Darum gehts
- Kokosöl wird oft als universelles Wundermittel für alles verwendet
- Es kann jedoch Poren verstopfen, Haare austrocknen und Allergien verursachen
- 99,9 Prozent der Millennials nutzen es für Haut, Haare und mehr
Wenn ihr irgendwann zwischen 1981 und 2000 geboren seid, liegt die Wahrscheinlichkeit für diese Dinge bei 99,9 Prozent: 1) Ihr seid verrückt nach Avocados. 2) Blassrosa ist oder war mal eure Lieblingsfarbe. 3) Ihr benutzt Kokosöl als Lösung für so ziemlich jedes Problem, das sich euch in den Weg stellt: trockene Haut, verfärbte Zähne oder geschmackloses Gemüse. Es ist der fettreiche Star gleich mehrerer Generationen und immer für uns da. Die meisten von uns kaufen immer gleich zwei Gläser: eins für die Küche, das andere fürs Badezimmer. Das ergibt durchaus Sinn. Doch für alle Bereiche des Lebens sollte man selbst Kokosnussöl nicht verwenden. Hier kommen 5 Anwendungen, bei denen das Öl nichts zu suchen hat:
Fürs Gesicht
Es stimmt: Trockene Hautstellen auf Armen, Beinen und dem Rest des Körpers tut das Öl gut. Es zieht schnell ein und wirkt gleichzeitig antibakteriell und entzündungshemmend. Es ist – das haben die meisten Öle so an sich – ziemlich fettreich. Und aus genau diesem Grund hat es in unserem Gesicht nichts zu suchen. Besonders, wenn wir ohnehin mit öliger Haut oder Akne zu kämpfen haben, kann uns die dicke Schicht zu schaffen machen: Kokosöl ist stark komedogen, verstopft also die Poren im Gesicht und begünstigt so Pickel und unschöne Ablagerungen. Insofern ihr nicht mir enorm trockener, aber gleichzeitig enorm unempfindlicher Haut «gesegnet» seid, solltet ihr also lieber auf Produkte vertrauen, die speziell auf euer Hautproblem abgestimmt sind.
Als Make-up-Remover
Nicht falsch verstehen: Kokosnussöl ist ein grandioser Make-up-Entferner. Es löst die Partikel gut, brennt nicht und kommt ganz ohne Alkohol aus. Aber: Es ist kein Mizellenwasser. Nutzt ihr das Öl zum Abschminken, könnt ihr danach nicht einfach ins Bett fallen. Ihr müsst euer Gesicht nochmals waschen. Mit einem Produkt, das das Öl wieder von eurem Gesicht löst. Am besten doppelt. Ihr wisst schon – wegen Punkt 1.
Als Haarmaske
Ja, einige Menschen schwören auf Kokosöl in den Haaren und hunderte Videos auf Youtube zeugen davon, dass das Wundermittel scheinbar selbst längst aufgegebene Längen und Haarspitzen retten kann. Aber das ist alles nur ein Trick: Das Öl verschliesst kleinste Risse und Löcher in unserer Mähne, indem es sich auf sie legt. Einmal getrocknet, macht es unsere Haarlängen also dick und glänzend. Die wahren Probleme wurden aber nicht angegangen: Feuchtigkeit kommt keine mehr ins Haar (denn Öl wirkt wasserabweisend und lässt nichts mehr durch) und nach ein paar Tagen ist der Ausgangspunkt wieder der gleiche. Im besten Fall. Schlimmstenfalls wird die Haarmähne noch trockener als zuvor. Besser sind deshalb Produkte mit niedrigem pH-Wert, die unser Haar glätten, indem sie dessen Struktur schliessen, statt füllen. Dazu regelmässige Haarmasken mit viel Feuchtigkeit – und viel Zeit.
Als Gleitgel
Wir wünschten, wir müssten das gar nicht schreiben – aber das Internet ist manchmal ein seltsamer Ort. Die unzähligen selbst ernannten Gesundheitsspezialisten, die so «natürlich» wie möglich leben wollen, schwören auf Kokosnussöl als Gleitmittel und promoten das auf ihren Blogs und Instagram-Accounts. Das ist dumm, weil das Öl Latex-Kondome angreift, Allergien hervorrufen und den pH-Wert der Vagina aus dem Gleichgewicht bringen kann und dadurch das Risiko für Pilzinfektionen fördert. Also besser auf «echtes» Gleitgel setzen.
Als Heilmittel
Auch das sollte eigentlich klar sein, aber wir sagen es trotzdem: Ganz allgemein ist Kokosöl immer noch vor allem eins: Fett. Und damit kein Medikament. Auch wenn es uns bei trockener Haut am Körper helfen kann, von Ekzemen und Ausschlägen wird es uns nicht befreien. Wenn euch also mehr plagt als ein kleiner Juckreiz durch abgestorbene Hautschüppchen, solltet ihr statt zum Bio-Regal im Supermarkt lieber zum Hautarzt pilgern.