitliche Unbedenklichkeit. Doch eine aktuelle Untersuchung des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zeigt: Ein hoher Preis schützt weder vor Qualitätsmängeln noch vor riskanten Inhaltsstoffen. Im Gegenteil – etablierte Luxushäuser enttäuschen, während Discounter-Ware glänzt.

Unter den 16 geprüften Produkten stechen Lacke des deutschen Drogeriemarkts DM («trend !t up») sowie von O.P.I. als klare Sieger hervor. Nail Lacquer von O.P.I ist auch in der Schweiz erhältlich. Der Lack überzeugte durch eine aussergewöhnlich hohe Farbdichte und hielt im Alltagstest fast eine Woche lang ohne sichtbare Makel. Im offiziellen Shop für Fr. 19.90, bei Flaconi.ch für Fr. 8.19 zu haben.*

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Günstige Produkte überzeugen

Das Testurteil «Gut» erhielten aber auch deutlich günstigere Produkte. Sehr gute Haltbarkeit bei mechanischer Beanspruchung erzielte etwa der Nagellack Chili together von Essence. Erhältlich etwa für Fr. 2.80 bei Coop. Ebenso überzeugte Gel Affair Nail Lacquer 019 von Catrice. Die Drogeriekette Müller verkauft ihn für Fr. 4.95.

Das untere Ende der Rangliste belegen Namen, die man dort kaum vermutet hätte. Le Vernis 153 Pompier von Chanel etwa enttäuschte die Tester besonders: Trotz des exklusiven Images und des hohen Preises (Fr. 39.95 bei Manor) mangelte es dem Lack an der nötigen Haftung. Zudem kassierte das Produkt Minuspunkte für seine umweltbelastende Verpackung.

Im Nagellack Mavala Vernis à ongles 156 (Fr. 4.40 bei Redcare-apotheke.ch) fanden die Tester im Labor potenziell krebserregende Nitrosamine «in einer Konzentration, die zu einer Abwertung führte». Die genaue Konzentration gibt der VKI allerdings nicht an.

Sicherheit nicht gefährdet

Nach Anfrage des Beobachters hat Mavala aus eigenem Antrieb eine Sicherheitsbewertung des Nagellacks durch das Unternehmen Biorius durchführen lassen, das auf toxikologische Gutachten spezialisiert ist. Biorius kommt zum Schluss, dass die Sicherheit des Produkts bei der festgestellten Konzentration garantiert ist. «Der VKI hat das Produkt bewertet, ohne alle wissenschaftlichen und regulatorischen Elemente zu berücksichtigen. Die Informationen für die Konsumenten sind unvollständig und diskreditieren unser Produkt, obwohl es der Kosmetikverordnung entspricht», schreibt die Mavala-Chefin Doris Maute Bobillier. 

Chanel schreibt, das vom VKI verwendete Testverfahren sei für die Kosmetikbranche unüblich. Eigene Tests von einem unabhängigen Testpartner würden die lang anhaltende Beständigkeit des Nagellacks bestätigen.

Das Gesamtfazit über alle 16 getesteten Nagellacke fällt trotzdem positiv aus. Dies vor allem, weil die Anwendungsfreundlichkeit als Kriterium, etwa das Trocknungsverhalten, mit 40 Prozent stark in die Bewertung einfloss. Alle getesteten Nagellacke erzielten hier ein «Gut».

* Alle Preise ohne Versandkosten; abgerufen am 28. Januar 2026 

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