Darum gehts
- Kerry James Marshall erstmals in Zürich, begeistert VIP-Publikum im Kunsthaus Zürich
- Dresscode «Fearless Elegance» inspiriert Gäste zu mutigen Outfits
- Marshall zeigt afroamerikanische Werke, darunter monumentale Gemälde
Kerry James Marshall liess auf sich warten – und die geladenen Besucherinnen und Besucher der Late-Night-Vernissage im Kunsthaus staunen. Der US-Maler zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern. Seine monumentalen Werke spiegeln die afroamerikanische Lebenswelt wider: voller Schönheit, Stolz und politischer Schärfe, aber auch von Schmerz, Hoffnung und Lebendigkeit durchdrungen.
Marshall gilt als zurückhaltend, Interviews und Ansprachen gibt er selten. «Das ist heute schon der dritte Speech», sagt er lachend, als er auf der Treppe fürs Podiumsgespräch neben Kunsthaus-Direktorin Ann Demeester, «Interview by Ringier»-Chefredaktorin Susanne Walder und Ringier-Verleger Michael Ringier Platz nimmt. Er bedankt sich und blickt in den vollen Saal: «Ich bin überwältigt!» Für ihn ist es das erste Mal in Zürich, und weil sich Marshall intensiv mit Kunst auseinandersetzt, weiss er auch, dass hier der Geburtsort des Dadaismus ist: «An einem solchen Ort auszustellen, bedeutet mir viel.»
Mutiger Dresscode
Auf die Einladung des Kunsthauses Zürich zusammen mit «Interview by Ringier» sind zahlreiche namhafte Gäste gekommen. Der Dresscode: «Fearless Elegance» mit der Aufforderung, sich mit demselben Mut zu kleiden, wie es die Werke von Marshall auszeichnet. Mit überraschenden Kombinationen, so wie es die SBB-Präsidentin Monika Ribar gewagt hat: «Ich bin einfach vor den Kleiderschrank gestanden und habe alles gewählt, das eigentlich nicht zusammenpasst, mir macht so was Spass!» Das Ensemble ist erstaunlich harmonisch gelungen.
Die meisten der Gäste sehen die Werke von Marshall das erste Mal, so auch alt Bundesrat Moritz Leuenberger oder Nicola Steiner, Leiterin des Literaturhauses Zürich: «Wie Marshall schwarze Menschen in Werken umsetzt, wie man sie sonst mit Weissen sieht, ist ungewohnt und zugleich so selbstverständlich.» Sie will unbedingt nochmals mit ihren beiden Teenagern herkommen. Das rät auch Künstler Marshall, er wünscht sich, dass man sich Zeit nimmt für seine Bilder, zwei- oder dreimal hinschaut: «Ich hoffe, dass Sie damit eine eigene Erfahrung machen, die über Schönheit und die Oberfläche hinausgeht.»